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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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08. Mai 2014

Universitätsklinikum Regensburg baut Gewebedatenbank für Hirntumoren auf

In Deutschland erkranken jährlich circa 7.000 Menschen an Gehirntumoren. Die häufigste und zugleich bösartigste Tumorart ist das Glioblastom, ein sehr schnell wachsender Tumor, der im Hirngewebe selbst entsteht. Patienten mit dieser Diagnose erwartet eine anstrengende und langwierige Behandlung mit Operationen, Bestrahlung und Chemotherapie - bisher ohne Chance auf vollständige Heilung. Das Zentrum für Hirntumoren des Universitätsklinikums Regensburg (UKR) erstellt jetzt in interdisziplinärer Zusammenarbeit eine Patienten- und Gewebedatenbank für Hirntumoren. Ziel ist es, die Entstehung von Gehirntumoren zu untersuchen und noch wirksamere Behandlungsmethoden zu entwickeln.

Um Lebenszeit und Lebensqualität der Patienten so lange wie möglich zu erhalten, widmen sich Ärzte und Forscher am Universitätsklinikum Regensburg seit Jahren der Verbesserung von Diagnostik und Therapie bei Gehirntumoren. Das UKR unterhält mit dem 2009 gegründeten Zentrum für Hirntumoren (ZHT) eines der größten Forschungs- und Behandlungszentren in Deutschland. Das Zentrum wird seit drei Jahren durch die von der Wilhelm Sander-Stiftung geförderte Therapieeinheit NeuroOnkologie gestärkt. Unter deren Federführung startet nun ein neues Projekt: In interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen UKR, medbo (medizinische Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz) Bezirksklinikum Regensburg und Tumorzentrum Regensburg wird eine Patienten- und Gewebedatenbank für Gehirntumoren eingerichtet. Die systematisch erfassten und ausgewerteten Diagnose- und Behandlungsdaten von Patienten sollen wichtige Erkenntnisse bringen, um die Behandlungsmethoden weiterzuentwickeln.

"Aus von Patienten, selbstverständlich mit deren Einverständnis, gesammelten Daten lassen sich später bestimmte Muster der Erkrankung innerhalb einzelner Patientengruppen besser erkennen und verstehen. Daraus können unter Umständen Behandlungsrichtlinien für eine personalisierte Therapie entwickelt werden", beschreibt Prof. Dr. Peter Hau, Leiter der Wilhelm Sander-Therapieeinheit NeuroOnkologie und Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Neurologie am ZHT des UKR, die Vorteile der neuen Patienten- und Gewebedatensammlung.

Die Gewebedatenbank ist eines von vielen Projekten, die durch die Förderung der Wilhelm Sander-Stiftung im ZHT realisiert werden können. Zentrales Anliegen der Stiftung ist die Bekämpfung von Krebserkrankungen durch medizinische Forschung. Vor diesem Hintergrund unterstützt die Stiftung seit drei Jahren die Arbeit der Regensburger Therapieeinheit NeuroOnkologie. Die kürzlich erfolgte Begutachtung bescheinigte der Therapieeinheit positive Forschungs- und Behandlungsergebnisse. "Der interdisziplinäre Behandlungserfolg und die in der Therapieeinheit betriebene intensive Forschung haben uns überzeugt, die Förderung der Einheit um zwei weitere Jahre zu verlängern und damit Fördermittel von insgesamt bis zu drei Millionen Euro zur Verfügung zu stellen", begründet Bernhard Knappe, Vorstand der Wilhelm Sander-Stiftung, die Entscheidung des Stiftungsrates.

Die bereits bestehende Stiftungsprofessur für Neuroonkologie am UKR kann damit fortgeführt werden. Sie koordiniert die wissenschaftliche und klinische Arbeit zwischen den am ZHT beteiligten Kliniken und Abteilungen und leitet den Aufbau der neuen Gewebedatenbank. In enger Kooperation mit der 2010 gegründeten Abteilung für Neuropathologie des Universitätsklinikums Regensburg besteht am UKR damit die beste Infrastruktur, diagnostisch, therapeutisch und wissenschaftlich eng zusammenzuarbeiten und Forschungsergebnisse schnell zum Wohl der Patienten in die Behandlung einfließen zu lassen.

Darüber hinaus fördert die Wilhelm Sander-Stiftung verstärkt den Ausbau der molekularen neuropathologischen Diagnostik des Zentrums für Hirntumoren. "Wir können aus dem entnommenen Gewebe somit zukünftig noch zeitnaher und genauer Informationen gewinnen, um die Prognose oder das Therapieansprechen voraussagen. Dies erweitert zusätzlich die Behandlungsmöglichkeiten für unsere Patienten", freut sich Prof. Dr. Markus J. Riemenschneider, Leiter der Abteilung für Neuropathologie des UKR.

Quelle: Wilhelm Sander-Stiftung
 
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