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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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17. Juni 2018

ITP: Verbesserung der Lebensqualität ist wesentliches Therapieziel für Patienten

Die primäre Autoimmunthrombozytopenie (ITP) wird von den Patienten als hohe emotionale Belastung empfunden und vermindert ihre Arbeitsfähigkeit. 36% der Patienten einer großen internationalen Kohorte von 1.400 ITP-Patienten empfinden die Erkrankung als starke Beeinträchtigung ihres Lebens. Zwar sind Blutungen der Haut und der Schleimhäute in Mund und Nase das häufigste Symptom der ITP (73% der Patienten), ausgeprägte Müdigkeit aber ist am zweithäufigsten bei den Beschwerden (68%) und mindert die Lebensqualität erheblich. „Fatigue wird von vielen Patienten als dasjenige Symptom empfunden, das sich am schwierigsten verbessern lässt und sie stark belastet“, so das Team unter Federführung von Prof. Nichola Cooper vom  Hammersmith Hospital in London bei der 23. Jahrestagung der European Hematology Association (EHA) in Stockholm (1).
Die Patienten wünschen sich vorrangig, durch die Therapie die Blutzellzahlen zu normalisieren – diesen Wunsch äußerten 79% der Befragten - und ihren Antriebs- und Energielevel zu verbessern (55%). An dritter Stelle der Bedeutung der Behandlungsziele nennen Patienten die Prophylaxe eines Fortschreitens der ITP (35%). Vorgestellt wurden Zwischenergebnisse der I-WISH-Studie, eine sektorenübergreifende Erhebung, an der ITP-Patienten und behandelnde Ärzte in 14 Ländern teilnehmen. Aus 12 Ländern gab es Daten, inklusive Deutschland (I-WISH für: ITP World Impact Survey). Die Patienten füllen online einen standardisierten Fragebogen aus, unter anderem zu Krankheitsbelastung und zur Lebensqualität. 65% der 1.400 Teilnehmer waren Frauen, dasdurchschnittliche Alter der Gesamtgruppe betrug 47,1 Jahre.

Hintergrund der I-WISH-Studie: Es gebe vergleichsweise wenige große Untersuchungen zur Lebensqualität der Patienten in der Routineversorgung, ein Parameter, der für die klinische Praxis zunehmend wichtig werde, so die Studienautoren.
  
Circa jeder vierte Patient erhält die ITP-Diagnose verzögert
 
Die durchschnittliche Krankheitsdauer seit Diagnose betrug 12 Jahre (0-60 Jahre), zwischen einem ersten Arztbesuch wegen entsprechender Symptome und der Diagnose ITP vergingen durchschnittlich circa 1,5 Jahre (77,5 Wochen). 22% der Teilnehmer hatten den Eindruck, deutlich verzögert die richtige Diagnose erhalten zu haben. Haut- und Schleimhautblutungen hatten 73 % der Patienten, 68% Fatigue und 65% Petechien. Die Erkrankung beeinträchtigt die Lebensqualität: 44% der Patienten berichten über Energiedefizite für mindestens die Hälfte der Zeit am Tag und 37 % wollten ihre Arbeitszeit reduzieren.

Die Krankheitsbelastung durch ITP sei hoch, resümieren die Forscher, sie werde unterschätzt und sie habe viele verschiedene Komponenten. In die Ziele der Behandlung von ITP-Patienten müssten Patientenwünsche und Lebensqualität intensiver als bisher einbezogen werden. Die ITP ist eine Autoimmunerkrankung, bei der sich Antikörper gegen Thrombozyten bilden. Gemeinsame Endstrecke dieser Fehlregulation des Immunsystems ist eine vorzeitige Zerstörung von Thrombozyten und eine Hemmung der Plättchenproduktion in den Megakaryozyten des Knochenmarks. Die Inzidenz liegt zwischen 10-70 pro1 Million Personen und pro Jahr.

 nsi
EHA 2018, Immunthrombozytopenie, Freitag, Cooper N, Abstr. PF654 Immunthrombozytopenie: Verbesserung der Lebensqualität ist wesentliches Therapieziel für Patienten
Literatur:
Cooper N, Ghanima W, Provan D et al. The burden of disease and impact of immune thrombocytopenia (ITP) on patient quality of life and productivity: Results from the ITP World Impact Survey (I-WISH). 23. Jahrestagung der European Hematology Association in Stockholm, 15.06.2018, Abstr. PF654
 
 
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