Donnerstag, 19. Oktober 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
06. Oktober 2016

Epstein-Barr-Virusinfektion: microRNAs verhindern Warnsignale ans Immunsystem

Das Epstein-Barr-Virus (EBV) hindert infizierte Zellen daran, sich beim Immunsystem bemerkbar zu machen. Dafür produziert es microRNAs, die die entsprechenden Warnsignale gar nicht erst entstehen lassen. Diesen bisher unbekannten Mechanismus konnten Wissenschaftler am Helmholtz Zentrum München aufklären.
Anzeige:
 
 

Das von den englischen Virologen Michael Epstein und Yvonne M. Barr beschriebene EBV findet sich bei einem Großteil der Weltbevölkerung, wird aber zumeist vom Immunsystem in Schach gehalten. Trotzdem gelingt es dem Körper nicht, den Erreger gänzlich zu beseitigen. Warum das so ist, will das Wissenschaftlerteam um Prof. Wolfgang Hammerschmidt herausfinden. Er ist Leiter der Abteilung Genvektoren (AGV) am Helmholtz Zentrum München und Mitglied des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF).

"Unsere aktuellen Arbeiten zeigen, dass das Virus die infizierte Zelle durch microRNAs davon abhält, das Immunsystem zu alarmieren", fasst der Studienleiter die Erkenntnisse zusammen. EBV nistet sich zumeist in B-Zellen ein, einer Klasse der weißen Blutkörperchen. Werden sie von EBV infiziert, bringt das Virus diese Zellen dazu, sich verstärkt zu vermehren, um immer mehr Viren zu produzieren. Die B-Zellen reagieren in der Regel mit einem Notruf an das Immunsystem: Auf ihrer Oberfläche präsentieren sie Teile des Virus und scheiden Entzündungsbotenstoffe aus, um die Immunzellen anzulocken.
 

Abb. 1: Das Epstein-Barr-Virus (EBV) hindert infizierte Zellen daran, sich beim Immunsystem bemerkbar zu machen. (©Prof. Georg Bornkamm / Helmholtz Zentrum München)
Abb. 1: Das Epstein-Barr-Virus (EBV) hindert infizierte Zellen daran, sich beim Immunsystem bemerkbar zu machen. (©Prof. Georg Bornkamm / Helmholtz Zentrum München)

"Genau diesen Hilferuf unterdrücken die vom Virus produzierten microRNAs nach der Infektion", verdeutlicht AGV-Wissenschaftler Manuel Albanese. Sein Kollege Takanobu Tagawa ergänzt: "Die microRNAs lassen erst gar nicht zu, dass die dafür notwendigen Proteine in der Wirtszelle produziert werden." Die beiden Doktoranden teilen sich jeweils die Erstautorschaft an den beiden Publikationen in Proceedings of the National Academy of Sciences und im Journal of Experimental Medicine.

Neuer Ansatz auch für die Krebsforschung denkbar

Da das EBV die Zellteilung der B-Zellen antreibt und auf diese Weise auch für Krebserkrankungen verantwortlich ist, überlegen die Forscher, wie sich die Erkenntnisse nun auch in der Krebsforschung anwenden lassen. „Der von uns gefundene Mechanismus führt dazu, dass Killer-T-Zellen und Helfer-T-Zellen untätig bleiben, obwohl die kranke Zelle ihnen gegenübersteht“, so Studienleiter Hammerschmidt. "Wäre es möglich, diese Blockade auszuhebeln, wäre das ein interessanter Ansatz für Krebserkrankungen: Das Immunsystem könnte Tumore, die durch EBV ausgelöst werden, womöglich besser bekämpfen." Klinische Studien zu Wirkstoffen, die bestimmte microRNAs ausschalten, liefen aktuell bereits in anderen Zusammenhängen, so die Autoren.

microRNAs (miRNAs) sind nichtkodierende RNAs, die eine wichtige Rolle bei der Genregulation und insbesondere beim Stilllegen von Genen spielen. Im Allgemeinen weisen sie eine Größe von 21 bis 23 Nukleotiden auf, sind also sehr kurz - daher der Name.
Killer-T-Zellen (auch CD8-T-Zellen genannt) können die infizierten Zellen zerstören und so die Vermehrung des Virus verhindern. Helfer-T-Zellen (auch CD4-T-Zellen genannt) unterstützen sie dabei und sorgen zudem für die Bildung von Antikörpern gegen das Virus.
Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt
Literatur:
Tagawa, T. & Albanese, M. et al. (2016)
Epstein-Barr Viral miRNAs Inhibit Antiviral CD4+ T Cell Responses Targeting IL-12 and Peptide Processing.
Journal of Experimental Medicine, doi: 10.1084/jem.20160248
http://www.pnas.org/content/early/2016/09/30/1605884113.abstract

Albanese, M. & Tagawa, T. et al. (2016):
Epstein-Barr virus miRNAs inhibit immune surveillance by virus-specific CD8+ T cells.
Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS), doi: 10.1073/pnas.1605884113
http://www.pnas.org/content/early/2016/09/30/1605884113.abstract
 
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!



Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
CML
NET
CUP
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs