Dienstag, 18. Mai 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Darzalex
Darzalex
 
JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
27. Juni 2004

Ein Ende der Beliebigkeit: Zertifizierte Brustzentren

Im Gegensatz zu anderen westlichen Ländern ist ein Rückgang der Brustkrebssterblichkeit in Deutschland nicht zu erkennen – heilbare Frühformen werden deutlich weniger häufig entdeckt als zum Beispiel in den USA. Eine Verbesserung der Situation verspricht man sich von der Zertifizierung von Brustzentren und der Implementierung evidenzbasierter Leitlinien.
Anzeige:
Tukysa
Tukysa
 
Mit der Zertifizierung von Brustzentren nach DKG und DGS ist laut PD Christian Jackisch, Marburg, „ein Ende der Beliebigkeit erreicht“. Der Begriff „Brustzentrum“ ist nicht geschützt und nur ein zertifiziertes Brustzentrum würde eine auf hohem Niveau durchgeführte Brustkrebsbehandlung garantieren. Inzwischen sind in Deutschland 19 Brustzentren zertifiziert. Um das Zertifikat zu erhalten, muss ein sich bewerbendes Klinikum mindestens 400 ambulante Therapiezyklen Chemotherapie durchgeführt haben, bei stationärer Durchführung 800 Zyklen. Außerdem sollten die behandelnden internistischen Onkologen nachweisen können, dass sie insgesamt bereits 2000 Therapiezyklen Chemotherapie betreut haben. Jeder beteiligte Operateur sollte danach 50 Brustkrebsoperationen pro Jahr selbst durchführen. Ein Brustzentrum sollte 150 zu operierende Mammakarzinome pro Jahr nachweisen können (siehe: www.senologie.org).
Ziel von Leitlinien ist es, einen Behandlungskorridor vorzugeben. „Wir wollen keine Einengung der Therapiefreiheit, sondern eine individualisierte Therapie mit genügend wissenschaftlicher Absicherung erreichen“, betonte PD Gunter von Minckwitz, Frankfurt. Die neue Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Mammakarzinomen der Organkommission Mamma der AGO (Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie), die von Minckwitz in Gravenbruch vorstellte, wurde in Zusammenarbeit mit der ARO erstellt und beinhalten die aktuellen deutschen Behandlungsempfehlungen. Erweitert wurden in der 3. Überarbeitung die Themen um die Bereiche Pathologie, hereditäres Mammakarzinom sowie lang- und kurzfristige Nebenwirkungen. Um die praktische Anwendung zu erleichtern, wurde für jede Behandlungsmaßnahme ein Empfehlungsgrad vergeben. Dieser AGO-Empfehlungsgrad stellt eine Expertenbeurteilung dar, der eine Risiko-Nutzen-Analyse zugrunde liegt. Die Leitlinie ist im Internet veröffentlicht (www.ago-online.org).
In der Leitlinie zu Früherkennung des Mammakarzinoms, über die Prof. Rolf Kreienberg, Ulm, berichtete, wurden neben den deutschen Behandlungsempfehlungen auch international anerkannte Leitlinien berücksichtigt. Inzwischen wurde das Delphi-Verfahren abgeschlossen und somit sind die internationalen Kriterien für eine S-3-Leitline erfüllt.

as

Quelle: Pressekonferenz: Verbesserte Brustkrebstherapie, Neu-Isenburg, 7. Mai 2004.


Anzeige:
Digital Gesamt 2021
Digital Gesamt 2021
 
Das könnte Sie auch interessieren
Das Klinikum Herford unterstützt Krebs-Patienten und Patientinnen mit digitalem Therapie-Assistenten
Das+Klinikum+Herford+unterst%C3%BCtzt+Krebs-Patienten+und+Patientinnen+mit+digitalem+Therapie-Assistenten+
© adam121 / Fotolia.de

Das Klinikum Herford bietet seinen gynäkologischen Krebs-Patientinnen ab sofort einen digitalen Therapiebegleiter an, der sie im Umgang mit der Erkrankung unterstützt. Die Smartphone-App MIKA begleitet Betroffene durch die Behandlung und hilft ihnen unter anderem mit Gesundheitsmonitoring und psychosozialem Coaching. Mit dem neuen digitalen Assistenten geht das Klinikum Herford einen weiteren Schritt, um Erkrankte zu mehr...

Wegweiser „Leben mit Krebs in Hessen“ hilft Betroffenen
Wegweiser+%E2%80%9ELeben+mit+Krebs+in+Hessen%E2%80%9C+hilft+Betroffenen
© Fotolia / fotomek

In Deutschland leiden aktuell 1,4 Millionen Menschen an Krebs und die Zahl der Neuerkrankungen steigt. In Hessen treten jährlich mehr als 35.000 neue Krebserkrankungen auf. Ermutigend ist, dass nach neuesten Studien die Rate der Langzeitüberlebenden ansteigt. Manche Krebsarten sind heute heilbar, andere können als chronische Erkrankung eingestuft werden. Auch die Chancen, mit einer fortgeschrittenen Krebserkrankung länger...

Helfen und sich helfen lassen - neues Informationsblatt vom Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsfoschungszentrums
Helfen+und+sich+helfen+lassen+-+neues+Informationsblatt+vom+Krebsinformationsdienst+des+Deutschen+Krebsfoschungszentrums
Alexander Raths / Fotolia.com

Die Diagnose Krebs ist für die meisten Menschen ein Schock. Das gilt auch für Partner, Familienangehörige und Freunde von Krebspatienten. Neben der Sorge und dem Impuls, den anderen zu unterstützen, fühlen sich viele in dieser Situation zunächst unsicher und überfordert. Die Angst, im Miteinander etwas falsch zu machen, ist groß. Zur Unterstützung von Angehörigen und Freunden hat der...

Brustkrebs: Informationen helfen gegen Ängste
Brustkrebs%3A+Informationen+helfen+gegen+%C3%84ngste
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Aktuelle Studien belegen: Patientinnen mit der Diagnose Brustkrebs profitieren von  guter Gesundheitsinformation und Aufklärung. Ängste und Sorgen nehmen ab, die Lebensqualität steigt. Der Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) informiert Betroffene und Angehörige seit 30 Jahren rund um das Thema Krebs. Bei 50 Prozent aller Anfragen zu Tumorlokalisationen steht das Thema Brustkrebs...

Primäre Studienendpunkte: Gesamtüberleben oder progressionsfreies Überleben - gibt es einen Goldstandard?

Anerkanntes Ziel einer Therapie von Krebspatienten ist die Verbesserung des Überlebens und der Lebensqualität. Historisch gesehen gilt die Gesamtüberlebenszeit (OS = overall survival) als der wichtigste primäre klinische Endpunkt einer Studie. Doch das Gesamtüberleben als primärer Studienendpunkt unterliegt nicht zuletzt aufgrund der Fortschritte, die in letzten Jahren in der Krebstherapie erzielt wurden,...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Ein Ende der Beliebigkeit: Zertifizierte Brustzentren"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.