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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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24. Februar 2016

CATCH-Studie: VTE-Risiken leitliniengerecht begegnen

Tumorassoziierte venöse Thromboembolien (VTE) sollten am besten leitliniengerecht behandelt werden, so die einhellige Meinung der Experten eines von LEO Pharma veranstalteten Symposiums (1) anlässlich der 60. Jahrestagung der GTHa 2016 in Münster. Dabei ist zu beachten, dass die S2-Leitlinie: „Diagnostik und Therapie der Venenthrombose und der Lungenembolie“ (2) erst im Oktober überarbeitet wurde, wobei die überzeugenden Daten der CATCH-Studieb (3) mitaufgenommen wurden. Aus diesen ergibt sich eine eindeutige Empfehlung für das niedermolekulare Heparin (NMH) Tinzaparin (innohep®) für die Sekundärprophylaxe von tumorassoziierten VTE. Doch NMH wirken nicht nur antithrombotisch; es wird diskutiert, ob sie auch einen antimetastatischen Effekt haben.

„Es ist davon auszugehen, dass die Hälfte aller Männer und Frauen, die um 1960 geboren wurden, im Laufe ihres Lebens eine Krebserkrankung entwickeln (4)“, führte Professor Dr. Axel Matzdorff, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin II am Asklepios Klinikum Uckermark, ins Thema ein. Durch immer bessere Therapiemöglichkeiten leben die Patienten heutzutage länger. Da muss der Blick noch stärker auf potentielle Komplikationen gerichtet werden, um die Lebensqualität der Patienten zu erhalten. Dazu zählen auch venöse Thromboembolien, denn Tumorpatienten haben ein insgesamt etwa siebenfach erhöhtes  Risiko im Laufe ihrer Krebserkrankung eine akute VTE zu erleiden (5). Zudem gelten VTE – abgesehen von der Tumorerkrankung selbst – als Hauptursache für erhöhte Morbidität und Mortalität bei Tumorerkrankungen.

Deutliche Werte der CATCH-­Studie bestätigen die Leitlinien

Gerade unter diesen Gesichtspunkten begrüßt Matzdorff die aktuelle CATCH-Studie. Denn diese Untersuchung ist die erste, die zwölf Jahre nach der CLOT-Studie (6) mit dem Ziel initiiert wurde, die Evidenzlage für die Langzeitprophylaxe mit NMH bei Tumorpatienten zu verbessern bzw. zu aktualisieren. Die Studie zeigt, dass Tinzaparin das Gesamt-VTE-Rezidivrisiko auf 7,2% senkt. „Dies entspricht einer Verbesserung um 35% verglichen mit Warfarin. Was sehr deutlich, wenn auch nicht signifikant istc “, so Matzdorff. Zudem ginge eine Tinzaparin-Therapie mit einer signifikanten Risikoreduktion symptomatischer tiefer Beinvenenthrombosen und klinisch relevanter nicht-schwerwiegender Blutungen einher. „Die Studie bestätigt damit die bisherige Empfehlung der Leitlinien“, resümierte Matzdorff. „NMH, insbesondere Tinzaparin, ist das Mittel der Wahl bei der Behandlung von tumorassoziierten VTE.“

NMH: Mehr als nur antithrombotisch?
 

„Für NMH zur Therapie von VTE bei Tumorpatienten spricht möglicherweise noch mehr als die guten Ergebnisse der CATCH-Studie“, knüpfte Professor Dr. Stefan W. Schneider, Leitender Oberarzt der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie am Universitätsklinikum Mannheim, an. Studien konnten zeigen, dass es einen Zusammenhang zwischen Tumorprogression und Gerinnungsaktivierung gibt. So setzen Melanomzellen Signalmoleküle frei, die auch Bestandteile der Gerinnungskaskade sind, wie z.B. den Tissue Factor, der wiederum Thrombin generiert, VEGF-­A oder den von-­Willebrand-­Faktor. Dass letzterer zu Thrombosen und Tumorextravasion führen kann, konnte in verschiedenen Tiermodellen und ex-vivo-Untersuchungen gezeigt werden (7). „Zudem interagieren diese sezernierten Substanzen mit Heparin im Sinne einer antithrombotischen, inhibitorischen Wechselwirkung“, so Schneider, „aber somit ist diese Interaktion möglicherweise auch antimetastatisch. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass sich die NMH teilweise deutlich in ihrer pleiotropen Wirkung unterscheiden. Dies wird die weitere Forschung dazu zeigen.“

Tinzaparin auch bei kritischen Patienten

Abschließend stellte Professor Dr. Hanno Riess, Leiter der Internistischen Onkologie an der Charité, ein paar interessante Fälle aus der Praxis vor. Er betonte dabei, dass zur VTE-Rezidivprophylaxe Tinzaparin Vorzüge z.B. bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion hat. „Eine VTE-Rezidivprophylaxe bei Tumorpatienten bedeutet oft, dass die Antikoagulation solange fortgesetzt wird, wie die Tumorerkrankung aktiv ist und keine Kontraindikationen bestehen. Dass und warum NMH dabei vorzuziehen sind, muss sich noch mehr durchsetzen. Die Empfehlungen der Leitlinien sind da sehr klar“, so das Fazit von Professor Riess und seinen Kollegen.

a Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung e. V.
b Comparison of Acute Treatments in Cancer Haemostasis
c VTE-Rezidiv-Inzidenz unter Warfarin: 10,5% (Hazard Ratio 0,65, p = 0,07)

LEO Pharma
Literatur:

(1)  SAT6 – Lunch-­Symposium LEO Pharma GmbH: „From bench to bed – aktuelle  Aspekte zur Therapie venöser Thromboembolien bei Tumorerkrankungen“, 60. Jahrestagung der GTH 2016, 18.02.2016, Münster
(2)  S2-Leitlinie „Diagnostik und Therapie der Venenthrombose und der  Lungenembolie.  Aktueller Stand: 10. Oktober 2015 (AWMF Leitlinien-Register Nr. 065/002)
(3)  Lee AY et al. JAMA 2015;;314(7):677-­86
(4)  Ahmad AS et al. Br J Cancer. 2015 Mar 3;;112(5):943-­7
(5)  Blom JW et al. JAMA 2005;;293:715–722
(6)  Lee AYY et al. N Engl J Med 2003;;349:146-­153
(7)  Bauer AT et al. Blood. 2015 May 14;;125(20):3153-­63
 

 

 
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