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Medizin
15. Juni 2016

AML: Hohe Remissionsrate durch Kombination von anti-CD33-Antikörper mit hypomethylierenden Wirkstoffen

Eine Therapie mit Vadastuximab-Talirin (SGN-CD33A; 33A) kombiniert mit einem HMA wie Azacitidin oder Decitabin kann bei älteren Patienten mit schlechten Risikofaktoren eine tiefe und dauerhafte Remission erreichen. Diese ermutigenden Ergebnisse einer Phase-I-Studie wurden auf dem diesjährigen EHA-Kongress vorgestellt.
AML ist eine aggressive Blutkrebsform, bei der in der Mehrheit der Fälle CD33 auf der Oberfläche der Leukämiezellen exprimiert wird. Gerade bei älteren Patienten ist die AML-Behandlung herausfordernd, da eine intensive Chemotherapie oft schlecht vertragen wird und Standardtherapien wie die HMAs Azacitidin und Decitabin alleine nur moderate Ansprechraten erzielen.

SGN-CD33A (Vadastuximab Talirine) ist ein neues, gegen CD33 gerichtetes Antikörper-Konjugat, bei dem der Antikörper stabil an einen hochpotenten zelltötenden Wirkstoff gekoppelt ist. In der hier vorgestellten, noch laufenden Studie wurde die Wirksamkeit von SGN-CD33A in Kombination mit Standardtherapien (Azacitidin, Decitabin) bei 53 AML-Patienten (64% davon Männer) mit einem medianen Alter von 75 Jahren, die eine intensive Therapie abgebrochen haben, untersucht.

Von den 49 auswertbaren Patienten (76%), die mit einer Kombination von SGN-CD33A mit Azacitidin oder Decitabin behandelt wurden, erreichten 17 eine vollständige (CR), 19 eine unvollständige (CRi) und 1 eine partielle (PR) Remission. Die mediane Zeit bis zur Remission (Range 1-4) betrug 2 Zyklen. Das mediane rezidivfreie Überleben bei CR-/CRi-Patienten ist derzeit 6,9 Monate (Bereich 0+ bis 11+). 76% der Patienten mit ungünstigem zytogenetischen Risiko haben eine Remission erreicht.

Die 30- und 60-Tage-Sterblichkeit betrug 2 bzw. 8%, wobei kein behandlungsbedingter Todesfall berichtet wurde. Die am häufigsten auftretenden unerwünschten Wirkungen vom Grad 3 oder höher, die bei > 20% der Patienten beobachtet wurden, waren febrile Neutropenien (47%), Thrombozytopenien (42%), Anämien (34%) und Neutropenien (28%). Andere häufig beobachtete Nebenwirkungen, unabhängig von einem Zusammenhang zur untersuchten Behandlung, waren Müdigkeit (55%), Übelkeit (43%), Verstopfung (38%), verminderter Appetit (36%) und periphere Ödeme (36%).
Insgesamt war die Kombination von SGN-CD33A und HMA gut verträglich und führte zu ermutigenden Ansprechraten bei älteren AML-Patienten. Eine globale randomisierte Phase-III-Studie mit SGN-CD33A + HMA vs. HMA allein ist für 2016 geplant.

übers v. ma

Quelle: EHA 2016

Literatur:

Fathi A et al. Abstr. S503, 2016 EHA Annual Congress


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