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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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27. April 2017

ELCC: Grippeschutzimpfung mögliche Kontraindikation für Lungenkrebs-Patienten unter Immun-Checkpoint-Blockade

Lungenkrebs-Patienten, die mit PD-1/PD-L1-Checkpoint-Inhibitoren behandelt werden, könnten nach einer Grippeschutzimpfung einem erhöhten Nebenwirkungsrisiko ausgesetzt sein, so das Ergebnis einer Studie, die als Poster auf dem ELCC* in Genf vorgestellt wird.
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"Immun-Checkpoint-Inhibitoren sind in der klinischen Routine angekommen, allerdings sind besonders Lungenkrebs-Patienten von Influenza und damit assoziierten Komplikationen bedroht", so Prüfarzt PD Dr. Sacha Rothschild, Basel. "Obwohl Krebspatienten die Grippeschutzimpfung bereits seit langem empfohlen wird, besteht nun die Befürchtung, dass bei Patienten, die Checkpoint-Inhibitoren erhalten, dadurch eine übersteigerte Immunantwort getriggert werden könnte." Diese vorläufigen Ergebnisse müssen nun weiter untersucht werden.

Die prospektive Studie schloss 23 Patienten ein (medianes Alter 58,7 Jahre), 16 davon mit einem NSCLC, 4 mit RCC, 3 mit malignem Melanom. 50% der Patienten hatten mindestens 2 Vortherapien erhalten und erhielten nun Nivolumab bzw. 1 Patient bekam Pembrolizumab.

Die Patienten wurden mit einem trivalenten Grippeimpfstoff geimpft (Okt./Nov. 2015) und bezüglich immunbezogener Nebenwirkungen (immune-related adverse events, irAEs) überwacht.
10 gesunde Personen als Kontrollgruppe erhielten denselben Grippeimpfstoff.

Alle Patienten zeigten eine adäquate Immunantwort mit Antikörper-Titern gegen alle 3 Virusstämme. in den ersten 30 Tagen gab es keinen schweren Nebenwirkungen, die mit der Impfung zusammenhingen.

Keine der geimpften Personen erkrankte in der Saison 2015/16 an Grippe. Allerdings gab es viele irAEs (52,2%), bei 6 Patienten vom Grad 3/4. Darunter waren vor allem Hautausschläge, Arthritis, Colitis, Enzephalitis, Hypothyreoidismus, Pneumonitis und Neuropathien.

"Die immunbezogenen Nebenwirkungen fielen signifikant höher aus als bei ungeimpften Patienten, die mit PD-1/PD-L1-Inhibitoren behandelt werden", so Rothschild. "Wir sind in unserem Zentrum von 25,5% immunbezogenen Nebenwirkungen ausgegangen, mit etwa 9,8% vom Grad 3/4, bzw. haben uns daran orientiert, was in der Literatur angegeben wird, das sind 30-35%."

"Unsere Hypothese ist, dass bei dieser Population durch die Impfung eine überbordende Aktivierung des Immunsystems  stattgefunden hat."
Inflammatorische Zytokine im peripheren Blut waren jedoch nicht erhöht.

"Trotz diese hohen Nebenwirkungsrate in dieser Studienkohorte sind wir der Ansicht, dass vor allem Patienten mit Lungenkrebs vor einer Grippe und den möglichen Komplikationen wie Pneumonie und Lungenversagen bewahrt werden müssen, weil die Lunge durch den Krebs bereits vorgeschädigt ist: oftmals wurden Teile der Lunge reseziert, was zu einer entsprechenden Verringerung des Lungenvolumens führt. Wägt man Risiko und Nutzen einer saisonalen Grippeschutzimpfung für Patienten mit einer Monotherapie mit einem PD-1/PD-L1-Inhibitor ab, muss man gerade bei den Patienten mit Lungenkrebs von Fall zu Fall entscheiden, bis gesicherte Erkenntnisse aus größeren Kohorten vorliegen", schloss er.
(Übers. v. AB)

*Abstract 112P_PR ‘Immune response and adverse events to influenza vaccine in cancer patients undergoing PD-1 blockade’ will be on Poster Display on 6 May at 12:30 CEST.

Mehr Informationen zur European Lung Cancer Conference (ELCC) 2017
 
European Lung Cancer Conference (ELCC) 2017
 
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