10.03.2010
Cabazitaxel verlängert das Überleben bei Patienten mit fortgeschrittenem, hormontherapierefraktärem Prostatakrebs
Sanofi-aventis hat heute Ergebnisse einer Phase-3-Studie zu Cabazitaxel, einer in der klinischen Erprobung befindlichen Substanz, bekannt gegeben. Diese belegen eine signifikante Verbesserung, des Gesamtüberlebens und des progressionsfreien Überlebens für die Kombination von Cabazitaxel mit Prednison/Prednisolon bei Patienten mit metastasiertem (fortgeschrittenem), hormontherapierefraktärem Prostatakrebs, deren Erkrankung nach docetaxelbasierter Chemotherapie trotzdem weiter fortgeschritten war. Die TROPIC-Studie verglich eine Kombinationstherapie aus Cabazitaxel plus Prednison/Prednisolon mit dem Wirkstoff Mitoxantron plus Prednison/Prednisolon.
Bei vielen Patienten mit metastasiertem, hormontherapierefraktärem Prostatakrebs schreitet die Erkrankung trotz vorausgegangener Chemotherapie fort. Zurzeit gibt es für diese Patienten keine zugelassenen Therapien.
„Das sind beachtliche Ergebnisse in der klinischen Entwicklung dieser Prüfsubstanz“, erklärte Dr. Oliver Sartor, Leiter der klinischen Prüfung für Nordamerika, Piltz Professor für Krebsforschung an der Tulane Medical School in New Orleans. „Die Studie ergab ein längeres Gesamtüberleben – das sind die ersten Daten, die eine statistisch signifikante Verlängerung des Gesamtüberlebens bei Patienten mit dieser schwer behandelbaren, aggressiven Form des Prostatakrebses gezeigt haben.“
In die TROPIC-Studie wurden Patienten mit metastasiertem, hormontherapierefraktärem Prostatekrebs eingeschlossen, deren Erkrankung nach einer docetaxelbasierten Chemotherapie trotzdem weiter fortgeschritten war. Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass eine Kombination aus Cabazitaxel und Prednison/Prednisolon das Todesrisiko signifikant um 30% reduzierte [HR=0,70 (95% KI: 0,59-0,83); p<0,0001], und zwar mit einer klinisch relevanten Verlängerung des medianen Gesamtüberlebens um 15,1 Monate im Cabazitaxel-Kombinationsarm vs. 12,7 Monate im Mitoxantron-Kombinationsarm. Bei den Patienten, die die Kombinationstherapie mit Cabazitaxel erhalten hatten, war außerdem eine signifikante Verlängerung des medianen progressionsfreien Überlebens [2,8 Monate vs. 1,4 Monate [HR=0,74 (95% KI: 0,64 – 0,86); p<0,0001] zu beobachten.
Die häufigsten unerwünschten hämatologischen Grad 3/4-Ereignisse unter der Cabazitaxel-Therapie waren Neutropenie (81,7%), febrile Neutropenie (7,5%) und Infektionen (10,2%); die häufigsten unerwünschten nicht-hämatologischen Grad 3/4-Ereignisse waren Übelkeit (1,9%), Erbrechen (1,9%) und Durchfall (6,2%). Die häufigsten therapiebedingten unerwünschten Ereignisse, die im Cabazitaxel-Arm zu einem Therapieabbruch führten, waren Neutropenie (2,4%), Hämaturie (1,3%), Durchfall (1,1%) und Fatigue (1,1%). Eine periphere Neuropathie Grad 3/4 trat bei 0,5% der Patienten im Cabazitaxel-Arm vs. 0,3% im Mitoxantron-Arm auf. Todesfälle aufgrund unerwünschter Ereignisse kamen bei 4,9% der Patienten im Cabazitaxel-Arm (hauptsächlich aufgrund einer Neutropenie und deren Komplikationen) vs. 1,9% im Mitoxantron-Arm vor.
Die Ergebnisse der Studie wird Dr. Sartor am 5. März anlässlich des Genitourinary Cancers Symposiums 2010 in San Francisco (Kalifornien) präsentieren, das von der American Society for Clinical Oncology (ASCO), der American Society for Radiation Oncology (ASTRO) und der Society of Urologic Oncology (SUO) gesponsert wird.
Die TROPIC-Studie wurde in 146 Zentren in 26 Ländern der ganzen Welt (darunter auch in Deutschland) durchgeführt. In die multizentrische, randomisierte Phase-3-Zulassungsstudie wurden 755 Patienten mit metastasiertem, hormontherapierefraktärem Prostatekrebs eingeschlossen, deren Erkrankung trotz vorausgegangener docetaxelbasierter Chemotherapie fortgeschritten war.
Primärer Endpunkt der Studie war das Gesamtüberleben. Die sekundären Endpunkte umfassten progressionsfreies Überleben, Tumoransprechrate, Tumorprogression, Ansprechen des prostataspezifischen Antigens (PSA), PSA-Progression, Schmerzansprechen und Schmerzprogression. Krankheitsprogression wurde in dieser Studie als Tumorprogression, PSA-Progression oder Schmerzprogression definiert. Die Patienten erhielten in randomisierter Weise entweder Cabazitaxel plus Prednison/Prednisolon oder Mitoxantron plus Prednison/Prednisolon (378 bzw. 377 Patienten). Jedes Therapieregime wurde über maximal 10 Zyklen durchgeführt.
Cabazitaxel ist ein neues, noch in der klinischen Erprobung befindliches Taxan, das möglicherweise auch bei Zelllinien wirksam ist, die normalerweise nicht auf Taxane ansprechen. Es konnte gezeigt werden, dass Cabazitaxel die Zellteilung und Tumorzellproliferation hemmt, indem es an Tubulin bindet und dieses stabilisiert. Tubulin ist ein Protein in den Mikrotubuli von Zellen, das für die Aufrechterhaltung der Zellform zuständig ist.
Vor kurzem hat die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) für Cabazitaxel ein beschleunigtes Zulassungsverfahren bewilligt – ein solches Verfahren dient dazu, die Prüfung von Substanzen zu beschleunigen, die zur Behandlung schwerer Erkrankungen entwickelt werden und das Potenzial haben, ein bislang offenes medizinisches Bedürfnis zu erfüllen. Die „Rolling Submission“ hat bereits begonnen; dieses Verfahren ermöglicht die schrittweise Einreichung abgeschlossener Teile einer New Drug Application (d.h. eines Zulassungsverfahrens für Arzneimittel mit neuen Wirkstoffen).
Quelle: sanofi-aventis
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