Mittwoch, 21. April 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Imfinzi NSCLC
Imfinzi NSCLC
JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
09. Juli 2006

Letrozol in der adjuvanten Therapie des Mammakarzinoms: Hochrisikopatientinnen profitieren besonders

Eine Basis für die zukünftige Hormontherapie bei Brustkrebs hat nach Worten von Prof. Fritz Jänicke, Hamburg, die BIG 1-98-Studie geschaffen. Die Vergleichsstudie zeigte einen Vorteil von Letrozol gegenüber Tamoxifen insbesondere für Frauen mit einem erhöhten Rückfallrisiko. Diese Ergebnisse führten im März 2006 zur Zulassung des Aromatasehemmers für die adjuvante Therapie postmenopausaler Frauen mit Hormonrezeptor-positivem primärem Brustkrebs.
Die BIG 1-98-Studie untersuchte Letrozol (Femara®) und Tamoxifen im direkten Vergleich als auch in der Sequenz. Im Vergleich zu Tamoxifen kam es nach einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 25,8 Monaten zu einer signifikanten Reduktion des Rezidivrisikos. Es traten 3,4% (absolut) weniger Rezidive unter Letrozol auf, damit wurde das krankheitsfreie Überleben im Vergleich zu Tamoxifen um 19% verbessert (p=0,003). Das Auftreten von Fernmetastasen sank ebenfalls unter Letrozol im Vergleich zu Tamoxifen (4,4% vs. 5,8%; p=0,0012).
Das Rezidivrisiko wurde in allen Subgruppen signifikant gesenkt, bemerkte Jänicke. Dies galt insbesondere für nodalpositive Frauen und Frauen, die bereits mit einer Chemotherapie behandelt wurden. Dies steht im Gegensatz zu den Ergebnissen der ATAC-Studie, in der bei nodalpositiven und mit Chemotherapie vorbehandelten Frauen kein signifikanter Vorteil von Anastrozol im Vergleich zu Tamoxifen nachgewiesen werden konnte. Auch zeigte sich in der ATAC-Studie kein positiver Effekt auf die Fernmetastasierungsrate, fügte Jänicke hinzu.
An unerwünschten Wirkungen waren in der BIG 1-98-Studie häufiger Gelenkschmerzen unter Letrozol aufgetreten. Häufiger wurde auch eine Hypercholesterinämie beobachtet, die unter Östrogenentzug entsteht. Tamoxifen ist hingegen in der Lage, Cholesterin zu senken. Wahrscheinlich, so Jänicke, sind die Unterschiede in den kardiovaskulären Ereignisse (Letrozol 13 vs. Tamoxifen 6) auf solche Phänome zurückzuführen.
Dr. Andreas Kopp, Hamburg, der aus dem Blickwinkel des niedergelassenen Gynäkologen die endokrine Therapie bewertete, kam zu der Schlussfolgerung: „Da die BIG 1-98-Studie Vorteile für Chemotherapie vorbehandelte und nodalpositive Patientinnen gezeigt hat und kein großer Unterschied beim Hormonrezeptorstatus bestand (ER+PR+ oder ER+PR-), würden wir uns bei Patientinnen mit einem hohen Risiko für Letrozol entscheiden.“

Presse-Roundtable: Kraftvoll von Anfang an: Letrozol Upfront beim Mammakarzinom. München, 27.4.06. Veranstalter: Novartis Oncology

as

Quelle:


Anzeige:
Ibrance
Ibrance
 
Das könnte Sie auch interessieren
Krebstherapie-Nebenwirkungen wirksam bekämpfen, Patienten unterstützen – Bundesweit gültige Leitlinie verabschiedet
Krebstherapie-Nebenwirkungen+wirksam+bek%C3%A4mpfen%2C+Patienten+unterst%C3%BCtzen+%E2%80%93+Bundesweit+g%C3%BCltige+Leitlinie+verabschiedet
© vitanovski / Fotolia.com

Etwa eine halbe Millionen Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland an Krebs. Für viele ist die Behandlung mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden, die die Lebensqualität der Patienten deutlich beeinträchtigen. Doch längst gibt es wirksame Therapien, um Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen besser in den Griff zu bekommen. Die so genannten unterstützenden oder Supportiven Therapien haben in den...

Wacken & DKMS: Gemeinsam gegen Blutkrebs
Wacken+%26+DKMS%3A+Gemeinsam+gegen+Blutkrebs
© DKMS gemeinnützige GmbH

Die DKMS ist zum vierten Mal mit einer Registrierungsaktion Teil des Wacken Open Air Festivals (W:O:A). Vom 3. bis zum 5. August 2017 können sich Besucher nicht nur über die lebensrettende Arbeit der internationalen gemeinnützigen Organisation informieren sondern sich auch als potenzielle Spender aufnehmen lassen. Parallel sind die Unterstützerinnen der Initiative „Wacken hilft“ mit viel Herzblut im Einsatz und verkaufen im Ort selbst...

Brustkrebs: Was Frauen über die Früherkennung wissen sollten – und welche Risikofaktoren existieren
Brustkrebs%3A+Was+Frauen+%C3%BCber+die+Fr%C3%BCherkennung+wissen+sollten+%E2%80%93+und+welche+Risikofaktoren+existieren
© serhiibobyk / Fotolia.com

Etwa jede achte Frau erkrankt hierzulande an Brustkrebs. Insgesamt betrifft dies 72.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Obwohl Brustkrebs in erster Linie eine Erkrankung der Frau nach den Wechseljahren ist, können auch deutlich jüngere Frauen erkranken. Aber – für welche Frau macht welche Untersuchung in welchem Alter Sinn? Das Mammographie-Screening-Programm gilt für Frauen von 50 bis 69 Jahren. Was insbesondere Frauen...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Letrozol in der adjuvanten Therapie des Mammakarzinoms: Hochrisikopatientinnen profitieren besonders"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.