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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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25. Januar 2016

SABCS 2015: Daten zu Everolimus plus Exemestan

Auf dem San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) 2015 wurden drei Poster mit Daten zur dritten Interimsanalyse der BRAWO-Studie vorgestellt (1,2,3). Die Interimsanalyse mit Vergleich der Altersgruppen ≥ 70 Jahre und < 70 Jahre zeigt ein gut beherrschbares Sicherheitsprofil für Everolimus plus Exemestan auch bei älteren Patientinnen (1). Eine weitere Zwischenauswertung weist darauf hin, dass vor Therapiebeginn sportlich aktive Patientinnen später weniger unter unerwünschten Ereignissen leiden (3).

Die laufende nicht-interventionelle Studie (NIS) BRAWO (BReast cancer treatment with Afinitor® [everolimus] and exemestane for ER+ WOmen) dokumentiert derzeit in rund 400 deutschen Zentren Erfahrungen mit Everolimus plus Exemestan aus der Routineanwendung. Zugelassen ist die Kombination seit Juli 2012 zur Therapie des HR (Hormonrezeptor)-positiven, HER2 (humaner epidermaler Wachstumsfaktor-Rezeptor 2)/neu-negativen, fortgeschrittenen Mammakarzinoms bei postmenopausalen Frauen ohne symptomatische viszerale Metastasierung, nachdem es zu einem Rezidiv oder einer Progression nach einem NSAI (nicht-steroidalen Aromataseinhibitor) gekommen ist. Auf dem San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) 2015 wurden drei Poster der dritten Interimsanalyse (1,2,3) präsentiert. Ausgewertet wurden dafür Daten von 1.300 Patientinnen zum Auftreten von Stomatitis (2), zum Einfluss von körperlicher Aktivität auf die Therapie (3) und in einer Subgruppenanalyse (n=485) zum Einsatz von Everolimus plus Exemestan bei älteren Patientinnen (1).

Everolimus auch in höherem Alter gut verträglich

Bei den von Prof. Tesch et al. präsentierten Daten stand die Subgruppe im Fokus (1). Wie die Studienautoren betonen, ist die Behandlung älterer Mammakarzinom Patientinnen oft wegen vorbestehender Begleiterkrankungen und entsprechender Komedikationen sowie der altersbedingten Veränderung physiologischer Funktionen (5,6), eine Herausforderung (1). 485 BRAWO-Patientinnen waren ≥ 70 Jahre alt (medianes Alter 75 Jahre), die übrigen 813 Patientinnen dieser Analyse waren median 60 Jahre alt. Etwa ein Drittel der älteren Patientinnen hatte mäßig-schwere oder schwere Begleiterkrankungen (27,8% bzw. 4,8%); bei den Jüngeren lag der Anteil bei nur 19,1% (17,7% bzw. 1,4%) (1). Die Therapiedauer mit Everolimus plus Exemestan betrug bei Patientinnen < 70 Jahre median 5,6 Monate (95%-KIA : 3,7–5,1 Monate), bei den älteren Patientinnen 4,3 Monate (95%-KI: 5,1–6,5 Monate) (1).

Trotz der höheren Komorbidität in der älteren Gruppe fanden sich keine starken Unterschiede beim Vergleich der Nebenwirkungen mit Inzidenz ≥ 10%: Eine Stomatitis wurde unter Everolimus plus Exemestan mit 41,2% bei den Patientinnen ≥ 70 Jahre dokumentiert versus 41,7% bei denen < 70 Jahre, Fatigue mit 16,9% vs. 13,3%, Übelkeit mit 13,0% vs. 11,8%, Diarrhö mit 13,2% vs. 11,4%, Dyspnoe mit 12,0% vs. 10,9% und verminderten Appetit mit 12,0% vs. 8,1% (1). Auch die Rate schwerer Stomatitiden (Grad 3-4) war in beiden Subgruppen nahezu identisch (2,3% < 70 Jahre; 2,5% ≥ 70 Jahre) (1). Die Studienautoren resümieren, dass sich bei älteren Patientinnen unter Everolimus plus Exemestan ein gut beherrschbares Sicherheitsprofil zeigte, und dass die Ergebnisse konsistent mit denen aus BOLEROB-2 (7) waren (1).

Stomatitis meist zu Therapiebeginn

Dass die Stomatitis ein zumeist früh auftretendes unerwünschtes Ereignis der Therapie mit Everolimus plus Exemestan ist, legt die Publikation von Schütz et al. nahe (2): Danach trat die Mehrzahl der Stomatitiden in den ersten 8 Wochen nach Behandlungsbeginn auf; sie blieben median 28 Tage lang bestehen. Die Rate an Stomatitiden lag in BRAWO mit 41,5%( 2) deutlich unter der in BOLERO-2 (59%) (7). Um unerwünschte Ereignisse früh zu erkennen und zu behandeln, ist eine engmaschige Therapieführung entscheidend, resümieren Prof. Schütz et al. (2). Im ersten Monat sollten die Patientinnen daher einmal wöchentlich einbestellt werden.

Als möglicher Einflussfaktor für die Verträglichkeit von Everolimus zeichnete sich sportliche Aktivität ab (3): Laut der von Prof. Bloch et al. erstellten BRAWO-Interimsanalyse gaben 82,2% der 1.300 Patientinnen an, in der Woche vor Studienbeginn inaktiv gewesen zu sein, weitere 13,6% bezeichneten sich als mäßig aktiv und nur 4,2% als sportlich sehr aktiv (3). Letztere zeigten eine Rate unerwünschter Ereignisse von nur 76,3% gegenüber 89,2% bei den inaktiven und 87,8% bei den mäßig aktiven Teilnehmerinnen (3). Dieses Ergebnis verdeutlicht laut Bloch et al. die Bedeutung spezifischer Leitlinien für präventive und rehabilitative Sportprogramme (3).

BOLERO-2: PFS mehr als verdoppelt

Die placebokontrollierte doppelblinde Phase-III-Studie prüfte die Wirksamkeit und Sicherheit von Everolimus plus Exemestan (7). Von 724 postmenopausalen Patientinnen mit fortgeschrittenem HR-positiven, HER2-negativen Brustkrebs und Rezidiv oder Progress während/nach einem NSAI erhielten 485 Everolimus und 239 Placebo zusätzlich zu Exemestan (7). In der finalen zentralen Auswertung nach median 18 Monaten zeigte sich mit einem medianen PFS von 11 Monaten ein mehr als doppelt so langes PFS unter Everolimus plus Exemestan als in der Kontrollgruppe mit 4,1 Monaten (HR=0,38; 95%-KI: 0,31–0,48; p<0,0001) (7).  

Die Kombination Everolimus plus Exemestan hat seitens der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) bereits dreimal in Folge den höchsten Empfehlungsgrad „ ++ “  in der Erstlinie nach adjuvanter Behandlung mit einem NSAI (bei Frührezidiv innerhalb von 12 Monaten) erhalten (8).  Wurde zuvor adjuvant Tamoxifen oder keine adjuvante endokrine Therapie gegeben, vergab die AGO das Doppelplus für Everolimus plus Exemestan in der Zweitlinie (8).

Weiterführende Informationen finden Sie unter https://www.leben-mit-brustkrebs.de

A KI: Konfidenzintervall.
B BOLERO: Breast cancer trials of OraL EveROlimus.

Novartis Pharma GmbH
Literatur:

(1) Tesch H et al.: Results of the third interim analysis of the non-interventional trial BRAWO – subanalysis of patients aged <70 years and ≥70 years. SABCS 2015; Poster und Abstr. # P4-13-06.
(2) Schütz F et al.: Stomatitis in patients treated with everolimus and exemestane – results of the third interim analysis of the non-interventional trial BRAWO. SABCS 2015; Poster und Abstr. #  P4-13-08.
(3) Bloch W et al.: Impact of physical activity/exercise on adverse events and quality of life during treatment with everolimus and exemestane for ER+ women – Results of the 3rd interim analysis of BRAWO. SABCS 2015; Poster und Abstr. # P4-13-07.
(4) Fachinformation Afinitor®; Stand: März 2015.
(5) Riseberg D et al.: Treating elderly patients with hormone receptor-positive advanced breast cancer. Clin Med Insights Oncol. 2015; 24(9):65-73.
(6) Williams GR, Jones E, Muss HB.: Challenges in the treatment of older breast cancer patients. Hematol Oncol Clin North Am. 2013; 27(4):785-804.
(7) Yardley DA et al.: Everolimus plus exemestane in postmenopausal patients with HR+ breast cancer: BOLERO-2 final progresion-free survival analyses. Adv Ther 2013; 30:870-884.
(8) Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie e.V. (AGO): Guidelines Breast Version 2015.1D. Diagnostik und Therapie primärer und metastasierter Mammakarzinome: Endokrine und  zielgerichtete Therapie des metastasierten Mammakarzinoms. Online unter: http://www.ago-online.de/fileadmin/downloads/leitlinien/mamma/maerz2015/de/2015D_19_Endokrine_und_zielgerichtete_Therapie_metastasiertes_Mammakarzinom.pdf.

 
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