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Medizin
20. April 2015

Dr. Jens Marquardt wird neuer Lichtenberg-Professor für Molekulare Hepatokarzinogenese

Er ist einer von insgesamt vier herausragenden Wissenschaftlern, die sich in der Wettbewerbsrunde 2014 um eine Lichtenberg-Professur durchsetzen konnten. Die Lichtenberg-Professur für Molekulare Hepatokarzinogenese ist mit rund 1,3 Millionen Euro dotiert. Die W1-Professur wird zunächst für die Dauer von fünf Jahren gefördert. Sie ist an der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz angesiedelt. Die Forschung von Dr. Marquardt zielt darauf ab, den mehrstufigen Entstehungsprozess von Leberkrebs besser zu verstehen. Detaillierte Erkenntnisse über die Entstehung und das Voranschreiten von Leberkrebs könnten der Schlüssel zur Entwicklung neuer Therapieoptionen sein.

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Leberkrebs zählt zu den weltweit häufigsten Tumoren und gehört zu den drei häufigsten Todesursachen durch Krebserkrankungen. Neue Therapien zu entwickeln, ist vor allem deshalb schwierig, weil Leberzelltumore genetisch ausgesprochen heterogen und komplex sind.
Das Forschungsvorhaben von Dr. Marquardt beinhaltet ein umfassendes Programm zur Entschlüsselung des mehrstufigen Entstehungsprozesses von Leberzelltumoren. In diesem Zusammenhang lauten die zentralen Fragestellungen des Forschungsvorhabens: Welche Faktoren tragen auf molekularer Ebene entscheidend dazu bei, dass Leberkrebs entsteht? Welchen Einfluss hat möglicherweise ein verändertes Lebermikromilieu auf die Entstehung eines Tumors? Welche epigenetischen (die Genaktivität regulierenden) Mechanismen sind für das Entstehen von Leberkrebs verantwortlich? Eine weitere zentrale Frage lautet: Ist ein individualisierter Therapieansatz möglich, wenn das genetische Profil eines Tumors bekannt ist? Um diese Frage beantworten zu können, will Dr. Marquardt das Spektrum der genetischen Veränderungen von Leberzelltumoren weitgehend komplett erfassen und charakterisieren. Im Idealfall lässt sich belegen, dass der Einsatz von moderner Präzisionsmedizin einen Beitrag zur Verbesserung der Therapie von Leberzellkarzinomen leisten kann.


"Ich beglückwünsche Dr. Marquardt zur Bewilligung der Lichtenberg-Professur“, sagt der Wissenschaftliche Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Prof. Ulrich Förstermann. "Die Tatsache, dass sich das molekulare Profil von Tumoren individuell unterscheidet, wird in Zukunft bei Therapieentscheidungen immer häufiger eine zentrale Rolle spielen. In diesem Sinne halte ich dieses Forschungsvorhaben für richtungsweisend im Bereich der personalisierten Krebsmedizin."
An der Universitätsmedizin Mainz, insbesondere der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik (Direktor Univ.-Prof. Dr. Peter R. Galle), sind nach Einschätzung von Dr. Marquardt optimale Bedingungen gegeben, um das geplante Forschungsvorhaben erfolgreich in die Tat umzusetzen: "Hier bietet sich mir ein exzellentes wissenschaftliches und klinisches Umfeld für die Durchführung der geplanten Projekte. Die Forschungsinfrastruktur im Bereich des Leberzellkarzinoms ist sehr gut, nicht zuletzt aufgrund des engen Austausches mit der Klinik für Allgemein- ,Viszeral- und Transplantationschirurgie unter der Leitung von Prof. Hauke Lang. Von der dortigen hervorragenden Expertise in der chirurgischen Behandlung von Leberkrebs kann meine Forschung enorm profitieren."

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft


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