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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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25. September 2009

Erster Bluttest für Darmkrebs in Deutschland erhältlich

Mehrere deutsche Labore werden am 1. Oktober 2009 einen Darmkrebs-Bluttest basierend auf Epigenomics‘ patentgeschütztem Biomarker mSEPT9 einführen. Unter den ersten Laboren, die den mSEPT9-Test für Darmkrebs Gastroenterologen, Allgemeinmedizinern und Patienten in Deutschland anbieten werden, sind die Labore Krone (Bad Salzuflen) und Limbach (Heidelberg), sowie die Medizinischen Versorgungszentren Dr. Stein (Mönchengladbach) und Dr. Eberhard & Partner (Dortmund). Die Einführung in Deutschland erfolgt am 1. Juli 2009.

Epigenomics hat gestern in einer Pressekonferenz über den medizinischen Nutzen des mSEPT9-Biomarkers beim Nachweis von Darmkrebs in Blutproben berichtet und wie dieser Test helfen könnte, bestehende Hindernisse auf dem Weg zu einer effektiven Darmkrebs-Früherkennung zu überwinden. Die Pressekonferenz fand im Rahmen des diesjährigen gemeinsamen Multidisziplinären Kongresses von ECCO (European Cancer Organisation) und ESMO (European Society for Medical Oncology) in Berlin statt. In zahlreichen klinischen Studien mit insgesamt mehr als 3.000 Teilnehmern konnte Epigenomics zeigen, dass die methylierte DNA des Septin9-Gens (mSEPT9) in Blutplasma ein aussagekräftiger Indikator, oder Biomarker, für das Vorhandensein von Darmkrebs ist. Auf dieser Grundlage wurde es möglich, Tests für die Früherkennung von Darmkrebs zu entwickeln, die lediglich einer einfachen Blutprobe bedürfen und helfen könnten die größte Hürde in der Darmkrebs Früherkennung zu überwinden – die mangelnde Akzeptanz bei Patienten.

Darmkrebs-Vorsorge wird in Deutschland ab dem 50. Lebensjahr empfohlen und auch von privaten und gesetzlichen Krankenkassen erstattet. Den Patienten wird anfänglich ein jährlicher Stuhltest, der unsichtbares Blut im Stuhl nachweist (Fecal Occult Blood Test –FOBT) empfohlen. Ab dem 55. Lebensjahr wird zu einer ambulanten Koloskopie (Darmspiegelung) geraten, die nach zehn Jahren wiederholt werden sollte. Patienten, die sich keiner Koloskopie unterziehen wollen wird empfohlen, den FOBT Test alle zwei Jahre zu wiederholen.

Trotz dieser Empfehlungen nimmt die Mehrheit der Deutschen über 50 Jahren an keinerlei Darmkrebs-Vorsorge teil, mit der Folge, dass Darmkrebs meist erst in symptomatischen Stadien diagnostiziert wird, in denen die Chancen auf Heilung bereits deutlich gesunken sind.

Fehlende Anwenderfreundlichkeit und Vorbehalte gegenüber invasiven Methoden sind dabei unter den am häufigsten genannten Gründen für diese ablehnende Haltung. Andere Länder mit vergleichbaren Vorsorge-Richtlinien, einschließlich der USA, kämpfen mit ähnlichen Herausforderungen. Ein Bluttest für die Früherkennung von Darmkrebs, der leicht in einen jährlichen Gesundheits- Check integriert werden kann und keine weitere Belastung für die Patienten darstellt, würde – so die Expertenmeinung - besser von Ärzten und Patienten akzeptiert werden. Ein solcher Test könnte die Effektivität von öffentlichen Krebsfrüherkennungs-Programmen deutlich steigern. Bei einem positiven Testergebnis, in einem solchen einfach anzuwendenden Bluttest, würde der Patient zu einem Gastroenterologen überwiesen, der die Diagnose mithilfe einer Koloskopie bestätigen würde und ggf. erste Behandlungsschritte einleiten könnte.

“Die meisten Menschen wissen inzwischen, dass es Vorsorgeuntersuchungen in Deutschland gibt und halten sie auch für gut und sinnvoll. Das Dilemma: für sich selbst nehmen sie diese nicht in Anspruch“, sagte Prof. Dr. Jürgen Riemann, Vorsitzender der Stiftung Lebensblicke e.V., einer Organisation, die sich seit mehr als zehn Jahren für die Darmkrebs-Vorsorge in Deutschland einsetzt. „Mit einem neuen, einfach anzuwendenden Bluttest könnten wir unser Ziel, die Akzeptanz und die Teilnahme an der Darmkrebs-Vorsorge merklich zu erhöhen, erreichen. Positiv getestete Patienten würden anschließend mittels einer Koloskopie untersucht“, so Riemann weiter.

„Als ein Diagnostik-Labor mit Fokus auf innovativer Molekulardiagnostik, werden wir den mSEPT9-Test den Ärzten und Gastroenterologen in unserem Netzwerk anbieten“, erklärte Angelika Vogel, als Laboratoriumsmedizinerin im Labor Krone verantwortlich für molekulare Diagnostik. „Dieser Test erfordert eine Standard-Blutprobe und keine weiteren invasiven Verfahren oder die Einbindung des Patienten. Alle anderen Schritte werden in der qualitätskontrollierten Umgebung eines professionellen Diagnostik-Labors durchgeführt. Das sichert höchste Qualität und Verlässlichkeit der Ergebnisse zum Wohle des Patienten und als Basis für weitere ärztliche Beratung.“

Der Septin9-Test wird anfänglich für Selbstzahler und privat versicherte Patienten angeboten. Eine derzeit durchgeführte, groß angelegte prospektive klinische Studie, PRESEPT, soll den medizinischen Nutzen und insbesondere auch den gesundheitsökonomischen Vorteil einer bevölkerungsweiten Darmkrebs-Früherkennung mit dem Septin9-Test darstellen. Die in der Studie gewonnenen Daten sollen dazu beitragen, eine Aufnahme des Septin9-Bluttests in Krebsfrüherkennungs-Richtlinien und letztendlich die Kostenerstattung durch gesetzliche Krankenkassen in Deutschland und öffentliche Gesundheitssysteme in anderen europäischen Ländern, sowie den USA zu erwirken.

Um eine weitreichende Verfügbarkeit einer blutbasierten Darmkrebs-Früherkennung zu gewährleisten, arbeitet Epigenomics mit Partnern in der Diagnostikindustrie. Dazu gehören die Unternehmen Abbott Molecular (Chicago, USA) und Quest Diagnostics, Inc. (Giralda Farms, USA) die voraussichtlich im vierten Quartal 2009 erstmals ihre Septin9-Tests in Europa (Abbott) und den USA (Quest) anbieten werden. Weitere Partner sind ARUP Laboratories, Inc. (Salt Lake City, USA) und die Sysmex Corporation (Kobe, Japan).

Quelle: Epigenomics
 
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