Samstag, 24. August 2019
Navigation öffnen

Medizin

07. März 2019 ITP: Eltrombopag verändert den Behandlungsalltag

Im Rahmen des 2. Science Channels beleuchteten Experten die aktuelle Datenlage zur chronischen Immunthrombozytopenie (ITP). Die Zulassung des Trombopoetin-Rezeptor-Agonisten (TPO-RA) Eltrombopag in früheren Therapielinien, unabhängig vom Splenektomiestatus, ist ein großer Fortschritt für die Patienten und macht die Splenektomie zu einer Ausnahmeindikation, erklärte Prof. Dr. Axel Matzdorff, Schwedt/Oder.
Anzeige:
Die auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) 2018 in Wien vorgestellte RISA-Studie mit Patienten mit chronischer ITP zeigte, dass Eltrombopag bei klarem Sicherheitsprofil sehr gute Ergebnisse im Alltag erzielt (1), erläuterte PD. Dr. Oliver Meyer, Berlin. „Wir konnten zeigen, dass die Thrombozytenzahl von im Mittel anfangs 32.000/nl, nach einem Monat stabil auf über 80.000/nl ansteigt, bei gleichzeitiger Abnahme der Blutungsneigung, so Meyer. Auch die Lebensqualität der Patienten verbesserte sich deutlich. Damit bestätigt die RISA-Studie die Daten der EXTEND-Studie (2). „Wir haben mit der Zulassung von TPO-RA in früheren Behandlungslinien in den letzten Jahren eine Veränderung der Behandlungsrealität im Bereich der ITP wahrgenommen“, konstatierte Prof. Dr. Uwe Platzbecker, Leipzig.

Absetzen von Eltrombopag

In einer richtungsweisenden Studie zum Absetzen von Eltrombopag konnte nach einem medianen Follow-up von 9 Monaten bei 53% der auswertbaren Patienten ein dauerhaftes Ansprechen beobachtet werden (3). Eine stabile Thrombozytenzahl von über 100.000 kann ein Marker für das Unterbrechen einer Eltrombopag-Therapie sein, erklärte Platzbecker. Ein Absetzten von TPO-RA empfiehlt sich allerdings nur bei gutem Therapieansprechen, das definiert ist durch einen normalen Thrombozytenwert, das heißt einer Thrombozytenzahl von deutlich über 100.000 im peripheren Blut. Außerdem sollte ein dauerhaftes Ansprechen von mindestens 6, idealerweise 12 Monaten, ohne jegliche Blutungskomplikationen und Medikation vorliegen, so Platzbecker weiter.

Die Jahre haben gezeigt, dass es sich bei TBO-RA um sehr wirksame und sichere Medikamente handelt, die gute Ansprechraten erzielen, fasste Matzdorff zusammen. Zudem spielt in der Behandlung der Patientenwusch, die Sicht auf die eigene Erkrankung, eine immer größere Rolle im Behandlungsalltag und wird in den Leitlinien zunehmend berücksichtigt.

MA

Quelle: „Entscheidende Neuerungen aus der aktualisierten ITP-Leitlinie der DGHO und Real-World-Daten zu Revolade® im Novartis Science Channel“, 2. Novartis Science Channel Februar 2019

Literatur:

(1) Meyer O et al. Safety and efficacy of the thrombopoietin receptor agonist Eltrombopag in patients with chronic Immune Thrombocytopenia (cITP) in routine healthcare results of the 1st interim analysis of the non-interventional study RISA; Poster DGHO-Kongress 2018, Wien.
(2) Wong RSM, et al. Safety and efficacy of long-term treatment of chronic/persistent ITP with eltrombopag: final results of the EXTEND study. Blood 2017; 130 (23) :2527-36.
(3) Gonzáles-López TJ et al. Successful discontinuation of eltrombopag after complete remission in patients with primary immune thrombocytopenia; Am J Hematol. 2015; 90 (3): E40-3.


Das könnte Sie auch interessieren

Armutsfalle Krebs: Sozialberatung muss verbessert werden

Armutsfalle Krebs: Sozialberatung muss verbessert werden
© WavebreakmediaMicro / Fotolia.com

Am 8. März ist Weltfrauentag. Seit mehr als 100 Jahren prangern Frauen in aller Welt an diesem Tag Missstände an und streiten für ihre Rechte. Die Frauenselbsthilfe nach Krebs, kurz FSH, und die Stiftung Deutsche Krebshilfe verleihen an diesem Tag den Frauen, die an Krebs erkrankt sind, eine Stimme. Denn immer noch gibt es in der Versorgung der Betroffenen Defizite. So wird eine Tumorerkrankung nach wie vor häufig zur Armutsfalle.

Als Krebspatient auf Reisen – hilfreiche Tipps

Als Krebspatient auf Reisen – hilfreiche Tipps
© Jenny Sturm / Fotolia.com

Ein Kurzurlaub in der Therapiepause – das hört sich für viele Betroffene verlockend an. Mal abschalten und die physischen und psychischen Belastungen der Erkrankung vorübergehend hinter sich lassen. Aber: Kann ich das als Krebspatient? Und worauf ist zu achten? Diese und weitere Fragen zum Thema „Reisen mit Krebs“ beantwortet der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums täglich von 08:00 Uhr bis 20:00 Uhr telefonisch unter 0800-420...

Brustkrebs: Informationen helfen gegen Ängste

Brustkrebs: Informationen helfen gegen Ängste
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Aktuelle Studien belegen: Patientinnen mit der Diagnose Brustkrebs profitieren von  guter Gesundheitsinformation und Aufklärung. Ängste und Sorgen nehmen ab, die Lebensqualität steigt. Der Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) informiert Betroffene und Angehörige seit 30 Jahren rund um das Thema Krebs. Bei 50 Prozent aller Anfragen zu Tumorlokalisationen steht das Thema Brustkrebs im Vordergrund.

Heller Hautkrebs: Signalweg entschlüsselt

Beim Hautkrebs gibt es verschiedene Krankheitsformen: Mit Abstand am häufigsten ist dabei das so genannte Basalzellkarzinom, eine Form von hellem Hautkrebs, bei der sich der Tumor von seinem Entstehungsort in der Haut langsam aber stetig ausbreitet. Zwar bildet das Basalzellkarzinom im Allgemeinen keine Tochtergeschwülste (Metastasen), der Tumor sollte jedoch so früh wie möglich behandelt werden, da er ansonsten das umgebende Gewebe zerstören und sogar Muskeln...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"ITP: Eltrombopag verändert den Behandlungsalltag"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2019
  • Subgruppenanalyse der ELIANA- und ENSIGN: Tisagenlecleucel auch bei jungen Patienten mit r/rALL und zytogenetischen Hochrisiko-Anomalien sicher und effektiv
  • Polycythaemia vera: Molekulares Ansprechen korreliert mit vermindertem Thrombose-Risiko und einer Reduktion von Thrombose- und PFS-Ereignissen
  • AML-Therapie 2019: Neue Substanzen im klinischen Einsatz, aber nach wie vor hoher Bedarf an neuen Therapieoptionen
  • Eisenüberladung bei Patienten mit Niedrigrisiko-MDS auch in Pankreas und Knochenmark nachweisbar
  • CML: Switch auf Zweitgenerations-TKIs nach unzureichendem Ansprechen auf Imatinib in der Erstlinie führt zu tieferen molekularen Remissionen
  • FLT3-mutierte AML: Midostaurin wirksam bei allen ELN-Risikoklassen und bei unterschiedlichen Gensignaturen
  • Real-world-Daten: Transfusionsabhängigkeit und Ringsideroblasten bei Niedrigrisiko-MDS assoziiert mit toxischen Eisenspezies und verkürztem Überleben
  • Erstlinientherapie der CML: Nilotinib führt auch im klinischen Alltag zu tieferen molekularen Remissionen als Imatinib
  • Weltweite Umfrage bei Ärzten und Patienten zur ITP-Therapie unterstreicht Zufriedenheit mit Thrombopoetinrezeptor-Agonisten
  • Therapiefreie Remission nach zeitlich begrenzter Zweitlinientherapie mit Eltrombopag bei Patienten mit primärer ITP erscheint möglich