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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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17. Oktober 2016

DGHO 2016

GIST: Seit 15 Jahren effektiv mit Tyrosinkinasehemmer Imatinib behandelbar

Gastrointestinale Stromatumoren (GIST) können seit 15 Jahren systemisch mit dem Tyrosinkinaseinhibitor Imatinib behandelt werden. Die Substanz hat sowohl die Therapie fortgeschrittener Stadien dieser Erkrankung als auch die adjuvante Behandlung von in kurativer Absicht operierten Patienten auf eine völlig neue Basis gestellt. Weil die Wirkung bei GIST auf einem anderen Wirkmechanismus beruht, besteht der Patentschutz für Imatinib (Glivec®) in dieser Indikation fort, obwohl Imatinib in der Therapie der chronischen myeloischen Leukämie demnächst auch generisch verfügbar sein wird, wie bei einer Novartis-Pressekonferenz am Rande der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie betont wurde.
GIST stellen die häufigste Klasse von Sarkomen und die häufigsten mesenchymalen Tumoren des Gastrointestinaltrakts dar. Ihr Ursprung wird in den interstitiellen Cajal-Zellen des myenterischen Plexus vermutet. Die Inzidenz liegt bei ungefähr 15 neuen Fälle pro Million Personen und Jahr, wobei indolente, sogenannte „Mikro“-GIST, die bei bis zu 50% der über 50-Jährigen entdeckt werden können und kleiner als 1 cm sind, nicht berücksichtigt sind. Etwa 60% der GIST treten im Magen auf, 25% im Dünndarm, während die restlichen Fälle sich auf die anderen Anteile des Gastrointestinaltrakts verteilen. Metastasen von GIST finden sich am häufigsten in Leber und Peritoneum.

Etwa 95% der GIST exprimieren das CD117- oder c-KIT-Antigen, das auch Ziel der ersten systemischen Therapie dieser Tumoren ist, so Dr. Volker Braun, Nürnberg: Vor 15 Jahren wurde der Tyrosinkinaseinhibitor Imatinib, der neben der BCR-ABL-Kinase bei der chronischen myeloischen Leukämie auch c-KIT hemmt, in die Therapie von Patienten mit nicht resezierbaren und/oder metastasierten GIST eingeführt, deren Überleben er signifikant verlängern kann. Auch bei operierten Patienten kann Imatinib zur adjuvanten Therapie eingesetzt werden, wobei derzeit eine mindestens dreijährige Behandlung empfohlen wird, so Dr. Peter Reichardt, Berlin. Eine adjuvante Therapie sollte bei einem signifikanten Rezidivrisiko durchgeführt werden; dieses korreliert mit der Größe des Primärtumors, seiner Lokalisation (Dünndarm mit höherem Risiko als Magen) und vor allem mit der mitotischen Aktivität. Derzeit wird in zwei großen internationalen Studien geprüft, ob eine fünfjährige der dreijährigen adjuvanten Imatinib-Therapie überlegen ist.

Die Behandlung ist gut verträglich: In etwa 5% der Fälle treten limitierende Nebenwirkungen wie Hautausschläge oder Transaminasenerhöhungen auf, die nach Absetzen oder Reduktion der Dosis meist reversibel sind. Bei Patienten mit einer Mutation in Exon 9 des c-KIT-Gens, bei denen die doppelte Dosis von 800 mg/d Imatinib erforderlich ist, sollte man die Therapie anfangs deshalb schrittweise von 400 über 600 auf 800 mg/d aufdosieren. Ein adäquates Management der Nebenwirkungen, so Reichardt, ist entscheidend für die Compliance, die oft etwas darunter leidet, dass die Patienten nichts von ihrer Erkrankung spüren – insbesondere diejenigen, die eine adjuvante Therapie erhalten.
Imatinib wird in näherer Zukunft zur Therapie der chronischen myeloischen Leukämie (CML) generisch zur Verfügung stehen, nicht aber zur Therapie von GIST, wo der Patentschutz noch bis zum Jahr 2021 bestehen wird. Dies ist nach EU-Recht möglich, weil der Wirkmechanismus im Falle der GIST-Therapie ein anderer ist (die Hemmung von c-KIT) als bei der CML (Hemmung von BCR-ABL).
jg
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