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Medizin

12. März 2020 Immunonkologie – wichtige Rolle der Pflegekräfte im Therapiemanagement

Der Siegeszug der Immunonkologie stellt auch Pflegekräfte vor neue Herausforderungen, bringen doch CTLA-4-, PD-1- und PD-L1-Inhibitoren ein völlig anderes Nebenwirkungsprofil mit sich als klassische Zytostatika. Die Immunonkologie aus Sicht der Pflege beleuchtete Anja Wesemann, Hamburg, auf einem Satellitensymposium im Rahmen des DKK 2020. Einer verständlichen Vorstellung der Wirkungsmechanismen zur Erklärung der spezifischen immunvermittelten Nebenwirkungen folgten fundierte Informationen und Handlungsempfehlungen.
Neue Herausforderungen durch ambulante Therapie

„Wir müssen die Patienten zu Experten in eigener Sache machen“, sagte Wesemann, was voraussetze, dass auch Pflegekräfte ihr Wissen zum sich ständig erweiternden Repertoire an neuen Substanzen aktuell halten. Immuncheckpoint-Inhibitoren werden in immer mehr Indikationen und in immer früheren Therapielinien eingesetzt. Die Betreuung von jüngeren Patienten, die bereits in der Adjuvanz Checkpoint-Inhibitoren erhalten, ist damit eine neue Situation für Pflegekräfte. Eine weitere Herausforderung ist, dass die Therapien überwiegend ambulant durchgeführt werden. „Es ist kaum berechenbar, ob und wann im Therapieverlauf welche Nebenwirkung auftritt“, so die onkologische Fachpflegekraft und Diplom-Pflege- und Gesundheitswissenschaftlerin. Auch nach Therapieende seien unerwünschte Wirkungen von Immunonkologika nichts Ungewöhnliches. Von immunvermittelten unerwünschten Ereignissen kann prinzipiell fast jedes Organ betroffen sein – Haut, endokrine Organe, Leber, Lunge sowie der Magen-Darm-Trakt.

Apps unterstützen Patientenmanagement

Als beim Patientenmanagement hilfreich wertete Wesemann Apps zur Symptomerfassung oder Erfassungsbögen, die Patienten vor dem Arztbesuch ausfüllen. Zentral sei, die Patienten zur Selbstbeobachtung anzuleiten. Ein von den Pharmafirmen bereitgestelltes und durch das Paul-Ehrlich-Institut mit dem Gütesiegel Blaue Hand versehenes, essentielles Instrument sind Patientenkarten. Die Karten in Kreditkartengröße sollten Patienten unter immunonkologischer Therapie als Notfallkarten immer bei sich tragen. Sie sind auch über das Paul-Ehrlich-Institut erhältlich. Exemplarisch schilderte Wesemann die Behandlung von belastenden Symptomen wie Juckreiz und trockener Haut. Vorurteilen bei den Patienten gegenüber der Kortisontherapie müsse man unbedingt mit Aufklärung begegnen, appellierte Wesemann. Zu Versorgung der Patienten ist eine klinikinterne, einrichtungsübergreifende und interdisziplinäre Vernetzung unabdingbar.

Mascha Pömmerl

Quelle: Satellitensymposium „Hoffnung Immunonkologie – das Leben mit der Therapie – Rolle der Pflegekräfte“, 21.02.2020, DKK, Berlin; Veranstalter: Bristol-Myers Squibb


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