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Medizin
24. Mai 2013

Fortgeschrittenes NSCLC mit aktivierender EGFR-Mutation: 70% Ansprechrate mit Gefitinib in der Erstlinientherapie bei Patienten kaukasischer Abstammung

Neue Ergebnisse einer Phase IV-Follow Up-Studie (1) zur objektiven Ansprechrate und zum progressionsfreien Überleben bestätigen die Wirksamkeit von Iressa® (Gefitinib) bei Patienten kaukasischer Abstammung mit fortgeschrittenem, nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC) mit aktivierender EGFR-Mutation. Die aktuellen Studiendaten wurden auf der diesjährigen European Multidisciplinary Conference in Thoracic Oncology (EMCTO) 2013 in Lugano, Schweiz, präsentiert.

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Die Studienergebnisse mit Gefitinib zeigen in der Erstlinientherapie (n=106) eine objektive Ansprechrate (ORR) von 70% (95 % KI: 61-78) bei Patienten kaukasischer Abstammung mit fortgeschrittenem NSCLC und aktivierender EGFR-Mutation. Vergleichbare Resultate hat bereits die Iressa® Pan-Asia Studie (IPASS) (2) gezeigt. Das bedeutet, dass Gefitinib bei Patienten mit EGFR-aktivierender Mutation durchgängig wirksam zu sein scheint und zwar unabhängig davon, ob diese Patienten kaukasischer oder asiatischer Abstammung sind.

Bei den sekundären Studienendpunkten zeigte sich eine Krankheitskontrollrate (DCR, definiert als vollständiges/teilweises Ansprechen oder stabile Krankheit ≥6 Wochen) von 91% (95% KI: 84-95). Das progressionsfreie Überleben (PFS) lag bei median 9,7 Monaten, basierend auf 61 Ereignissen. Das Gesamtüberleben (OS), basierend auf 29 Ereignissen, lag bei median 19 Monaten. Unerwünschte Ereignisse unter Gefitinib in dieser Population entsprachen denen aus vorherigen klinischen Studien sowie den Beschreibungen aus der Fachinformation.

"Gefitinib war der Wegbereiter in der personalisierten Therapie des NSCLC", erklärt Dr. med. Karl-Matthias Deppermann, Chefarzt der Medizinischen Klinik für Pneumologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin am Helios Klinikum Erfurt. "Diese Ergebnisse bestätigen nun die Wirksamkeit von Gefitinib auch bei Patienten kaukasischer Abstammung mit fortgeschrittenem, nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom mit aktivierender EGFR-Mutation. Damit zeigt sich, dass Gefitinib unabhängig von einer ethnischen Zugehörigkeit wirksam ist."

Iressa® Follow Up Measure (IFUM) ist eine offene, multizentrische und nicht-vergleichende Phase IV-Studie. Sie wurde in 13 europäischen Ländern durchgeführt, um die Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit von Gefitinib bei kaukasischen Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC und aktivierender EGFR-Mutation zu untersuchen. Primärer Studienendpunkt war das objektive Ansprechen auf die Therapie (ORR, definiert als vollständiges oder teilweises Ansprechen), das durch die Prüfärzte anhand der RECIST-Kriterien (Response Evaluation Criteria in Solid Tumors) beurteilt wurde.

Gefitinib hat im Juni 2009 unter dem Namen Iressa® die europäische Marktzulassung für sämtliche Behandlungslinien des lokal fortgeschrittenen oder metastasierten nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms (NSCLC) für Patienten mit aktivierender EGFR-Mutation erhalten. Die Follow Up-Studie wurde durchgeführt, um die Wirksamkeit von Gefitinib als Erstlinientherapie speziell bei Patienten kaukasischer Abstammung besser bewerten zu können.

Gefitinib (250 mg) wird einmal täglich oral eingenommen. Gefitinib ist ein EGFR-Tyrosinkinaseinhibitor (epidermal growth factor receptor-tyrosine kinase inhibitor, kurz EGFR-TKI), der an der EGFR-Tyrosinkinase ansetzt und deren Aktivität hemmt. Dieses Enzym reguliert intrazelluläre Signalwege, die bei der Proliferation und beim Überleben von Tumorzellen eine Rolle spielen. Die Signalübertragung durch Wachstumsfaktoren gilt bei vielen Krebserkrankungen als Schlüsselfaktor für das Tumorwachstum und die -ausbreitung. In Studien konnte die besondere Wirksamkeit von Gefitinib bei fortgeschrittenem NSCLC mit aktivierender EGFR-Mutation nachgewiesen werden (2,3).
Weitere Informationen sind unter www.Lungenkrebs.de abrufbar.

Über IFUM

Der primäre Endpunkt dieser Follow Up-Studie war die objektive Ansprechrate (vollständiges oder teilweises Ansprechen). Diese wurde durch die Prüfärzte anhand der RECIST-Kriterien (Response Evaluation Criteria in Solid Tumors) bei Patienten kaukasischer Abstammung mit fortgeschrittenem NSCLC und aktivierender EGFR-Mutation beurteilt. Die Ansprechrate betrug 70% (95% KI: 61-78).
Die Sensitivitätsanalyse der objektiven Ansprechrate sollte laut Prüfplan anhand einer unabhängigen zentralen Überprüfung aller Scans abgeleitet werden. Die objektive Ansprechrate betrug 50% (95% KI: 41-59). Dabei ist anzumerken, dass einige Patienten keine messbare bzw. nachweisbare Erkrankung ab Baseline aufwiesen und daher für das Tumoransprechen nicht zu beurteilen waren. Diese Patienten ausgenommen, lag das objektive Ansprechen bei 60% (95% KI: 49-69).

Bei der Mehrzahl der Patienten traten unerwünschte Ereignisse (93,5%) auf, davon bei 15% der Patienten schwere unerwünschte Ereignisse (Common Terminology Criteria of Adverse Events, CTCAE Grad ≥3). Unerwünschte Ereignisse, die zu einem Studienabbruch führten, wurden von 7,5% der Patienten gemeldet. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE) wurden von 18,7% der Patienten berichtet. Nur bei 2 Patienten wurde berichtetet, dass die SUE möglicherweise auf die Gefitinib-Therapie zurückzuführen waren. Es wurden fünf SUE mit einem tödlichen Ausgang gemeldet, die aber nach Ansicht der Prüfärzte nicht mit der Therapie in Verbindung standen. Die am häufigsten berichteten unerwünschten Ereignisse waren Ausschlag (45%) und Diarrhö (31%) und waren mit einem CTCAE-Grad 1 und 2 überwiegend leicht oder mäßig schwer. Ein Fall von interstitieller Lungenerkrankung und ein Fall von Pneumonitis wurden gemeldet, aber keiner dieser Fälle verlief tödlich.

Literaturhinweis:
(1) Douillard et al. Efficacy, safety and tolerability results from a phase IV, open-label, single arm study of 1st-line gefitinib in Caucasian patients (pts) with epidermal growth factor receptor (EGFR) mutation-positive non-small-cell lung cancer (NSCLC). Lung Cancer 2013; 80(Suppl 1): S31, abs 68O; EMCTO 2013, Lugano, Switzerland, May 10, 2013
(2) Mok TS et al. Gefitinib or carboplatin-paclitaxel in pulmonary adenocarcinoma. New Engl J Med 2009; 361: 947-957.
(3) Sequist LV. et al. First-line gefitinib in patients with advanced non-small cell lung cancer harbouring somatic EGFR mutations. Journal of Clinical Oncology; 26: 2442-2449. 2008.

Quelle: AstraZeneca


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