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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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13. April 2017 Seite 1/2

Einfluss von THADA-Gendefekten auf Fettleibigkeit und Krebs

Wissenschaftler wissen, dass der Hang zur Fettleibigkeit auch in in den Genen festgeschrieben ist. Aktuelle Forschungen zu diesem Thema lassen jetzt auch Krebsexperten aufhorchen: Verschiedene Defekte des THADA-Gens, welches in die Stoffwechselregulation eingreift, stehen mit einem erhöhten Risiko für bestimmte Krebserkrankungen im Zusammenhang, etwa mit akuten Leukämien, Schilddrüsenkrebs, Prostata- und Darmkrebs.
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Besonders anfällig für Fettleibigkeit sind Menschen in wärmeren Klimazonen. „Eine gängige Theorie besagt, dass ein gedrosselter Stoffwechsel und damit geringere Wärmeproduktion eine Anpassung an die warme Umgebung sind. Die überschüssige Energie wird dann in Form von Fettpolstern gespeichert“, sagt Aurelio Teleman vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). „Wenn das zutrifft, müsste es Gene geben, die die Balance zwischen Wärmeproduktion und Fettspeicherung steuern. Und diese Gene sollten sich bei verschiedenen Menschen – abhängig vom Breitengrad – unterscheiden.“

Ein Kandidat für ein solches Balance-Gen war THADA: Große Untersuchungen hatten bereits gezeigt, dass Menschen aus verschiedenen Klimazonen sich in diesem Gen besonders stark unterscheiden. Das bedeutet, dass die Erbanlage starker evolutionärer Anpassung unterliegt. „Wir hatten allerdings keine Vorstellung davon, welche Funktion oder Aufgabe es im Organismus ausübt und ob es tatsächlich in die Stoffwechselregulation eingreift. Um das herauszufinden, haben wir das Gen bei Fruchtfliegen ausgeschaltet“, sagt der Stoffwechselexperte Teleman.

Fliegen ohne THADA fressen viel, setzen Fett an und produzieren weniger Wärme, so dass sie schnell unter Kälte leiden. Nach einigen Stunden im Kühlschrank sind Fruchtfliegen erstarrt. Während sich die normalen Fliegen rasch erholten, brauchten die Tiere ohne THADA dafür deutlich länger. „Ihr Fett isoliert sie also nicht und wir konnten nachweisen, dass sie tatsächlich weniger Wärme produzieren“, so Alexandra Moraru, die Erstautorin der aktuellen Publikation.
 
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