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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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31. Juli 2015

Zertifizierte Zentren

Das Zentrum für neuroendokrine Tumore Bad Berka – ENETS Center of Excellence

Patienten mit neuroendokrinen Neoplasien weisen oft heterogene und komplexe Krankheitsbilder auf, bei denen die interdisziplinäre Behandlung Prognose und Lebensqualität verbessert. Als großes nationales und internationales Behandlungszentrum für seltene Tumoren ist das Zentrum für neuroendokrine Tumore an der Zentralklinik Bad Berka GmbH seit 2011 nach den Kriterien der European Society of Neuroendocrine Tumors (ENETS) als europäisches Referenzzentrum zertifiziert. Grundlage der Behandlungsexzellenz sind fortlaufende klinische und präklinische wissenschaftliche Untersuchungen sowie Studien und die enge Zusammenarbeit mit Patientenselbsthilfegruppen im In- und Ausland.

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Struktur des Zentrums

Neuroendokrine Neoplasien sind eine heterogene Gruppe von Tumorerkrankungen, die sehr komplexe Krankheitsbilder aufweisen können. In unserem Zentrum für neuroendokrine Tumore arbeiten Spezialisten verschiedener Disziplinen eng zusammen. Unser Zentrum umfasst die Klinik für Molekulare Radiotherapie und das Zentrum für Molekulare Bildgebung (PET/CT), die Klinik für Innere Medizin, Gastroenterologie und Endokrinologie, die Klinik für Allgemeine Chirurgie/Viszeralchirurgie, das Institut für Interventionelle Radiologie und das angeschlossene pathologische Institut (Pathologische Praxis von Frau Dr. A. Kunze). Weitere Fachrichtungen wie die Klinik für Thorax- und Gefäßchirurgie, die Palliativmedizin, die Abteilung für Onkologie, die Strahlentherapie, das Humangenetische Institut sowie das Transplantationszentrum der Universitätsklinik zu Jena stehen zudem mit uns im engen Kontakt und ergänzen das medizinische Angebot des NET-Zentrums.

Mehr als 800 Patienten mit neuroendokrinen Neoplasien kontaktieren unser Zentrum jährlich, davon mehr als 200 mit neu diagnostizierten Tumorerkrankungen. 10% der Patienten kommen aus dem Ausland. Dazu kommen ca. 500 nationale und internationale Konsile für auswärtige Kliniken und Ärzte pro Jahr. Besprochen werden die Befunde der Patienten in unserer wöchentlich stattfindenden neuroendokrinen Tumorkonferenz und in Fallkonferenzen. Dadurch erhält jeder Patient einen abgestimmten Behandlungsplan. Die Strukturierung und Qualitätssicherung der interdisziplinären Besprechungen war eines der Haupterfordernisse bei der Zertifizierung zum europäischen Referenzzentrum. Weitere Kriterien sind eine strikte Dokumentation der Patientendaten in einer umfangreichen eigenen Datenbank sowie im lokalen Tumorregister und dem deutschen NET-Register. Hierdurch ist es jederzeit möglich, aktuelle Überlebensdaten unserer Patienten abzurufen und zu analysieren.

 

Molekulare Radiotherapie und Bildgebung (THERANOSTIC) als Innovationsfelder des Zentrums

Die molekulare-nuklearmedizinische Therapie stellt einen besonderen Schwerpunkt der Klinik für Molekulare Radiotherapie dar, die eines der weltweit größten Zentren zur peptidvermittelten Radiorezeptortherapie (PRRT) von Patienten mit neuroendokrinen Tumoren ist. Die Patientenbetreuung ist hierbei eng in ein interdisziplinäres Konzept  eingebunden (s.o.).

Nuklearmedizinische Therapien erfolgen auf der patientenfreundlichen Isotopen-Therapiestation, die mit insgesamt 22 Betten die derzeit größte nuklearmedizinische Behandlungseinrichtung in Deutschland ist. Die Klinik für Molekulare Radiotherapie behandelt Patienten aus Deutschland, Europa sowie u.a. aus USA, Indien, China, Singapur, Russland, Südamerika und Australien.

Die Radio-Rezeptortherapie mit Lutetium-177- und Yttrium-90-markierten Somatostatinanaloga kommt u.a. bei neuroendokrinen Tumoren der Bauchspeicheldrüse (Pankreas-NET), des Dünndarms und des gesamten Gastrointestinaltrakts (GEP-NET) sowie der Lunge (typische und atypische Karzinoide) und bei weiteren seltenen Tumoren (u.a. Paragangliome, Phäochromozytome, medulläre Schilddrüsenkarzinome, Neuroblastome) zum Einsatz.

Im Jahr 2014 erfolgten 418 Peptid-Rezeptor-vermittelte PRRTs bei Patienten mit neuroendokrinen Neoplasien. Alle Patienten werden prospektiv in einer eignen Datenbank erfasst, um eine detaillierte Analyse der Behandlungsergebnisse zu ermöglichen.

Zum Spektrum der Radioisotopen-Behandlung gehört auch die intra-arterielle Radioembolisation von Lebertumoren und -metastasen (SIRT), die in enger Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Interventionelle Radiologie erfolgt.

In 2014 führte das Zentrum für molekulare Bildgebung (Leitung F.-C. Robiller) 2.712 PET/CT-Untersuchungen durch, davon 1.193 Somatostatinrezeptor-PET/CTs für Patienten mit neuroendokrinen Neoplasien (NEN). Das Somatostatinrezeptor PET/CT wurde am Zentrum für Molekulare Bildgebung maßgeblich von R.P. Baum entwickelt und gilt als sensitivste und strahlungsärmste Ganzkörper-Untersuchungsmethode für NEN-Patienten. Weitere innovative PET/CT-Untersuchungen (z.B. mit Ga-68 CXCR4, Ga-68-markierten SMS-Antagonisten wie JR11) das CPCR-44-PET/CT und das PSMA-PET/CT werden in intensiver Zusammenarbeit mit der Radiopharmazie im Rahmen des durch Drittmittel finanzierten THERANOSTICS Research Center weiter entwickelt. Momentan entsteht eine neue Radiopharmazie an der Zentralklinik Bad Berka.

 

Endokrine Chirurgie

Die einzige kurative Therapie der NEN stellt die komplette chirurgische Resektion dar. Aber auch in palliativen Situationen kann durch Tumormassenreduktion oder Resektion des Primärtumors oft eine günstige Veränderung der Prognose herbeigeführt werden. Zudem sind oft bei Patienten mit Ernährungsstörungen frühzeitige Bypassoperationen indiziert, um eine adäquate Lebensqualität zu erhalten. In unserer neuroendokrinen Biobank werden Tumor- und Serumproben asserviert und in präklinischen Studien analysiert. Durch konsequentes Sampling besitzt das Zentrum für neuroendokrine Tumore Bad Berka mittlerweile die größte verfügbare Biobank für neuroendokrine Neoplasien in Deutschland, die in einer Vielzahl von nationalen und internationalen Forschungsprojekten eingesetzt werden. Durch eine enge Verzahnung von grundlagenwissenschaftlichen und klinischen Daten gelingt es einerseits, die Ursache neuroendokriner Neoplasien besser zu verstehen, und andererseits an neuen innovativen Behandlungsoptionen mitzuwirken. Innovative Konzepte werden in der chirurgischen Behandlung z.B. in Form einer intra-operativen Gamma-Sonde umgesetzt, mit der es gelingt, kleinste Neoplasien, die in den bisherigen bildgebenden Verfahren verborgen waren, zu detektieren, um dem Ziel der wirklichen R0-Resektion näherzukommen.

Abb. 1: Luftansicht der Zentralklinik Bad Berka mit dem Zentrum für neuroendokrine Tumore (Bildrechte: Zentralklinik).
Abb. 1: Luftansicht der Zentralklinik Bad Berka mit dem Zentrum für neuroendokrine Tumore (Bildrechte: Zentralklinik).


Zusätzlich erlaubt die intraoperative Sonde eine gute Differenzierung zwischen narbig-verändertem und malignem Gewebe, so dass für den Chirurgen eine intraoperative Hilfestellung mit ggf. Beschränkung bzw. Erweiterung des operativen Eingriffes gegeben werden kann. Die Klinik für Allgemeine Chirurgie/Viszeralchirurgie steht im Weiteren in enger Kooperation mit anderen europäischen Zentren (Universitätsklinikum Marburg, Universitätsklinikum Oslo), um eigene operative Therapien und Ergebnisse stetig zu evaluieren.

 

Interventionelle Radiotherapie

Die Mehrzahl der Patienten mit neuroendokrinen Neoplasien sind bei Diagnosestellung bereits im Stadium IV. Oft sind Lebermetastasen die prognostisch führende Tumormanifestation. Das Zentrum für interventionelle Radiologie an der Zentralklinik Bad Berka führt im Jahr circa 350 TACE- und 15 SIRT-Behandlungen durch. Eine lückenlose Überwachung und Registrierung des postinterventionellen Verlaufs erfolgt bei allen Patienten und wird momentan ausgewertet. Auch andere lokal ablative Verfahren wie die Radiofrequenzablation werden regelmäßig durchgeführt. Kombinationen von lokal ablativen Verfahren und systemischen Therapien – wie die Peptid-Rezeptor-vermittelte Radionuklidtherapie – werden bei hoher Tumorlast und ausgeprägten funktionellen Syndromen eingesetzt.
Endoskopie und Endosono-graphie bei neuroendokrinen Neoplasien

Im interdisziplinären Endoskopiezentrum werden circa 7.500 endoskopische Untersuchungen im Jahr durchgeführt. Extensive Expertise liegt vor bei der Diagnose und endoskopischen Therapie von neuroendokrinen Neoplasien der Lunge und des Gastrointestinaltrakts. Vor allem für die Diagnose und Überwachung von neuroendokrinen Tumoren Typ I des Magens, die typischerweise bei der chronisch atrophischen Gastritis auftreten, nehmen die Patienten oft lange Anfahrtswege in Kauf, um eine Übertherapie zu vermeiden.

 

Wissenschaftliche Arbeit als zentrale Aufgabe des Zentrums

Neuroendokrine Neoplasien gelten als eine seltene Tumorerkrankung. Im Gegensatz zu anderen und häufigeren Tumorentitäten liegen nur wenige prospektive vergleichende klinische Studien vor. Ein Ziel unseres NET-Zentrums ist es daher, klinische und präklinische Studien (aktuell 11 der Phasen 1-4) durchzuführen, wofür ein klinisches Studienzentrum mit 4 Vollzeitkräften zur Verfügung steht. Trotz der langen Anfahrtswege für die Patienten gelingt die Rekrutierung in Studien mit innovativem Therapieansatz oder neuen Therapieprinzipien in der Regel recht einfach. Zusätzlich werden 2 monozentrische Beobachtungsstudien durchgeführt.

Präklinische Untersuchungen erfolgen hauptsächlich mit dem Material der Biobank, aber auch separat davon im drittmittelfinanzierten THERANOSTICS RESEARCH NETWORK, das seit 2012 mehr als 800.000 Euro für die Grundlagenforschung an neuroendokrine Neo- plasien für Arbeitsgruppen außerhalb der Zentralklinik  Bad Berka bereitstellen konnte. Die Ergebnisse werden auf internationalen Kongressen präsentiert und in hochrangigen wissenschaftlichen Zeitschriften (peer-reviewed) erfolgreich publiziert. Im Vordergrund der wissenschaftlichen Arbeit steht die enge Translation von Grundlagenforschung in klinische Studien.

 

Fortbildung für Ärzte und Patienten

Unser Zentrum arbeitet eng mit Patienten-Selbsthilfegruppen und Zuweisern zusammen. Eine lokale Selbsthilfegruppe in Thüringen wird ärztlich von der Zentralklinik Bad Berka aus betreut. Jährlich findet ein Patienteninformationstag in Bad Berka oder Weimar statt, der mittlerweile über 200 Patienten und Besucher aus dem gesamten Bundesgebiet anzieht. Die Vorträge auf dem Patiententag werden als Videomitschnitt auf der Homepage: www.neuroendokrin.de präsentiert. Weiterhin findet im zweijährlichen Turnus eine wissenschaftliche Fortbildung statt (die nächste vom 11.-12. September 2015 in Weimar als Herbsttagung des deutschen NET-Registers). Zudem werden zahlreiche nationale und internationale Kongresse über neuroendokrine Neoplasien mitorganisiert und veranstaltet. Eine Zuweiserzeitschrift (NET-NEWSLetter) und eine Patientenzeitschrift (Karzinoidbote) wird einmal im Jahr mit einer Auflage von 2.500 Stück herausgegeben und informiert über neue Entwicklungen und Standards bei der Diagnose und Therapie von neuroendokrinen Neoplasien.

 

Dieter Hörsch

Prof. Dr. med. Dieter Hörsch

Zentralklinik Bad Berka GmbH
Robert-Koch-Allee 9
99437 Bad Berka

Tel.: 036458/52601
E-Mail: dieter.hoersch@zentralklinik.de

 

 

 

 

 

 

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