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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

16. Dezember 2006 Antihormontherapie des Mammakarzinoms: Umfassende Studie nimmt Therapietreue unter die Lupe

In der Rezidivprophylaxe des Mammakarzinoms hat sich die adjuvante Antihormontherapie voll etabliert. Weil Aromatasehemmer gut wirksam und verträglich sind, sollen sie laut nationalen wie internationalen Leitlinien von Anfang an als neuer Standard in der Adjuvans eingesetzt werden.
Frauen mit hormonabhängigem Mammakarzinom werden in aller Regel einer fünfjährigen Antihormonbehandlung mit Tamoxifen (Nolvadex®) unterzogen, weil sich damit Rezidivrate und Mortalität deutlich eindämmen lassen. Doch auch in der Medizin ist das Bessere der Feind des Guten, und so blieb es nicht aus, dass der Standard Tamoxifen allmählich von Aromatasehemmern wie Anastrozol (Arimidex®) von seinem festen Platz verdrängt wird.
Den Startschuss dazu gab vor vier Jahren die ATAC-Studie (Arimidex Tamoxifen Alone or in Combination). In dieser bahnbrechenden Studie wurde erstmals bewiesen, dass Anastrozol in der adjuvanten Therapie die Rezidivrate gegenüber Tamoxifen signifikant weiter senkt, sagte Professor Christian Jackisch, Offenbach. Der substanzielle Vorteil des Aromatasehemmers liegt darin, dass er die Rezidive dann am deutlichsten unterbindet, wenn sie am häufigsten auftreten, nämlich in den ersten zwei bis drei postoperativen Jahren.
Den Erfolg sichert aber nur die Therapietreue. Wie es damit steht, überprüfte man in einer Studie in Marburg. Zwar gaben alle Patientinnen an, jede Tablette eingenommen zu haben, doch die durch Rezeptkontrolle ermittelte Compliance erreichte nur 66 bis 80%. Diese Diskrepanz lässt vermuten, dass nur noch zwei von drei Frauen, die eine Therapie mit Tamoxifen oder einem Aromatasehemmer begonnen haben, nach drei Monaten das Folgerezept einlösen, konstatierte Professor Peyman Hadji, Marburg.
Das Problem soll jetzt streng wissenschaftlich mit dem PACT-Programm (Patient’s Anastrozol Compliance to Therapy) untersucht werden. Initiiert wurde es von sechs Experten für Mammakarzinom mit AstraZeneca. Beteiligt sind rund 60 führende Brustzentren mit mehr als 400 niedergelassenen Gynäkologen/Onkologen. Sie sollen 4674 postmenopausale Frauen rekrutieren, deren Mammakarzinom im Frühstadium erfolgreich operiert wurde, und bei denen als Nachsorge eine adjuvante Antihormontherapie geplant ist.

Pressekonferenz „PACT gegen den Brustkrebs: Programm zur Erhöhung der Therapietreue startet“, Berlin, 21. September 2006; Veranstalter: AstraZeneca

kbf

Quelle:


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