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Medizin

03. April 2017 Dauerhaftes Tumoransprechen bei indolenten Non-Hodgkin-Lymphomen mit Copanlisib

Eine Phase-II-Studie mit dem onkologischen Entwicklungspräparat Copanlisib hat positive Ergebnisse gezeigt. In der offenen, nicht randomisierten Studie CHRONOS-1 erzielte Copanlisib über alle Patientengruppen hinweg eine objektive Tumor-Ansprechrate von 59,2%, wobei die Rate des kompletten Ansprechens (Complete Responses, CR) 12% betrug und die mittlere Dauer des Ansprechens zum Zeitpunkt der primären Analyse bei mehr als 98 Wochen (687 Tagen) lag. In der Studie wurden die Sicherheit und Wirksamkeit von Copanlisib bei Patienten mit rezidivierten oder refraktären indolenten Non-Hodgkin-Lymphomen (iNHL), einschließlich follikulärer Lymphome, untersucht. Die Patienten waren zuvor bereits mit mindestens zwei anderen Medikamenten behandelt worden. Copanlisib ist ein intravenöser pan-Klasse-I-Inhibitor der Phosphatidylinositol-3-Kinasen (PI3K), der vorwiegend die beiden PI3K-Isoformen PI3K-α und PI3K-δ blockiert. Diese Daten werden beim Jahreskongress der American Association for Cancer Research (AACR) in einer "Clinical Trials Session" am 4. April 2017 von 15:05 - 15:20 Uhr (Ortszeit) vorgestellt.
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"Nach den Leitlinien der European Society of Medical Oncology (ESMO) ist die Hemmung des PI3K-Signalwegs als wirksamer Therapieansatz bei der Behandlung indolenter Lymphom-Formen belegt, allerdings bestehen Bedenken hinsichtlich des Sicherheitsprofils von verfügbaren oralen PI3K-Inhibitoren, so dass weiterhin ein Bedarf für neue Ansätze besteht", sagte Martin Dreyling, Großhadern. "Die Ergebnisse von CHRONOS-1 zeigen eine dauerhafte Wirksamkeit der intermittierenden intravenösen Verabreichung von Copanlisib mit einem handhabbaren Sicherheitsprofil in dieser schwierig zu behandelnden Patientenpopulation."

142 Patienten wurden in die Datenanalyse von CHRONOS-1 einbezogen, davon hatten 141 Patienten iNHL. Zum Zeitpunkt der Analyse betrug die mittlere Dauer der Behandlung 22 Wochen und 46 Patienten waren noch in Behandlung. In der Untergruppe von Patienten, die ein follikuläres Lymphom hatten (n=104), ergab die Behandlung mit Copanlisib eine objektive Ansprechrate (objective response rate, ORR) von 58,7%, darunter CRs von 14,4% und eine mittlere Behandlungsdauer von mehr als 52 Wochen (370 Tage). Sicherheit und Verträglichkeit waren im Allgemeinen konsistent mit den bereits publizierten Daten zu Copanlisib. Die häufigsten behandlungsbezogenen Nebenwirkungen waren vorübergehende Hyperglykämie (alle Grade 49%, Grad ≥3: 40%), wobei der höchste Schweregrad 4 war, sowie Bluthochdruck (alle Grade 29%, Grad ≥3: 23%), wobei der höchste Schweregrad 3 war.

"NHL ist die zehnthäufigste Krebsart weltweit und eine der häufigsten Krebsarten in den USA. Trotz einiger Behandlungsfortschritte schreitet die Erkrankung bei vielen Patienten mit indolentem NHL letztlich fort", sagte Robert LaCaze, Executive Vice President und Leiter der Strategischen Geschäftseinheit Onkologie bei Bayer. "Die positiven Ergebnisse von CHRONOS-1 sind ein wichtiger Schritt und unterstreichen den potenziellen klinischen Nutzen von Copanlisib für Patienten mit bösartigen Lymphomen."

Außerdem werden beim AACR 2017 auch präklinische Daten zur Aktivität von Copanlisb in B-Zell-Lymphomen als Mono- oder Kombinationstherapie sowie zur Bindungsaffinität des Wirkstoffs vorgestellt.

Bayer ist in Gesprächen mit der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde Food and Drug Administration (FDA) hinsichtlich eines Antrags auf beschleunigte Zulassung ("accelerated approval") für Copanlisib zur Behandlung bei rezidivierten oder refraktären follikulären Lymphomen, einem histologischen Subtyp von iNHL. Das Unternehmen hat von der FDA für Copanlisib den sogenannten "Fast Track"-Status zur Behandlung von follikulären Lymphomen erhalten. Der "Fast Track"-Status soll die Entwicklung von Arzneimitteln zur Behandlung schwerer Erkrankungen mit hohem ungedecktem medizinischem Bedarf erleichtern und die Begutachtung durch die FDA beschleunigen. Zudem erhielt der Wirkstoff den "Orphan-Drug-Status" von der FDA für follikuläre Lymphome sowie Marginalzonenlymphome. Diesen Status erhalten Präparate, die für die sichere und wirksame Behandlung von seltenen Krankheiten und Krankheitsbildern vorgesehen sind, oder deren Diagnose oder Prävention dienen sollen.

Quelle: Bayer


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