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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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23. Juni 2014

BRAWO-Interimsanalyse zum ASCO 2014: In der Routineversorgung des fortgeschrittenen Mammakarzinoms setzen Ärzte Everolimus immer früher ein

Die Beobachtungsstudie BRAWO zum Einsatz von Everolimus beim Mammakarzinom ergänzt klinische Studien durch Einsichten aus der Routineversorgung. Erste Interimsanalyse zeigt: Im Vergleich zum BRAWO-Studienstart setzen Ärzte Everolimus inzwischen zunehmend in der Erst- und Zweitlinie ein (1). Weiteres Ergebnis: Klinisch relevant weniger Nebenwirkungen, wenn Everolimus in der Erst- und Zweitlinie statt in späteren Therapielinien verordnet wurde (1).

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In der Routineversorgung des fortgeschrittenen, Hormonrezeptor-positiven (HR+), HER2A/neu-negativen Mammakarzinoms setzt sich zunehmend durch, Everolimus (Afinitor®) plus Exemestan möglichst früh in der Therapieabfolge einzusetzen. Zu diesem Ergebnis kommt die Interimsanalyse der multizentrischen Beobachtungsstudie BRAWOB (n=866), die jetzt auf dem Annual Meeting der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2014 vorgestellt wurde (1). Vergleicht man die ersten 200 eingeschlossenen Patientinnen mit den zuletzt erfassten 200, stieg der Anteil derer, die mit Everolimus plus Exemestan in der Erst- und Zweitlinie behandelt wurden, von anfangs 53,5 auf zuletzt 70%. Diesem Verordnungsverhalten - Einsatz von Everolimus plus Exemestan in der Erst- und Zweitlinientherapie - sprechen die AGOC-Leitlinien seit 2013 und erneut in 2014 den höchsten Empfehlungsgrad aus (2). Betrachtet man alle bisher beobachteten Patientinnen (n=866), erhielten insgesamt mehr als die Hälfte der BRAWO-Studienteilnehmerinnen Everolimus plus Exemestan als Erst- bzw. Zweittherapie (28,8% Erstlinie; 30,3% Zweitlinie). Der frühestmögliche Einsatz von Everolimus wirkt sich laut der Interimsdaten auch unter Verträglichkeitsaspekten aus: So traten klinisch relevant weniger Nebenwirkungen auf, wenn die Verordnung in der Erst- oder Zweitlinie (68,7%) erfolgte, verglichen mit einem Einsatz in späteren Therapielinien (81,4%) (siehe Abb.). Die Daten bestätigten zudem das aus den klinischen Studien bekannte, gut etablierte Verträglichkeitsprofil. Bisher unbekannte Nebenwirkungen traten nicht auf (1).
 

Abb.: BRAWO-Interimsanalyse: Die Inzidenz von Nebenwirkungen ist bei Erst- und Zweitlinientherapie von Everolimus plus Exemestan im Vergleich zum Einsatz in späteren Linien signifikant reduziert (n=866) (1).


Zu frühem Einsatz von Everolimus in der Erst- und Zweitlinientherapie rät die AGO auf Basis der guten Ergebnisse der Phase-III-Studie BOLEROD-2: Die finale 18-Monatsanalyse hatte ein medianes progressionsfreies Überleben (PFS) von 11,0 Monaten für Everolimus plus Exemestan vs. 4,1 Monaten in der Vergleichsgruppe mit Placebo plus Exemestan ergeben (HRE=0,38; 95%-KIF: 0,31-0,48; p<0,0001, zentrale Auswertung) (3).

Ein besonders gutes Ergebnis mit einem medianen PFS von 15,2 Monaten erzielten die Erstlinienpatientinnen (vs. 4,2 Monaten unter Placebo plus Exemestan; HR=0,32; 95%-KI: 0,18-0,57; retrospektive Subgruppenanalyse BOLERO-2) (4).


BRAWO: Aktives Therapiemanagement entscheidend für den Behandlungsverlauf

In der BOLERO-2-Studie zeigte sich Stomatitis als häufigste Nebenwirkung: alle Schweregrade bei 59% der Patienten, bei 30% mit einem Grad ≥ 2 (3). Daher gilt der Stomatitis auch in BRAWO ein besonderes Augenmerk.

Laut Interimsanalyse litt mit 34,1% der Studienteilnehmerinnen (1) eine kleinere Patientenzahl als in BOLERO-2 daran. Auch ein Grad ≥ 2 wurde mit 15,6% (1) seltener beobachtet. Zudem zeigen die Daten einen Trend zu weniger bzw. milderer Stomatitis bei Gabe von Everolimus in der Erst- oder Zweitlinie (1).

Entsprechend der zunehmenden Erfahrung beim Einsatz von Everolimus plus Exemestan betrieben fast alle BRAWO-Studienärzte eine aktive Prophylaxe der Stomatitis: 87,2% gaben den Studienteilnehmerinnen Empfehlungen zur Prävention. Die häufigsten Tipps waren sanfte Zahnpflege (75,4%), Vermeidung stark gewürzter Speisen (72,2%), Spülungen mit Tee (61,3%), kühlende Maßnahmen (56,6%) sowie das Vermeiden peroxid- oder alkoholhaltiger Mundwasser (46,8%). Dem steht andererseits gegenüber, dass 12,8% der Ärzte noch keine prophylaktischen Maßnahmen gegen Stomatitis ergreifen. Eine manifeste Stomatitis wurde bei den BRAWO-Patientinnen meist mittels nicht-medikamentöser Mundspülung, Kühlung oder medikamentös (topikal oder systemisch) therapiert. Hinsichtlich des zeitlichen Auftretens von Stomatitis unter der Everolimus-Therapie untermauern die Interimsdaten Ergebnisse aus BOLERO-2: Hier hatte die Inzidenz sechs Wochen nach Therapiestart ein Plateau erreicht (5) - dazu passend veränderte sich die Intensität der Stomatitis in BRAWO zwischen Monat eins und drei kaum (1).

BOLERO-2: Frühzeitiger und langanhaltender Therapienutzen sehr häufig

BRAWO dokumentiert derzeit die Erfahrungen beim Everolimus-Einsatz im Praxisalltag. Den breiten Nutzen einer Therapie mit Everolimus hat BOLERO-2 gezeigt: Hier erzielte jede zweite Patientin (51,3%) unter der Kombination mit Exemestan einen frühzeitigen und langanhaltenden Therapienutzen (vs. 26,4% unter Placebo plus Exemestan, p<0,0001), mehr als zwei Drittel der Patientinnen zeigten unter Therapie mit Everolimus plus Exemestan einen Rückgang in der Tumorlast (6). Der in BOLERO-2 dokumentierte, signifikante PFS-Vorteil bestätigte sich zudem in allen vordefinierten Subgruppen - unabhängig vom Alter, dem Vorhandensein viszeraler Metastasen oder Knochenmetastasen, der Vortherapie und dem ECOGG-Performance-Status (3).

BRAWO-Interimsanalyse liefert Erkenntnisse aus dem Praxisalltag

Nachdem BOLERO-2 die hohe Wirksamkeit von Everolimus plus Exemestan unter den Bedingungen einer Phase-III-Studie bewiesen hat, liefert BRAWO nun Erkenntnisse aus dem breiten, praktischen Einsatz von Everolimus - geplant ist der Einschluss von 3.000 Patientinnen. Die nicht-interventionelle Studie ermöglicht es, Daten aus der routinemäßigen Anwendung von Everolimus zu erheben: Denn der Einschluss erfolgt ausschließlich auf Basis des Zulassungstextes. So wird im Vergleich zu BOLERO-2 ein deutlich erweitertes Patientenkollektiv dokumentiert. Die Patientinnen in BRAWO sind zudem im Median vier Jahre älter als in BOLERO-2 (1,3) und haben einen schlechteren Leistungsstatus: Nur 46.8% weisen einen ECOG-Grad 0 auf 1, verglichen mit 60% in der BOLERO-2-Kohorte (3). Als Hauptgrund für den Wechsel zu Everolimus plus Exemestan verzeichnet die aktuelle Interimsanalyse eine Tumorprogression unter der vorigen Therapie (91,1%). Eine zweite Interimsanalyse wird für das laufende Jahr erwartet. Die Studienrekrutierung soll bis Ende 2015, die finale Dokumentation bis Ende 2016 abgeschlossen sein.

A: HER2: Human Epidermal growth factor Receptor 2.
B: BRAWO: BReast cancer treatment with Afinitor (everolimus) and exemestane for ER+ WOmen.
C: AGO: Arbeitsgemeinschaft für Gynäkologische Onkologie.
D: BOLERO: Breast cancer trials of OraL EveROlimus.
E: HR: Hazard Ratio.
F: KI: Konfidenzintervall
G: ECOG: Eastern Cooperative Oncology Group.

Literaturhinweise:
(1) Lueftner D et al.: Breast cancer treatment with everolimus and exemestane for ER+ women: Results of the first interim analysis of the noninterventional trial BRAWO. ASCO 2014; Poster #578.
(2) Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie e.V. (AGO): Guidelines Breast Version 2014.1D.
(3) Yardley DA et al.: Everolimus plus exemestane in postmenopausal patients with HR+ breast cancer:
BOLERO-2 final progression-free survival analysis. Adv Ther 2013; 30:870-884.
(4) Beck JT, Hortobagyi GN, Campone M, et al.: Everolimus plus exemestane as first-line therapy in HR+, HER2− advanced breast cancer in BOLERO-2. Breast Cancer Res Treat 2014; 143:459-467.
(5) Rugo HS, Pritchard HI, Gnant M, et al.: Incidence and time course of everolimus-related adverse events in postmenopausal women with hormone receptor-positive advanced breast cancer: insights from BOLERO-2.
Ann Oncol 2014 doi: 10.1093/annonc/mdu009. First published online: March 10, 2014.
(6) Burris H et al.: Characterization of response to everolimus in BOLERO-2: A phase III trial of everolimus plus exemestane in postmenopausal women with HR+, HER2- advanced breast cancer. SABCS 2013, Poster #P2-16-17.

Quelle: Novartis
 
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