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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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31. Juli 2015

"Elektive Neck Dissection als neuer Standard"

Jahrestagung der ASCO 2015

Kommentar von Prof. Dr. Andreas Dietz, Leipzig

Die Studie aus dem Tata Memorial Hospital in Mumbai ist tatsächlich eine der wertvollsten chirurgischen Studien im Kopf-Hals-Bereich seit vielen Jahren. Einerseits spricht es für die ASCO, eine solche Arbeit als Plenary ausgewählt zu haben und damit immer mehr zu einer interdisziplinär gelebten Weltgesellschaft für alle Bereiche der Onkologie heranzuwachsen. Andererseits ist es Anil D´Cruz, der sich durch eine sehr konsequente klinische Prüfung einer hoch bedeutsamen Fragestellung gewidmet hat, mit seinen Ergebnissen gelungen, wahrscheinlich die weltweite klinische Praxis zu verändern.

Kommentar von Prof. Dr. Andreas Dietz, Leipzig
Zum Artikel "ASCO 2015: Elektive Neck Dissection verbessert Überleben bei Mundhöhlenkarzinom im Frühstadium"


Tatsächlich ist die elektive Neck Dissection (END) bei kleineren T1-2 Mundhöhlenkarzinomen mit cN0-Hals-Lymphknotenstatus ein Diskussionspunkt, da vielerorts aus Morbiditätsgründen auf die gleichzeitige Neck Dissection verzichtet wird, um ggf. bei Auftreten eines Halsrezidivs eine Neck Dissection im Follow up durchzuführen („Watch & Wait policy“, therapeutische Neck Dissection).

Definitive Evidenz aus prospektiven kontrollierten Studien zur Beantwortung dieser Frage über Empfehlungen hinaus lagen bislang nicht vor. Auch wenn das Tata Memorial Hospital jährlich ca. 8.000 neue Kopf-Hals-Tumorpatienten sieht (entspricht knapp der Hälfte der geschätzt in Deutschland insgesamt jährlich gesehenen Kopf-Hals-Malignome), dauerte die monozentrische Studie 10 Jahre und randomisierte 596 Patienten in die beiden Vergleichsarme. Bei einem minimalen Follow-up von 9 Monaten blicken wir heute auf die Ergebnisse der Interimsanalyse mit den oben genannten beeindruckenden Unterschieden im Gesamtüberleben und krankheitsfreien Überleben. Interessant ist auch, dass die END ab einer Infiltrationstiefe des Tumors von ≥ 3 mm der „Wait“-Strategie signifikant überlegen war.

Hisham Mehanna, Birmingham, hatte die Aufgabe des Diskutanten und schränkte kritisch ein, dass durch beispielsweise Sentinel-Node-Biopsie, engmaschige Ultraschalluntersuchungen und eine sehr kritische Nachsorge innerhalb der ersten beiden Jahre der Outcome-Unterschied der beiden Strategien deutlich geringer würde, hob aber hervor, dass die Studie ein sehr wichtiges Fenster zur besseren Einschätzung der END beim T1,2 N0 Mundhöhlenkarzinom geöffnet habe.

Aus meiner Sicht ist der Verdienst von Anil D´Cruz gar nicht hoch genug einzuschätzen, da rein chirurgische Fragestellungen sehr schwer in die Studienfinanzierung einzubringen sind und daher viel zu selten durchgeführt werden. Auch wenn in Deutschland die einseitige END (Level I-III) bei kleinen N0-Mundhöhlenkarzinomen (überwiegend Zungenrand, Mundboden) vielerorts durchgeführt wird (Argument: 20-40% okkulte Metastasierung), gibt die Studie klare Hinweise darauf, dass die zusätzliche Morbidität (wenn auch sehr gering) aus onkologischer Sicht sinnvoll und gerechtfertigt ist. Diese Sichtweise fand auch Niederschlag in der S3-Leitlinie zum Mundhöhlenkarzinom mit dem Empfehlungsgrad A und ist daher hierzulande als Standard zu verstehen.

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