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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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13. Oktober 2014

ESMO 2014: Erhebliche Lücken in der Palliativversorgung

Eine beträchtliche Lücke klafft zwischen dem, was fortgeschrittene unheilbare Krebspatienten von Gesundheitsfachkräften im Rahmen der palliativen Versorgung brauchen, und den aus Sicht der Patienten angebotenen Schlüsselinterventionen der onkologischen Palliativmedizin. Das zeigen erste Resultate einer longitudinalen internationale Studie mit insgesamt über 300 Patienten, die auf dem Europäischen Krebskongress EMSO von den Studienautoren Natalie Magaya und Florian Strasser, Kantonsspital St. Gallen, präsentiert wurden.

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Patienten wurden einmal pro Monat von Forschungspflegefachpersonen befragt. Die vorgestellten Resultate von den 268 rumänischen Patienten zum Zeitpunkt des Studieneinschlusses und nach einem Monat zeigen deren Bedürfnisse sowie die aus Patientensicht von Gesundheitsfachkräften angebotenen Schlüsselinterventionen. (Krankheits- und Prognoseverständnis, multidimensionale Symptomkontrolle, Entscheidungen bezüglich krebsspezifischer Therapien, Spiritualität, Vorbereitung und Begleitung am Lebensende, Betreuungsnetzwerk, Angehörigenunterstützung). 

Als besonders verbesserungswürdig zeigte sich der Bereich Information: Drei von vier Patient/-innen waren zu Studienbeginn zwar der Meinung, ausreichend über ihre Krankheit und Prognose informiert zu sein, aus Sicht der Befrager hatten von diesen Patienten jedoch eine Mehrheit ein ungenügendes Krankheitsverständnis. Von diesen 167 Patienten erinnerte sich nur 73% daran, dass in der letzten Zeit jemand vom Behandlungsteam mit ihnen über ihr Krankheitsverständnis geredet hatte.

Die große Mehrheit der Patient/-innen (257 zu Studienbeginn) gab an, in der letzten Zeit unter einem oder mehreren Symptomen ihrer Krankheit gelitten zu haben, doch wurde aus Patientensicht damit unterschiedlich umgegangen. Etwa 40% der Betroffenen gaben zum Untersuchungsbeginn an, dass ihr Behandlungsteam alle Symptome angegangen hatte, 15% hingegen erlebten, dass keines der Symptome ernst genommen und behandelt wurde. Ein Monat später war es eher schlechter (34%, 20%).

121 Patienten gaben zu Untersuchungsbeginn an, dass sie in der letzten Zeit Nebenwirkungen der Krebstherapien wahrgenommen hatten, so dass die Behandlung möglicherweise angepasst hätte werden müssen. Aber nur 59 der Betroffenen, also knapp die Hälfte, wurden aus ihrer Sicht in diese Entscheidung auch einbezogen.

210 von 268 Patient/-innen (78%) äußerten zu Untersuchungsbeginn spirituelle Bedürfnisse,  aber nur 42% nahmen wahr, dass sich Gesundheitsfachkräfte um diese kümmerten.

Etwa ein Viertel der Patient/-innen hatten das Bedürfnis, konkrete Punkte im Zusammenhang mit der Vorbereitung aufs Lebensende mit  einer Gesundheitsfachkraft zu besprechen, zum Beispiel möglicher Sterbeort, Vorbereitung der Familie, oder materielle Aspekte. Bei einem Drittel dieser Patienten ist es aus Patientensicht nicht zu einem solchen Gespräch gekommen.

Auch wurde für eine Minderheit, die Hilfe für die palliative Versorgung zu Hause benötigten (116, 43%), dies aus Patientensicht genügend koordiniert und Unterstützung für die Familie angeboten (43/116, 29%).

Strasser und Magaya resümieren, dass die Integration von palliativen Interventionen in die onkologische Behandlung und Betreuung nach wie vor eine große Herausforderung ist, insbesondere wenn die Ressourcen knapp, verschiedenste Bereiche involviert und die Gesundheitsfachkräfte  (z.B. Onkologen) unterschiedlich gut dafür ausgebildet sind. Die in den nächsten Monaten erwarteten Resultate zu den Bedürfnissen und von Patienten wahrgenommenen Interventionen über die gesamte Studiendauer (6 Monate oder bis zum Tod) auch der St. Galler Patienten sowie sogenannte Qualitätsindikatoren (Daten zur Qualität des Sterbens und Todes, wiederholten Notfall-Hospitalisationen sowie "aggressiver Betreuung am Lebensende") werden die Interpretation der Ergebnisse erweitern. "Die Studie kann dazu beitragen, Versorgungslücken aufzudecken und den Weg für umfassenden Standards in der onkologische Palliativversorgung zu schaffen", so die Experten.

Quelle: ESMO Abstract Magaya-Kalbermatten et al.: Key interventions of palliative care (KI-PCC) – patient perceived need and remembered delivery by health-care professionals (HCP): a prospective, longitudinal, multicenter study
 
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