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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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29. Dezember 2012

Neues und Bewährtes in der onkologischen Supportivtherapie

Ziel der onkologischen Supportivtherapie sei es, die Rehabilitation und das Überleben der Patienten zu verbessern, so Prof. Petra Feyer, Berlin. Es wurde schon viel erreicht, wie z.B. mit dem mittlerweile bewährten Pegfilgrastim zur Vermeidung febriler Neutropenien oder mit einem wirkungsvollen Arsenal an Medikamenten in der Antiemese. Mittlerweile gibt es auch die Möglichkeit, das Hand-Fuß-Syndrom präventiv zu behandeln. „Eine adäquate Supportivtherapie macht eine gute Tumortherapie erst möglich“, sagte Feyer. Sie gab allerdings zu bedenken, dass die bisherige Umsetzung noch unzureichend ist.

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10 Jahre Pegfilgrastim

Neutrophile Granulozyten sind laut Prof. Hartmut Link, Kaiserslautern, die „Kampfhunde“ des Immunsystems. Ohne sie nimmt die Häufigkeit an Infektionen rasch zu. Tritt zusätzlich Fieber auf, kommt es meist zur febrilen Neutropenie (FN), einer Komplikation, die lebensbedrohlich sein kann. Wie Link erklärte, gibt es einen Risiko-Score für die FN, der die Art und Intensität der Chemotherapie sowie Patientencharakteristika wie Alter und Komorbiditäten berücksichtigt. „Tritt eine febrile Neutropenie auf, reduziert der Arzt normalerweise die Dosis der Chemotherapie oder verlängert die Intervalle zwischen den einzelnen Zyklen, was deren Wirksamkeit negativ beeinflusst“, so Link. Besser sei es aber, eine prophylaktische Stimulation der Granulopoese durchzuführen. Dies gelingt durch die Gabe von Granulozyten-Wachstumsfaktoren (G-CSF). Seit 10 Jahren wird dafür hauptsächlich Pegfilgrastim (Neulasta®) eingesetzt. Der Vorteil von Pegfilgrastim im Vergleich zu nicht-pegyliertem Filgrastim ist, dass es nicht über die Niere ausgeschieden wird und dadurch viel länger im Körper bleibt. Daher muss es nur 1x pro Zyklus gegeben werden anstatt täglich. Im direkten Vergleich von Pegfilgrastim und Filgrastim kam es zu einer Reduktion von FN um 66% (p=0,04) (1). Welche Patienten aber überhaupt eine prophylaktische G-CSF-Gabe benötigen, klärte Link anhand eines Flussdiagrammes (Abb. 1). Die meisten Patienten fallen laut Link in die Gruppe mit intermediärem FN-Risiko (10-20%). Hier müsste dann anhand der patientenbezogenen Risikofaktoren entschieden werden.
 

Abb. 1: Schema für die Behandlungsentscheidung für/gegen eine G-CSF-Prophylaxe.
 

Leitliniengerechte Antiemese

Übelkeit und Erbrechen gehören zu den unangenehmsten physischen Effekten einer Chemotherapie, berichtete PD Dr. Sylvie Lorenzen, München. Als Problem sah sie, dass Ärzte und Krankenschwestern häufig Chemotherapie-induzierte Übelkeit und Erbrechen (CINV) in der verzögerten Phase unterschätzen. „Die beste Strategie gegen Übelkeit und Erbrechen ist die optimale Prophylaxe - basierend auf der Einschätzung des emetogenen Risikos für jeden einzelnen Patienten“, so Lorenzen. Zu den Basis-Antiemetika zählen zum einen die Setrone/5HT3-Rezeptor-Antagonisten (z.B. Palonosetron), zum anderen Neurokinin-1-Rezeptor-Antagonisten (wie Aprepitant) und außerdem Kortikosteroide (v.a. Dexamethason). Besonders hervorgehoben hat Lorenzen die Besonderheiten von Palonosetron (Aloxi®), das anders wirkt als ältere Setrone und ihnen sowohl in Wirksamkeit als auch Verträglichkeit überlegen ist. In den aktuellen Antiemesis-Leitlinien von MASCC/ESMO, ASCO und NCCN wird zur Prophylaxe der akuten CINV bei moderat emetogener Chemotherapie Palonosetron gemeinsam mit Dexamethason empfohlen. Da Palonosetron über einen langen Zeitraum wirkt, genügt eine einmalige Gabe, um auch die verzögerte CINV mit abzudecken. Lorenzen merkte an, dass Palonosetron außerdem ein sehr gutes Sicherheitsprofil aufweist.

Innovatives Therapiekonzept beim Hand-Fuß-Syndrom


Das Hand-Fuß-Syndrom (HFS, synonym: palmar-plantare Erythrodysästhesie, PPE) ist eine häufige Nebenwirkung mancher Chemotherapien. Lange Zeit wusste man nicht, wie es entsteht, doch nun ist es gelungen, die Ursache herauszufinden, wie Prof. Leonard Zastrow, München, erklärte. Teile des Chemotherapeutikums werden über die Schweißdrüsen der Haut ausgeschieden und verteilen sich dort. In der besonders dicken Hornhaut sammeln sich das Chemotherapeutikum und die unter Einwirkung von Sauerstoff entstehenden freien Radikale wie in einem Schwamm an. Diese freien Radikale schädigen die Haut.

Basierend auf diesem Wissen, konnte nun eine therapeutische Salbe (Mapisal®) entwickelt werden, welche die freien Radikale auf der Haut augenblicklich neutralisieren kann, sobald die schädigende Substanz auf die Hautoberfläche austritt. In einer Studie an 20 Patientinnen mit Ovarialkarzinom, die mit lioposomalem pegylierten Doxorubicin (Caelyx®) behandelt wurden, wurde die Salbe getestet (2). Ergebnis war, dass Patientinnen, die sich regelmäßig eincremten, kein HFS entwickelten. Und auch bei Patientinnen, die die Behandlung unterbrochen haben und ein HFS entwickelt haben, verschwand bei vermehrtem Eincremen mit der Salbe das HFS oder konnte zumindest deutlich gemildert werden.

Die Wirkweise der Salbe ist dual: Zum einen bildet sie eine Schutzschicht auf der Haut aus, so dass das Chemotherapeutikum und die freien Radikale nicht eindringen können. Zum anderen bewirkt eine hohe Anzahl an verschiedenen Antioxidantien in der Salbe eine Inaktivierung der freien Radikale. Die Salbe sollte 3x täglich an den Händen und nach jedem Händewaschen sowie mind. 2x täglich an den Füßen reichlich angewendet werden. Man sollte mit der Behandlung 2 Tage vor der Chemotherapie beginnen und bis 10 Tage danach fortführen. „Wichtig ist hier vor allem die Compliance der Patienten“, so Zastrow.

sk

21. Münchener Fachpresse-Workshop „Onkologische Supportivtherapie“, 08.11.2012, München

Literaturhinweise:
(1) Cooper et al. BMC Cancer 2011; 11:404.
(2) Kluschke F, et al. ASCO 2012, 30 (suppl; abstr 5064).

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