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Medizin

17. September 2020 GVS würdigt Forschung im Bereich des hepatozellulären Karzinoms mit dem Nachwuchsforschungspreis Leberkrebs

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten zeichnet zum siebten Mal Forschungsarbeiten mit dem Nachwuchsforschungspreis Leberkrebs aus. Preisträger PD Dr. Fabian Finkelmeier, Universitäres Centrum für Tumorerkrankungen Frankfurt, erforschte die Rolle von Ferroptose in hepatozellulären Karzinomen im Mausmodell. Bayer unterstützt den Forschungspreis mit einer Spende von 10.000 Euro
 
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Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) e.V. honorierte zum siebten Mal eine Forschungsarbeit mit dem Nachwuchsforschungspreis Leberkrebs. Die Auszeichnung wird für herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der klinischen oder experimentellen Forschung im Bereich des hepatozellulären Karzinoms (HCC) vergeben. Der Forschungspreis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird von Bayer gespendet. In diesem Jahr erhielt PD Dr. med. Fabian Finkelmeier vom Universitären Centrum für Tumorerkrankungen (UCT) Frankfurt den Preis im Rahmen der virtuellen Veranstaltung „BEST OF DGVS“ für seine Arbeit „Ferroptosis suppresses T cell activation in hepatocellular cancer“. Über die Vergabe des Nachwuchsforschungspreises Leberkrebs hat eine Jury entschieden, die sich wie folgt zusammensetzt: Prof. Dr. med. Matthias Ebert, Mannheim, Prof. Dr. med. Frank Lammert, Homburg, Prof. Dr. med. Robert Thimme, Freiburg, Prof. Dr. med. Christian Trautwein, Aachen.

Einfluss von Ferroptose beim HCC

Ferroptose ist eine kürzlich beschriebene Form des Zelltodes. Zentraler Regulator ist das antioxidative Enzym GPx4 (Glutathionperoxidase 4), welchem u.a. tumorsuppressive Eigenschaften zugeschrieben werden. Ziel der Arbeit war die Untersuchung der Rolle von Ferroptose in hepatozellulären Karzinomen im Mausmodell.

In dieser Arbeit konnte zunächst gezeigt werden, dass in einem Mausmodell mit Hepatozyten-spezifischem Knockout/Verlust des Enzyms GPx4 und einem anschließend artifiziell induziertem hepatozellulärem Karzinom (HCC) das Überleben der Tiere wider Erwarten nicht verlängert wurde, obwohl die Tumoren in GPX4-Knockout Tieren eine deutlich erhöhte Rate an Ferroptose und damit Zelluntergang aufwiesen. Es zeigte sich aber, dass sich in den Tumoren ein entzündliches, deutlich immunsuppressives Geschehen entwickelte. Dies war einhergehend mit einer Hochregulation von PD-L1, einem wichtigen, im Rahmen der neuen Immuntherapien beteiligten Protein und einer ausgeprägten Infiltration von MDSCs (myeloid derived suppressor cells) – Zellen, die das Immunsystem bremsen.

Verbesserte Wirkung von Immuntherapien durch Ferroptose

Entsprechend diesen Beobachtungen wurde die Wirksamkeit einer Immuntherapie in diesem Setting überprüft (mit anti-PD1 Antikörpern). Es konnte gezeigt werden, dass eine Behandlung mittels Immuntherapie (anti-PD1) oder auch einer Verhinderung der MDSCs-Infiltration zu einem signifikant verbesserten Überleben der Versuchstiere führte. Daran anschließend konnte ebenfalls gezeigt werden, dass die Behandlung von hepatozellulären Karzinomen in Wildtyp-Mäusen mittels eines Ferroptose-Induktors in Kombination mit Immuntherapie zu einer annähernden Verdopplung der Überlebenszeit bei einem Großteil der Versuchstiere führte.

Mechanistisch scheint Ferroptose demnach zu einer Art „unreguliertem“ Zelluntergang zu führen, aber damit einhergehend zu einer Immunsuppression, was zunächst einen tumorsuppressiven Effekt kaschiert. Eine Inhibition dieser Vorgänge erlaubt dann aber eine deutlich verbesserte Wirkung einer Immuntherapie.

Ferroptose bedeutender Mechanismus für Tumortherapien

In Zusammenschau gelang es in der hier ausgezeichneten Arbeit zu zeigen, dass Ferroptose für Tumortherapien ein vielversprechender Mechanismus ist, welcher hier, induziert im HCC, in Kombination mit zugelassenen Therapien zu exzellenten Ansprechraten der Tumortherapie im Tiermodell führten. Dies ist die erste Arbeit, die auf dieses neue Konzept hinweist.

Die Kombination einer MDSCs-Inhibition und Immuntherapie ist bereits in humanen Tumoren in klinischen Studien in Erprobung. Die hier prämierten Daten lassen eine Translation aus dem Tiermodell direkt in die Klinik zu. Eine klinische Studie zu Ferroptose und Immuntherapie ist in Vorbereitung.

Innovative Arzneimittel und neuartige Therapieansätze

Mit der Unterstützung des Nachwuchsforschungspreises unterstreicht Bayer den hohen Stellenwert der Forschung im Bereich Leberzellkarzinom. Leberkrebs gehört zu den 10 häufigsten Krebstodesursachen (1). Leberkrebs ist oft schwierig zu behandeln, und in den Ländern der EU sterben jedes Jahr mehr als 48.000 Menschen an den Folgen der Erkrankung.

Mit dem Ziel „Science for a better life“, also das Leben von Menschen zu verbessern, arbeitet Bayer an der Erweiterung seines Portfolios für innovative Behandlungen. Der Onkologie Bereich bei Bayer umfasst jetzt sechs zugelassene Präparate sowie weitere Wirkstoffe in verschiedenen Phasen der klinischen Entwicklung. Bayer konzentriert seine Forschungsaktivitäten auf neuartige Ansätze aus den folgenden Plattformen: onkogene Signalwege, gezielte Alpha-Therapien und Immunonkologie.

Quelle: Bayer

Literatur:

(1) https://gco.iarc.fr/today/online-analysis-multi-bars 


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