Dienstag, 12. Dezember 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren
Zentren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
15. April 2016

Für pulmonale und intestinale NET wächst die Zahl therapeutischer Optionen

Die Aussichten für Patienten mit fortgeschrittenen pulmonalen oder gastrointestinalen NET bessern sich zunehmend. In beiden Indikationen stehen wirksame Optionen für eine differenzierte Therapie zur Verfügung, wenn auch wenige evidenzbasierte. Voraussetzung einer adäquaten Therapiewahl bei fortgeschrittenen Lungen-NET ist die eindeutige Subtypbestimmung des Tumors anhand der WHO-Klassifikation. Sandostatin® LAR® (Octreotid LAR) ist bei fortgeschrittenen, funktionellen und nicht-funktionellen NET des Mitteldarms als antiproliferative Erstlinientherapie zugelassen (1).

Anzeige:
 
 

Nach einer Phase steter Weiterentwicklung stehen Patienten mit neuroendokrinen Tumoren (NET) bereits heute therapeutische Optionen zur Verfügung. Einen hohen Stellenwert besitzt z. B. das Somatostatinanalogon (SSA) Sandostatin® LAR® (Octreotid LAR), das für die antiproliferative Behandlung primär unbehandelter Patienten mit fortgeschrittenen funktionellen oder nicht-funktionellen NET des Mitteldarms oder unbekannter Primärlokalisation zugelassen ist (wenn Primärlokalisationen außerhalb des Mitteldarms ausgeschlossen wurden) (1). Voraussichtlich werden in absehbarer Zeit weitere, derzeit noch unter Prüfung stehende Substanzen zum Nutzen der Patienten beitragen. Mit dem therapeutischen Fortschritt ging eine Verbesserung der Diagnostik einher – nach Einschätzung von Prof. Dr. Simron Singh, Toronto (Kanada), die wichtigste Erklärung für die Zunahme der NET-Inzidenz in den letzten Jahren. Wie Singh anlässlich eines von Novartis Oncology unterstützten Satellitensymposiums im Rahmen der diesjährigen 13. Annual ENETS A Conference berichtete (2), hat sich die NET-Inzidenz beispielsweise in der größten kanadischen Provinz, Ontario, in den letzten 15 Jahren verdoppelt, während die Krebshäufigkeit insgesamt nur gering gestiegen ist (3).
 
Lungen-NET - klassifizieren und differenziert behandeln

Auffällig ist insbesondere die Inzidenzzunahme der Lungen-NET (3), der zweithäufigsten NET-Entität nach den gastrointestinalen NET (4). Fortgeschrittene Lungen-NET wurden oft pauschal als kleinzellige Lungenkarzinome eingestuft und als solche aggressiv chemotherapeutisch behandelt. Heute stehen wirksame Therapien für unterschiedliche Situationen zur Verfügung. Um deren Wirksamkeit zum maximalen Patientennutzen auszuschöpfen, bedarf es einer Therapiewahl, die sich in Kenntnis Patienten- und Tumor-assoziierter Parameter an Leitlinien z. B. der ENETS (5) orientiert.
 
Grundlage für die weitere Therapie ist zunächst die Einordnung des Tumors nach der WHO B-Klassifikation. Diese grenzt laut Dr. Nicola Fazio, Mailand (Italien) (2), gut differenzierte typische Karzinoidtumore (TC) einerseits von den gut bis mäßig differenzierten atypischen Karzinoidtumoren (AC) sowie andererseits von den prognostisch ungünstigen, gering differenzierten, großzelligen neuroendokrinen Karzinomen (LCNEC) bzw. kleinzelligen Lungenkarzinomen (SCLC) ab (6). Merkmale der Unterscheidung sind neben dem histologischen Grading die Mitoserate bzw. der Ki67 C-Index sowie das Muster nekrotischer Veränderungen. AC zeichnen sich im Vergleich zu TC durch eine höhere Mitoserate (2-10 vs. 0-1/2mm2) und ein höheres histologisches Grading (G2 vs. G1) sowie gelegentlich punktförmige Nekrosen aus (TC: keine Nekrosen). Für die hochmalignen LCNEC und SCLC sind dagegen hohe Mitoseraten (>10/2 mm2), deutlich höhere Ki67-Proliferationsindices (>40%) und ausgedehnte Nekrosen typisch (7) Damit kommt der Bestimmung des Parameters Ki67 eine neue Bedeutung zu, da er eine Relevanz für die Therapie-Entscheidungen hat.
 
Individuelle Therapieentscheidung bei Progression von GEP-NET D

Auch bei gastroenteropankreatischen NET ist die genaue Kenntnis des Patienten und seiner Tumorform eine entscheidende Voraussetzung für eine adäquate Therapiestrategie. Prof. Dr. Diego Ferone, Genua (Italien), diskutierte, wie bei einem nicht-funktionellen Dünndarm-NET nach monofokaler Krankheitsprogression unter Gabe von SSA in Standarddosierung verfahren werden kann. Laut Ferone kommen in dieser Situation gemäß ENETS-Leitlinien (8) zahlreiche Optionen in Frage, die mit den Patienten diskutiert werden sollten, z. B. lokoregionäre Therapien oder die PRRT.
 
Unter Berücksichtigung z. B. der Histopathologie und der Vorbehandlung sollte eine individuelle Therapieentscheidung getroffen werden. Weitere Kriterien sind laut Ferone das Ansprechen auf die Vortherapie, die Dauer des progressionsfreien Intervalls oder die Aggressivität der Progression. Eine Steigerung der SSA-Dosierung ist, nach Einschätzung Ferones bei Mitteldarm-NET mit minimaler Progression eine valide Therapiemöglichkeit. Liegt eine rasche oder multifokale Progression vor, wäre die Wahl z. B. eine PRRT.
 
Weiterhin hoher Forschungsbedarf


Trotz aller Fortschritte ist der Bedarf an Studien, die das Therapieangebot für NET-Patienten erweitern, weiterhin hoch. Zu den „unmet needs“ gehören, laut Singh, effektive und gut verträgliche Kombinationstherapien. Zudem werden Studien benötigt, die optimale Therapiesequenzen, optimale Behandlung in bestimmten Situationen („die richtige Therapie für den richtigen Patienten zum richtigen Zeitpunkt“) oder die optimale SSA-Dosierung identifizieren.
 
NET können das Leben signifikant beeinträchtigen, so auch die Auffassung von Singh. In einer globalen, von Novartis in Zusammenarbeit mit der Patientenorganisation INCA (International Neuroendocrine Cancer Alliance) durchgeführten Erhebung mit nahezu 2.000 NET-Patienten (9,10,11,12) gaben 71% der Befragten an, dass die Erkrankung ihr tägliches Leben negativ beeinflusst (9). 82% der zur Zeit der Befragung arbeitslosen Patienten hatten ihre Arbeit aufgrund der Erkrankung aufgeben müssen. Daran sollten sich Ärzte nach Meinung von Singh erinnern, wenn sie bei NET über Art und Zeitpunkt der Behandlung und über das Toxizitätsmanagement nachdenken.
 
Weiterführende Informationen finden Sie unter www.leben-mit-net.de.
 
A: ENETS: European Neuroendocrine Tumor Society.
B: WHO: World Health Organization.
C: Ki67: Ki67 Protein.
D: GEP-NET: Gastroenteropankreatische neuroendokrine Tumoren.

Novartis
Literatur:

(1) Fachinformation Sandostatin® LAR®-Monatsdepot 10 mg/- 20 mg/- 30 mg; Stand: Dezember 2014.
(2) Satellitensymposium “Charting the future of NET therapy: new evidence in clinical practice” im Rahmen der 13th Annual ENETS Conference for the diagnosis and treatment of neuroendocrine tumor disease, 10. März 2016, Barcelona (Spanien).
(3) Hallet J et al.: Exploring the rising incidence of neuroendocrine tumors: a population-based analysis of epidemiology, metastatic presentation, and outcomes.Cancer 2015; 121(4):589-597.
(4) Kaifi JT et al.: The diagnosis and treatment of bronchopulmonary carcinoid. Dtsch Arztebl Int 2015; 112:479-85. DOI: 10.3238/arztebl.2015.0479.
(5) Caplin ME et al.: Pulmonary neuroendocrine (carcinoid) tumors: European Neuroendocrine Tumor Society expert consensus and recommendations for best practice for typical and atypical pulmonary carcinoids. Ann Oncol 2015; 26(8):1604-1620.
(6) Travis WD et al.: The 2015 World Health Organization Classification of Lung Tumors: impact of genetic, clinical and radiological advances since the 2004 Classification. J Thorac Oncol 2015; 10(9):1243-1260
(7) Schnabel PA et al.: Pulmonale neuroendokrine Tumoren in der neuen WHO-Klassifikation 2015. Beginn eines Aufbruchs zu „neuen Ufern“?. Der Pathologe 3, 2015; 36:283-292.
(8) Pavel M et al.: ENETS Consensus Guidelines update for the management of distant metastatic disease of intestinal, pancreatic, bronchial neuroendocrine neoplasms (NEN) and NEN of unknown primary site. Neuroendocrinol 2016; 103: 172-185.
(9) Leyden J et al.: The neuroendocrine tumor (NET) patient (pt) perspective: results from the first global NET pt survey – a collaboration between the International Neuroendocrine Cancer Alliance (INCA) and Novartis Pharmaceuticals. Neuroendocrinology 2015; 102:158.
(10) Öberg K et al.: Multidisciplinary team (MDT) in neuroendocrine tumor (NET) management: results from the first global NET patient (pt) survey – a collaboration between the International Neuroendocrine Cancer Alliance (INCA) and Novartis Pharmaceuticals. Neuroendocrinology 2015; 102:159.
(11) Pavel M et al.: Time to diagnosis of neuroendocrine tumors (NETs): results from the first global NET patient (pt) survey – a collaboration between the International Neuroendocrine Cancer Alliance (INCA) and Novartis Pharmaceuticals. Neuroendocrinology 2015; 102:160.
(12) Ruszniewski P et al.: Neuroendocrine tumor (NET) patient (pt) experience and disease burden: results from the first global NET pt survey – a collaboration between the International Neuroendocrine Cancer Alliance (INCA) and Novartis Pharmaceuticals. Neuroendocrinology 2015; 102:161.

 
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!



Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
CML
CUP
NET
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs
 
ASH 2017