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Medizin

07. November 2018 Frühes HER2-positives Mammakarzinom: Adjuvante Therapie mit Pertuzumab verbessert Prognose

Pertuzumab (Perjeta®) kann sowohl in der Therapie des frühen als auch des fortgeschrittenen HER2-positiven Mammakarzinoms eingesetzt werden (1). Die Patienten profitieren in allen zugelassenen Indikationen von einer konsistent überlegenen Wirksamkeit der doppelten Antikörper-Blockade im Vergleich zur alleinigen Therapie mit Trastuzumab (Herceptin®) und Chemotherapie (2-4). So senkt die zusätzliche Gabe von Pertuzumab das Risiko für Rezidiv oder Tod in der adjuvanten Situation bei Patienten mit nodal-positiver oder Hormonrezeptor (HR)-negativer Erkrankung weiter um nahezu 25% (2). Dies belegt die Studie APHINITY, auf deren Basis das Pertuzumab-Regime Ende Mai 2018 für die adjuvante Therapie zugelassen wurde. Im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) in Berlin stellte Prof. Dr. Christian Jackisch, Offenbach, die relevanten Daten der Studie vor und diskutierte praxisrelevante Aspekte beim adjuvanten Einsatz von Pertuzumab.
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Die adjuvante Zulassung für die doppelte Antikörper-Blockade mit Pertuzumab und Trastuzumab in Kombination mit einer Chemotherapie gilt für Patienten mit frühem HER2-positivem Mammakarzinom mit hohem Rezidivrisiko* (1). In der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie APHINITY profitierten insbesondere Patienten mit positivem Nodalstatus oder negativem HR-Status von der zusätzlichen Pertuzumab-Therapie – 2 Patientenkollektive mit hohem Risiko, einen Rückfall zu erleiden. Das Risiko für Rezidiv oder Tod konnte bei diesen Patientengruppen um weitere 23% bzw. 24% reduziert werden (invasiv-krankheitsfreies Überleben (iDFS): 92,0% vs. 90,2%; HR=0,77; p=0,019 bzw. iDFS: 92,8% vs. 91,2%; HR=0,76; p=0,085) (2). „Das bedeutet, dass wir die Chance auf Heilung für diese Patienten mit hohem Rezidivrisiko weiter verbessern können,“ kommentierte Jackisch.

Pertuzumab und Trastuzumab für ein Jahr – unabhängig vom Zeitpunkt der Operation

„Die Behandlung des frühen HER2-positiven Mammakarzinoms wird zum Zeitpunkt der Erstdiagnose ganz wesentlich von einem positiven Nodalstatus und/oder einem negativen HR-Status beeinflusst“, erklärte Jackisch. Bei nodal-positiver oder HR-negativer Erkrankung ist eine adjuvante Behandlung mit Pertuzumab indiziert. „Diese Patienten behandeln wir für 18 Zyklen bzw. ein Jahr mit dem Pertuzumab-Regime – unabhängig vom Zeitpunkt der Operation, das heißt unabhängig davon, ob wir neoadjuvant vorbehandeln oder nicht“, so Jackisch weiter.

Dieses Vorgehen entspricht der Empfehlung der Arbeitsgemeinschaft für Gynäkologische Onkologie (AGO): Sowohl der adjuvante Einsatz von Pertuzumab für 18 Zyklen (ein Jahr) als auch die Komplettierung der Therapie nach neoadjuvanter Vorbehandlung auf ein Jahr werden bei Patienten mit nodal-positiver oder HR-negativer Erkrankung mit einer Plus-Empfehlung (+) bewertet (5).

Management der adjuvanten Pertuzumab-Therapie im klinischen Alltag

Die Daten der Studie APHINITY bestätigen auch das bekannte Sicherheitsprofil der doppelten Antikörper-Blockade. Es wurden keine neuen Sicherheitssignale beobachtet. Unerwünschte Ereignisse traten vorwiegend während der Chemotherapie-Phase auf. So sank die Inzidenz der Diarrhöen ≥ Grad 3 nach Absetzen der Chemotherapie deutlich (9,8% vs. 3,7%; nach Absetzen der Chemotherapie: 0,5% vs. 0,2%). „Wichtig ist, dass wir die Patienten über mögliche Nebenwirkungen aufklären und frühzeitig Prophylaxemaßnahmen einleiten. Zudem kann die Verträglichkeit der Therapie durch die Auswahl der Chemotherapie moduliert werden.“

* Patienten mit nodal-positiver oder HR-negativer Erkrankung

Quelle: Roche

Literatur:

(1) Fachinformation Perjeta®, Stand: Juli 2018.
(2) von Minckwitz G et al. N Engl J Med 2017;377(2):122-31.
(3) Gianni L et al. Lancet Oncol 2012;13(1):25-32.
(4) Swain S et al. N Engl J Med 2015;372(8):724-34.
(5) AGO Kommission Mamma; Diagnostik und Therapie von Patientinnen mit primärem und metastasiertem Brustkrebs; Empfehlungen 2018. www.ago-online.de


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