Mittwoch, 21. April 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Lonsurf
 
Medizin
19. Dezember 2013

UKE-Projekt zur Experimentellen Radioonkologie mit 2,1 Millionen Euro

Ein neues Forschungsprojekt am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) hat das Ziel, die Wirksamkeit der Strahlentherapie langfristig weiter zu steigern. In den nächsten fünf Jahren wird das Team um Prof. Dr. Ekkehard Dikomey, Leiter des Labors für Strahlenbiologie und Experimentelle Radioonkologie der Klinik für Strahlentherapie, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 2,1 Millionen Euro gefördert.

Anzeige:
Ibrance
Ibrance
 

Bei einer Bestrahlung wirkt sich die Energie auf viele Vorgänge in der Zelle aus; insbesondere werden Schäden in der Erbsubstanz, der DNA, gesetzt, die zum Verlust der Teilungsfähigkeit der Zellen und damit zum Absterben führen können. Menschliche Zellen verfügen über ein komplexes und sehr effektives Netzwerk, Schäden an der DNA zu erkennen und erfolgreich zu reparieren. Tumorzellen haben diese Fähigkeit nicht mehr, sie unterscheiden sich hinsichtlich dieses Netzwerkes sehr deutlich von normalen Körperzellen. Prof. Dikomey: "Primäres Ziel unseres Forschungsvorhabens ist es, diese tumorspezifischen Veränderungen zu erfassen und die dafür verantwortlichen molekularen Mechanismen aufzuklären."

Darauf aufbauend wollen die Grundlagenforscher in Kooperation mit den Ärzten der Klinik für Strahlentherapie (Ärztliche Leiterin: Prof. Dr. Cordula Petersen) neue Ansatzpunkte für eine zielgerichtete Ausschaltung von Tumorzellen identifizieren. "Langfristig hoffen wir, auf diese Weise für Tumorpatienten höhere Heilungsraten zu erreichen", erläutert der Strahlenbiologe.

"Die große Unterstützung des BMBF unterstreicht die besondere Bedeutung der onkologischen Forschung am UKE. Mit der Förderung kann nun erstmalig eine Professur für die Experimentelle Radioonkologie, die sich mit den Grundlagen der Strahlentherapie befasst, eingerichtet werden", sagt Dekan und UKE-Vorstand Prof. Dr. Dr. Uwe Koch-Gromus.

Die Strahlentherapie ist eines der ältesten Verfahren bei der Behandlung von Tumoren und gehört heute zu den innovativsten Methoden der Krebsmedizin. Mit Hilfe neuer Techniken sind radiotherapeutische Behandlungsverfahren entwickelt worden, die zu Zeiten Wilhelm Conrad Röntgens undenkbar waren. "Strahlung kann mit Hilfe der uns heute zur Verfügung stehenden hochentwickelten Technologie zielgenau auf eine Krebsgeschwulst gebündelt werden, so dass nur wenig gesundes Gewebe in Mitleidenschaft gezogen wird und die einst gefürchteten schweren Nebenwirkungen nahezu gänzlich vermieden werden", sagt Strahlentherapeutin Prof. Petersen. Gleichwohl bestehe dringende Notwendigkeit, die Effektivität der Behandlung weiter zu steigern, um noch mehr Patienten helfen zu können, erläutert die Klinikleiterin.

Nach Angaben der Deutschen Krebshilfe erhalten 50-60% der Krebspatienten im Laufe ihrer Behandlung eine Bestrahlung; an jeder zweiten vollständigen Heilung ist die Strahlentherapie maßgeblich beteiligt.
 

Quelle: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf


Das könnte Sie auch interessieren
Schmerzmittel Methadon ist kein Krebsheilmittel - keine falschen Hoffnungen wecken
Schmerzmittel+Methadon+ist+kein+Krebsheilmittel+-+keine+falschen+Hoffnungen+wecken
@ efmukel / Fotolia.com

Das Opioid Methadon sollte nicht zur Tumortherapie eingesetzt werden. Die derzeit vorliegenden Daten aus Labor- und Tierversuchen sowie einer Studie mit 27 Krebspatienten reichen nicht aus, um eine Behandlung zu rechtfertigen. Einige Medienberichte wecken dennoch bei an Leukämie oder Hirntumor erkrankten Patienten die falsche Hoffnung auf Heilung. Methadon ist zur Behandlung starker Schmerzen zugelassen und ein etabliertes Medikament in...

11. Krebsaktionstag: Austausch zu Alltagsfragen
11.+Krebsaktionstag%3A+Austausch+zu+Alltagsfragen
Universitätsklinikum Ulm

Senkt Sport das Rückfallrisiko bei Krebs? Welcher Badeanzug steht mir nach der Brustamputation? Wie ernähre ich mich so, dass ich fit bleibe? Um diese und weitere Fragen dreht sich der 11. Krebsaktionstag der Medizinisch-Onkologischen Tagesklinik (MOT) der Klinik für Innere Medizin III des Universitätsklinikums Ulm. Krebspatient*innen, Angehörige und Interessierte sind am Freitag, den 14.09.2018 herzlich eingeladen, sich von...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"UKE-Projekt zur Experimentellen Radioonkologie mit 2,1 Millionen Euro"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.