Donnerstag, 14. Dezember 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren
Zentren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
18. Oktober 2013

DGU 2013 - Nierenzellkarzinom

mRCC-Therapien vergleichbar - Toxizitäts- und Lebensqualitätsparameter bestimmen die Therapieentscheidung

In der medikamentösen Therapie des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms (mRCC) scheint momentan ein Plateau erreicht. "Alle für diese Indikation zugelassenen Substanzen sind in dem Punkt vergleichbar, dass sie ein progressionsfreies Überleben (PFS) von 10-11 Monaten ermöglichen", sagte Prof. Markus Kuczyk, Hannover. "Der Arzt muss sich gemeinsam mit dem Patienten in Erst- und Zweitlinie v.a. an Toxizitätsprofilen und Lebensqualitätsparametern orientieren."

Einsatz-Einschränkungen in den Leitlinien sind in erster Linie durch die Studienlage bedingt, sodass Sorafenib erst in der 2. Linie eingesetzt wird (die Ergebnisse der Switch-Studie mit der Sequenz Sorafenib-Sunitinib stehen noch aus) sowie Temsirolimus nur bei Poor-Risk-Patienten zum Einsatz kommt. Everolimus hat sich in der dritten Linie als ebenso effektiv gezeigt wie in der zweiten Linie, darf aber (aufgrund der Unterlegenheit gegenüber Sunitinib in der RECORD-3-Studie) nicht in der Erstlinie eingesetzt werden. Axitinib ist nach den Ergebnissen der AXIS-Studie in der Zweitlinie eine neue Option. Pazopanib wird wegen der in COMPARZ gezeigten gleichwertigen Wirksamkeit wie Sunitinib für die Erstlinienbehandlung empfohlen.

Da laut Marschner-Register nur 50% der Patienten eine Zweitlinientherapie machen, sagte Prof. Marc-Oliver Grimm, Jena, spiele die Überlegung, welches Medikament in der Zweitlinie komme, bei der Therapieplanung der Erstlinie keine Rolle.

Hypertonie tritt als Klasseneffekt bei allen TKI auf, meist ist diese Nebenwirkung medikamentös beherrschbar. Ist die Hypertonie trotz antihypertensiver Therapie nicht in den Griff zu kriegen, kann auch eine Dosisverringerung versucht werden, sagte Prof. Margitta Retz, München. Ein weiterhin berufstätiger Patient müsse dringlicher ein Hand-Fuß-Syndrom vermeiden als z.B. ein zu Hause betreuter Patient. Und Fatigue sei eine für manche Patienten unerträgliche Begleiterschei-nung, während andere weniger darunter litten. Die orale Tablette werde einer intravenösen Therapie in der Regel vorgezogen, geplante Therapiepausen (wie sie unter Sunitinib nach 14 Tagen möglich sind) können gegenüber einer durchgängig gegebenen Therapie (wie Pazopanib) für manche Patienten Vorteile haben, während andere Patienten sich nach Pausen erst wieder zu einem erneuten Therapiebeginn "aufraffen" müssten, sagte Retz. Weil all diese Faktoren die Lebensqualität des Patienten beeinflussen, müsse der Patient über mögliche Nebenwirkungen ausführlich aufgeklärt werden, so Retz. Ärzte müssten intensiv den Beipackzettel studieren und den Patienten instruieren. Dazu gehöre auch, darauf hinzuweisen, dass z. B. die Einnahme von H2-Blockern die Bioverfügbarkeit von Pazopanib herabsetzen könnte, dass bestimmte Kalziumantagonisten wie Verapamil die Wirkung der TKI verstärken können und Hypophosphatämien engmaschig kontrolliert werden müssen.

Auch die Druckvermeidung zur Hand-Fuß-Syndrom-Prophylaxe und der Umgang mit Antihypertensiva (z.B. in TKI-Therapiepausen auch die Blutdruckmedikation zu reduzieren) sollen dem Patienten genau erklärt werden.

Die COMPARZ-Studie (1) ist der erste Head-to-Head-Vergleich zwischen Sunitinib und Pazopanib. Die Ergebnisse bezüglich PFS und Gesamtüberleben (OS) sind vergleichbar, unterschiedlich die Nebenwirkungen: während unter Pazopanib häufig Leberwerterhöhungen und eine Weißfärbung der Haare auftreten können, kommt es unter Sunitinib zu Blutbildveränderungen, Kreatininanstieg, Mukositis, Fatigue und Hand-Fuß-Syndrom.

"Mit dem Wirkmechanismus der TKI wird man vermutlich keine effektiveren und nebenswirkungsärmeren Therapien mehr erreichen können", meinte Grimm, "hier zeigt sich ein gewisses Plateau. Aber natürlich geht die Forschung weiter, Stichworte sind hier Hippel-Lindau-Gen-Alterationen, MET-Mutation (prognostischer Faktor für Foretinib; Cabozantinib) sowie die Inhibition der katalytischen Einheit aus mTORC1 und mTORC2 mittels mTOR-siRNAs, die Ansatzpunkte neuer Therapien werden könnten", schloss er.

ab

"Moderne Behandlung des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms", Satellitensymposium,Dresden 26.9.2013; Veranstalter: GSK

Literaturhinweis:

(1) Motzer et al. NEJM 369:722 (2013).

Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
STICHWÖRTER:
Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
CUP
NET
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs
 
ASH 2017