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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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18. März 2015

Mifamurtid beendet die Stagnation in der Behandlung des Osteosarkoms - Verbesserung des 6-Jahres-Gesamtüberlebens von 70 auf 78%

Das Osteosarkom ist der häufigste maligne primäre Knochentumor, zählt mit einer Inzidenz von 0,2-0,3 pro 100.000 Menschen pro Jahr in der EU jedoch zu den Orphan Diseases. Mit dem derzeitigen Behandlungsstandard aus Operation plus neoadjuvanter und adjuvanter Kombinationschemotherapie erreichen bisher 60-70% der Patienten mit einem lokalisierten Tumor ein ereignisfreies Überleben von 5 Jahren (1). Neue Therapieoptionen waren erforderlich, denn geänderte oder intensivierte Chemotherapieschemata konnten an diesen Werten über die Jahre nur wenig ändern (2).

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Einen ersten bedeutenden Fortschritt seit langem bedeutete hingegen die Einführung von Mepact® (Mifamurtid). In einer Phase-III-Adjuvanz-Studie hat der Immunmodulator unabhängig vom Chemotherapieregime das Gesamtüberleben signifikant verlängert, wie auf einem "Meet the Expert - Behandlung des Osteosarkoms" im Vorfeld der Sarkomkonferenz in Münster dargestellt wurde (3). Das Osteosarkom ist ein maligner Tumor, der vor allem junge Menschen zwischen dem 10. und 20. Lebensjahr betrifft und sich zu etwa 90% in den Extremitäten manifestiert. Dieser Tumor neigt sehr rasch dazu, Metastasen zu bilden und dies vor allem in der Lunge. In erster Linie führen diese Lungenmetastasen zum Tode (1).

Intensivierte Chemotherapie bringt keinen weiteren Überlebensvorteil

Mit einem operativen Eingriff allein erreichte man in früheren Zeiten Überlebensraten von ca. 20%. Durch die Einführung der Chemotherapie in den 70er Jahren haben sich die Überlebenschancen erheblich um weitere 40-50% verbessert (1,4), berichtete Prof. Paul Meyers vom Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York. Seitdem aber haben verschiedenste Therapieansätze in Studien kaum weitere Fortschritte für das Outcome gebracht. Dies gilt auch für die EURAMOS-1-Studie (2), bei der der heutige Goldstandard in der adjuvanten Chemotherapie mit dem MAP-Schema (Doxorubicin, Cisplatin und Hochdosis-Methotrexat) als Basistherapie diente. Wie Meyers ausführte, hat die Hinzunahme von Etoposid und Ifosfamid bei den Patienten mit schlechtem Ansprechen und die Hinzunahme von Interferon-α-2b bei den Patienten mit besserem Ansprechen das Outcome nicht verbessert, aber mehr Toxizitäten und sekundäre maligne Neoplasien hervorgerufen.

Mifamurtid kann zur Elimination von Mikrometastasen beitragen

Bei rund 80-90% der Patienten mit der Diagnose Osteosarkom haben sich vermutlich bereits Mikrometastasen gebildet, die diagnostisch nicht erfasst werden können (1,5). Genau hier scheint Mifarmutid zu wirken: Der Immunmodulator stimuliert die antitumorale Immunantwort, z.B. in der Lunge, durch Aktivierung von Makrophagen. Es kommt zur Freisetzung proinflammatorischer und anti-tumoraler Zytokine. Dies kann zur Elimination von Mikrometastasen beitragen, die zum Zeitpunkt der Therapie noch nicht nachweisbar sind (6,7,8).

Mifamurtid verbessert das Gesamtüberleben signifikant

Klinisch hat die Hinzunahme von Mifamurtid zur adjuvanten Kombinationschemotherapie in einer Phase-III-Studie (3) zu einem signifikant verbesserten 6-Jahres-Gesamtüberleben von 70 auf 78% (p = 0,03) geführt. Das ereignisfreie Überleben über denselben Zeitraum zeigte einen deutlichen Trend zugunsten der Mifamurtid-haltigen-Therapie (p = 0,08). Für Meyers besitzt Mifamurtid das Potenzial, bei einer Erkrankung, bei der es über zwei Jahrzehnte keine therapeutischen Fortschritte gegeben hat, jedes Jahr eine bedeutende Anzahl von Menschen zu retten und das bei allgemein guter Verträglichkeit.

Der Immunmodulator in der klinischen Praxis

Prof. Dr. Heribert Jürgens vom Universitätsklinikum Münster hat seit der Markteinführung von Mifamurtid im Jahr 2010 in Deutschland 20 Patienten damit behandelt. Jürgens: "Wir müssen alle Patienten über den gegenwärtigen Stand der Chemotherapie aufklären und darüber informieren, dass es eine weitere zugelassene Substanz gibt." Die Neigung, den Immunmodulator zur Chemotherapie hinzuzufügen, ist besonders bei Patienten mit schlechter Prognose sehr ausgeprägt.

Mepact® ist indiziert zur Behandlung nicht metastasierter, resezierbarer hochmaligner Osteosarkome bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Rahmen einer postoperativen Kombinationschemotherapie nach makroskopisch vollständiger Tumorresektion (5). Deutschlandweit wurden bisher 87 Patienten in 30 Zentren behandelt, berichtete Dr. Lilianna Wielitzek, Takeda Pharma Berlin. Zunehmend wird die Therapie in Unikliniken initiiert und dann heimatnah fortgeführt. Das Medikament wird innerhalb der Zulassung von den Krankenkassen erstattet.

Literaturhinweise;
(1) Luetke A et al.: Cancer Treat Rev 2014;40:523-532
(2) Marina N et al. Connective Tissue Oncology Society, 2014 Annual Meeting, October 15-18:Paper 032
(3) Meyers PA et al. J Clin Oncol 2008;26:633-8
(4) Mascarenas L et al. SEER AYA Monograph 2002, 8:97-109
(5) Geller DS, et al: Cln Adv Hematol Oncol 2010; 8:705-18
(6) Fachinformation Mepact®, Stand Dezember 2013
(7) Kleinerman ES, et al. Cancer Immunol Immunother 1992, 34:211-208
(8) Nardin A et al. Curr Cancer Drug Targets 2006; 23-33

Quelle: Takeda
 
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