Montag, 30. November 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Vargatef
Vargatef
Medizin

12. März 2020 Leukämieforschung: Die Bedeutung von ZBTB7A

Die Entartung von Blutzellen wird bei einigen Leukämiepatienten, insbesondere bei einer Form der akuten myeloischen Leukämie (AML), initial durch eine bestimmte Genfusion ausgelöst. Um deren Auswirkungen auf das Zellwachstum genauer zu untersuchen, nutzten Arbeitsgruppen um PD Dr. med. Philipp Greif und Dr. med. Christian Wichmann vom Klinikum der LMU, München, und dem Deutschen Krebskonsortium (DKTK) menschliche Blutstammzellen von gesunden Spendern, in die sie diese Genfusion künstlich  einbrachten. Die Forscher beobachteten, dass sich die veränderten Zellen über einen Zeitraum von 1-2 Monaten in der Kulturschale stark vermehrten und die unbehandelten Zellen verdrängten.
Anzeige:
Zynteglos
Zynteglos
Die Genfusion findet sich in den Blutkrebszellen häufig in Kombination mit einem weiteren Defekt in einem Gen namens ZBTB7A, das in gesunden Zellen den Zuckerstoffwechsel reguliert. Daher brachten die Wissenschaftler im nächsten Schritt zusätzlich ein intaktes ZBTB7A-Gen in die unreifen Blutzellen ein, um die Energiezufuhr der Krebszellen und somit deren Vermehrung auszubremsen. Wurde bei dem Experiment allerdings eine inaktive Form von ZBTB7A verwendet, konnten die Blutzellen sich ungehemmt vermehren.

Mechanismus lässt sich zukünftig möglicherweise auch therapeutisch nutzen

Wird in Leukämiezellen mit einer intakten Form von ZBTB7A die Erbanlage mit Hilfe einer Genschere abgeschaltet, können diese mehr Zucker verstoffwechseln und in der Folge steigt auch ihr Zuckerbedarf. Zugleich werden diese Zellen empfindlicher gegenüber einem zugeführten Hemmstoff, einem veränderten Zuckermolekül. Mit diesem gelingt es dann wiederum, den Stoffwechsel der Leukämiezellen künstlich zu blockieren und so ihr Wachstum zu unterbinden. Diese Forschungsergebnisse sind auch für andere Erkrankungen wie z.B. Darmkrebs relevant, bei denen der Funktionsverlust von ZBTB7A ebenfalls zur Entstehung von soliden Tumoren beitragen kann. Außerdem zeigten die Experimente, dass ZBTB7A auch die Weichen für die Entwicklung von gesunden Blutzellen stellt und den Fettstoffwechsel beeinflussen kann. Die hier zugrunde liegenden molekularen Mechanismen sollen nun näher untersucht werden.

Die Wilhelm-Sander-Stiftung hat dieses Forschungsprojekt mit bislang rund 180.000 Euro unterstützt. Stiftungszweck ist die Förderung der medizinischen Forschung, insbesondere von Projekten im Rahmen der Krebsbekämpfung.

Quelle: Wilhelm Sander-Stiftung

Literatur:

Redondo Monte E et al. ZBTB7A prevents RUNX1-RUNX1T1-dependent clonal expansion of human hematopoietic stem and progenitor cells. Oncogene. 2020 Mar 2. doi: 10.1038/s41388-020-1209-4. [Epub ahead of print]
https://www.nature.com/articles/s41388-020-1209-4.epdf
https://www.wilhelm-sander-stiftung.de/
https://www.lmu-klinikum.de/aktuelles/pressemitteilungen


Anzeige:
Polivy

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Leukämieforschung: Die Bedeutung von ZBTB7A"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO Virtual Congress 2020
  • Fortgeschrittenes Melanom nach Versagen einer PD-(L)1-Inhibition: Vielversprechende Antitumoraktivität mit Pembrolizumab + Lenvatinib
  • Pembrolizumab + Lenvatinib: Vielversprechende Ansprechraten bei vorbehandelten fortgeschrittenen Tumoren
  • HNSCC: Pembrolizumab als Monotherapie und als Partner einer Platin-basierten Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • Ösophaguskarzinom: Relevante OS- und PFS-Verlängerung durch Pembrolizumab + Chemotherapie in der Erstlinie
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-024-Studie bestätigen deutliche Überlegenheit für Pembrolizumab mono vs. Chemotherapie beim NSCLC mit hoher PD-L1-Expression
  • Neuer Anti-ILT4-Antikörper zeigt in Kombination mit Pembrolizumab erste vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen Tumoren
  • Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verlängert auch das fernmetastasenfreie Überleben bei komplett resezierten Hochrisiko-Melanomen im Stadium III
  • HIF-2α-Inhibitor MK-6482 beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom: Vielversprechende Wirksamkeit auch bei Nicht-RCC-Läsionen
  • Neuer Checkpoint-Inhibitor: Vielversprechende erste Studiendaten für Anti-TIGIT-Antikörper Vibostolimab in Kombination mit Pembrolizumab