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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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31. Januar 2017

Linksseitigkeit: Rektale Kolorektalkarzinome unterscheiden sich molekular von linksseitigen Colon-Abschnitten

CRC-Patienten, deren Karzinome  ihren Ursprung in linken Darmabschnitten haben (splenische Flexur, Colon descendens, Sigmoideum, Rektum), weisen im Vergleich zu solchen mit rechtsseitigen CRCs (Coecum, Colon ascendens) ein besseres Überleben auf. Neue Analysen, die Mohamed E. Salem, Georgetown Lombardi Comprehensive Cancer Center, auf dem ASCO-GI in San Francisco vorstellte (1), bauen diese Erkenntnisse weiter aus. Es ging um die Frage, ob alle linksseitigen Kolorektalkarzinome, also die linksseitigen Colonabschnitte und das Rektum, gleich zu betrachten sind.
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Die CALGB/SWOG 80405-STudie hat gezeigt, dass nicht nur linksseitige Verortung Vorteile hinsichtlich des Überlebens hat, sondern dass linksseitige Tumoren anders auf eine Therapie mit Biologika ansprechen, wofür vermutlich molekulare Unterschiede verantwortlich sind. Offen war geblieben, ob alle Tumoren links vom Colon transversum die gleichen molekularen Eigenschaften haben, sprich die Colon-Abschnitte im Vergleich mit dem Rektum. Dies untersuchten Salem et al., indem sie das molekulare Profil dreier Subgruppen linkssseitiger Tumoren verglichen: 1. die des Colon descendens inkl. splenischer Flexur (abgekürzt SFT), 2. das Sigmoideum (SgT), 3. das Rektum (RT).

Dafür wurden 1.457 linksseitige Primärtumoren (SFT=125; SgT=460, und RT=872) sowie 273 rechtsseitige Tumoren untersucht (per Immunohistochemie, Mikrosatelliteninstabilität, in-situ Hybridisierung, next-generation sequencing). Die Proben stammten von Caris Life Sciences aus den Jahren 2009 bis 2016.

Die Analysen zeigten, dass die drei Subgruppen linksseitiger Tumoren im Vergleich miteinander unterschiedliche molekulare Veränderungen aufwiesen. Besonders bemerkenswert war dabei, dass die Inzidenz der Mikrosatelliteninstabilität vom C. descendens mit 7% hin zum Sigmoideum mit 4% deutlich abnahm bis zu nur noch 1% im Rektum (p=0,015).

Die MGMT- und TOPO1-Expression war signifikant geringer im C. descendens und Sigmoideum verglichen mit rektalen Karzinomen, wohingegen die TOP2AnExpression signifikant höher war (p<0,05).

Tumoren im Colon descendens wies häufiger PIK3CA-, BRAF-, HNF1A-, CTNNB1- und GNAS-Mutationen auf als Tumoren des Rektum. Colon descendens hatte außerdem häufiger BRAF- and HNF1A-Mutationen als das Sigmoideum.

Auffallend war zudem, dass Tumoren des Colon descendens die höchste Tumor-Mutationslast, definiert als 17 oder mehr Mutationen pro Megabase, hatten (8,8% vs. 1,6% im Sigmoideum und 4,2% im Rektum). In allen Subgruppen korrelierte die Tumormutationslast mit der Mikrosatelliteninstabilität (7%, 4% und 0,7%) – (alle linksseitigen Tumoren vs. rechtsseitige, p=0,01).

Es gab keine großen Unterschiede bezüglich der Häufigkeit einer PD-L1-Expression in den 3 Gruppen (5%, 2%, 2%), der PD-1-Expression auf Tumor-infiltrierenden Lymphozyten (54%, 42%, und 42%), oder Her-2-Expression (1%, 2%, und 3%) sowie Amplifikationen (3%, 3%, 5%).

"Unsere Studie zeigt, dass innerhalb der linksseitigen Tumorlokalisation wiederum die rektalen Tumoren und Tumoren der Colon-Abschnitte unterschiedlich sind, daher sollte nach dem exakten Ort des Tumors stratifiziert werden, sagte Salem. Die Ergebnisse reichten jedoch noch nicht dazu aus, nach Rektum vs. linksseitigem Colon zu stratifizieren. Das CRC scheint keinen klaren Cut molekularer Veränderungen zu haben, sondern es gebe offenbar ein Kontinuum molekularer Unterschiede von rechts nach links, das es weiter zu untersuchen gelte.
(übers. v. AB)
ASCO-GI 2017, http://meetinglibrary.asco.org
Literatur:
(1) John Marshall, Heinz-Josef Lenz, Mohamed E. Salem et al.
Molecular variances between rectal and left-sided colon cancers.
J Clin Oncol 35, 2017 (suppl 4S; abstract 522
http://meetinglibrary.asco.org/content/176344-195
 
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