Sonntag, 21. April 2019
Navigation öffnen

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

06. August 2014 Kasuistik 2: Lokales ipsilaterales Rezidiv eines großen, primär-operativ behandelten Mammakarzinoms

Bei der 43-jährigen Patientin wurde 2007 ein großes Mammakarzinom links diagnostiziert und mit einer Segmentresektion und LNE versorgt. Im Februar 2013 wurde sie wegen eines Rezidivs behandelt (Kasuistik vorgestellt von Dr. Matthias Geberth, Praxisklinik am Rosengarten, Mannheim).

Anzeige:
Fachinformation

Diagnose:
Die 1964 geborene Patientin wurde 2007 im Alter von 43 Jahren mit einem sehr großen, HER2+ Mammakarzinom links vorstellig (cT3, Nx, M0), ER12, PR9, HER2-negativ, negative Familienanamnese.

Therapie und Verlauf:
Es wurde eine Segmentresektion mit axillärer Lymphonodektomie durchgeführt: pT2, pN0 (0/12), G2, ER12/PR9, HER2-, Ki-67 nicht bestimmt.

Die Histologie zeigte ausgedehnte Infiltrationen und ein mäßig differenziertes, invasives Mammakarzinom unter dem Bild eines invasiv-duktalen Mammakarzinoms. Die Staginguntersuchung war unauffällig.

2007/2008: Die Patientin lehnte jeden weiteren Therapievorschlag rigoros ab und nahm auch keine Nachsorgetermine mehr wahr.

02/2013: Mit einem Tastbefund wurde die Patientin erneut vorstellig, nun mit einem 4 cm großen ipsilateralen Rezidiv (cT2, cN+, ER8, PR3, HER2-, Ki-67 15%, L0; V0; R0; M0).

Die Patientin lehnte eine Ablatio ab, MRT von Lunge, Leber sowie Knochenszintigraphie waren ohne Befund.

05/2013-08/2013: Die Patientin verweigerte Cortison-Gaben, daher wurde eine primäre systemische Therapie statt mit EC/Paclitaxel (mit Co-Medikation Cortison) mit EC und nab-Paclitaxel durchgeführt: 4x Epirubicin 90 mg/m2 und Cyclophosphamid 600 mg/m2, 4x nab-Paclitaxel wöchentliches Schema mit 150 mg/m2.

Nach Auftreten von Neurotoxizität vom Grad 2 unter nab-Paclitaxel nach der 4. Gabe Dosisreduktion auf 125 mg/m2.
 
Wegen abfallender Leukozyten < 2,5 in Zyklus 1 und 4 wurde als Supportivmedikation G-CSF verabreicht, ansonsten gute Verträglichkeit und gutes Ansprechen.

Das MRT zeigte nach Chemotherapie keine Residuen der vormals vier großen Tumorformationen und somit eine Komplettremission.

Die Patientin wurde brusterhaltend operiert, ein axilläres Sampling lehnte sie ab. Der Resttumor (ER12, PR0, HER2neu 1+) wurde bestrahlt und parallel mit 20 mg Tamoxifen behandelt. Die Patientin ist nun, mit 48 Jahren, postmenopausal.

Bei dieser Patientin würde man heute bei der Erstdiagnose eine Genexpressionsanalyse durchführen, sagte Geberth. In diesem Fall hätte man mit großer Wahrscheinlichkeit einen Low-Risk-Risiko-Score erhalten, da die Patientin 6 Jahre lang kein Rezidiv hatte, es sich also vermutlich um einen Luminal A-Tumor handelte. Eine Chemotherapie war daher auch aus heutiger Sicht nicht notwendig, doch sollte man diese Patientin wegen des hohen Lokalrezidiv-Risikos nach der OP noch einer Bestrahlung unterziehen - die Patientin hatte dies jedoch abgelehnt.

EC/nab-Paclitaxel ist kein zulassungskonformes Regime, doch die Patientin lehnte auch Cortison-Gaben ab. nab-Paclitaxel muss im Gegensatz zu Paclitaxel nicht mit Cortison gegeben werden.


Das könnte Sie auch interessieren

Krebs und Sexualität - ein doppeltes Tabu

Krebs und Sexualität - ein doppeltes Tabu
© Expensive / fotolia.com

Eine Krebserkrankung hinterlässt Spuren, körperliche und seelische. Für Patientinnen ist es manchmal schwer, über ihre Empfindungen und Ängste zu sprechen. Umso belastender kann es sein, die mit der Krankheit häufig einhergehende Beeinträchtigung der Sexualität in Worte zu fassen. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums bietet Unterstützung an – auch bei Fragen, die viele als heikel empfinden.

DEGUM-Experten fordern Ultraschall der Eierstöcke als Kassenleistung

DEGUM-Experten fordern Ultraschall der Eierstöcke als Kassenleistung
© CLIPAREA.com / fotolia.com

Um harmlose Eierstockzysten von bösartigem Eierstockkrebs zu unterscheiden, verwenden Ärzte das Ultraschallverfahren. Zysten und Krebsgeschwülste bilden im sonografischen Bild bestimmte Muster, die ein erfahrener Fachmann unterscheiden kann. Für ein hohes Qualitätsniveau der Untersuchung setzt sich die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) ein. Sie fordert, dass der Ultraschall der Eierstöcke eine Kassenleistung wird – auch...

Forschung für besseren Schutz vor Gebärmutterhalskrebs

Forschung für besseren Schutz vor Gebärmutterhalskrebs
© Petry

Humane Papillomviren, kurz HPV, sind die häufigsten sexuell übertragenen Viren der Welt. Einige Virentypen können Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) und andere Krebsarten verursachen. Wissenschaftler kooperieren jetzt in einer neuen Studie, um ein HPV-Typ-spezifisches Modell für den Krankheitsverlauf von HPV-Infektionen zu entwickeln. Dazu werden klinische Daten aus großen populationsbasierten Studien der Frauenklinik Wolfsburg in Zusammenarbeit mit einer...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Kasuistik 2: Lokales ipsilaterales Rezidiv eines großen, primär-operativ behandelten Mammakarzinoms"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.