Freitag, 15. Dezember 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren
Zentren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
26. Oktober 2016

App zur Diagnose und Therapie des RCC bewährt sich

Seit Anfang des Jahres bietet die App Nierenzellkarzinom Transparent raschen Zugriff auf umfassende Informationen zu Diagnose und Behandlung des Nierenzellkarzinoms. Die produktneutrale App kann für die Überprüfung von Therapieentscheidungen sowie für Schulungen und Fortbildungen genutzt werden und wird kontinuierlich aktualisiert. Die App kann im App Store und bei Google Play kostenlos heruntergeladen werden und steht außerdem in einer Web-basierten Anwendung zur Verfügung.

Die App Nierenzellkarzinom Transparent wurde von Novartis Oncology in Zusammenarbeit mit einem 30-köpfigen Expertenteam entwickelt. "Damit steht zum ersten Mal eine App zur Verfügung, die das gesamte Krankheitsbild Nierenzellkarzinom umfassend darstellt", erklärte Dr. Friedrich Overkamp, internistischer Onkologe aus Hamburg (1). Im übersichtlich gestalteten Hauptmenü der App findet der Anwender kompaktes Wissen zu diesem Tumor, das einfach abgerufen werden kann. Zur Verfügung stehen die Rubriken Diagnose, Therapiealgorithmus/-management, zugelassene Substanzen, Wechselwirkungen, Leitlinien und Nachsorge. Da das Management des Nierenzellkarzinoms (RCC) einem raschen Wandel unterliegt, wird die App regelmäßig an die neuesten Erkenntnisse adaptiert. "Literaturverzeichnis, Neuzulassungen, Fachinformationen und Leitlinien werden in der App ständig aktualisiert. Neue Informationen werden innerhalb weniger Wochen eingepflegt", berichtete der Mitentwickler der App, Dr. Gerson Lüdecke vom Universitätsklinikum Gießen und Marburg. Ebenfalls in die App integriert sind mehrere Rechen-Tools, z.B. zur Ermittlung der Nierenfunktion, sowie praktische Nachschlagehilfen mit übersichtlichen Darstellungen RCC-relevanter Scores und Indizes (wie u. a. des Motzer-Scores oder des Karnofsky-Index). Grundsätzlich ist sie für alle Arztgruppen konzipiert, die mit Nierenzellkarzinom-Patienten zu tun haben: vom Urologen über den Onkologen, Internisten, Radiologen und Strahlentherapeuten bis hin zum Rehabilitationsmediziner.
 

Kostenloser Download von Nierenzellkarzinom Transparent bei Google Play (Android)
 Kostenloser Download von Nierenzellkarzinom Transparent bei Google Play (Android)


Falldiskussion im App-assistierten Tumorboard

Wie sinnvoll sich das moderne Instrument im Klinikalltag einsetzen lässt, wurde anhand der fiktiven Kasuistik eines 68-jährigen Patienten deutlich, bei dem 2012 ein großer Nierentumor als sonografischer Zufallsbefund detektiert worden war. Im Rahmen des Novartis Oncology Satellitensymposiums auf dem diesjährigen Kongress der Deutsche Gesellschaft für Urologie erörterten Experten während eines klassischen Tumorboards das optimale diagnostische und therapeutische Vorgehen. Sie griffen dabei zusätzlich auf die in der App hinterlegten Informationen zurück. Nach Nephrektomie und R0-Resektion einer einzelnen Lungenmetastase entwickelte der Patient zwei Jahre später einen Progress mit multiplen Lungenmetastasen, sodass eine systemische Therapie erforderlich wurde. Im Therapiealgorithmus der App findet der Arzt die in der Erstlinientherapie möglichen Substanzen mit den empfohlenen Dosierungen und Dosismodifikationen im Falle von Nebenwirkungen. Bei diesem Patienten mit intermediärem Risikoprofil plädierte Prof. Dr. Edwin Herrmann vom Universitätsklinikum Münster für die Erstlinientherapie mit dem Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) Pazopanib, der sich in der COMPARZ*-Studie bewährte (2). Pazopanib biete nach Auffassung von Hermann aufgrund des günstigen Nebenwirkungsprofils einen Vorteil bei der Compliance. Als sehr hilfreich wertete PD Dr. Peter Goebell vom Universitätsklinikum Erlangen die Rubrik Wechselwirkungen. In der App ist hier für jedes Präparat eine Liste interagierender Substanzen hinterlegt, die es ermöglicht, bei der großen Vielzahl an Wirkstoffkombinationen den Überblick zu behalten. Mithilfe der Wirkstoffliste können eventuelle Interaktionen sofort überprüft werden. Das Vorgehen bei TKI-typischen Nebenwirkungen, wie z.B. Diarrhö und Fatigue, wurde im App-assistierten Tumorboard anhand der Rubrik Therapiemanagement diskutiert. In diesem Kapitel sind zum einen unerwünschte Begleiterscheinungen für jedes Medikament aufgelistet und nach Häufigkeit und klinischer Relevanz geordnet. Zum anderen werden alle Therapiemaßnahmen vorgestellt, die bei Nebenwirkungen in Abhängigkeit vom Schweregrad zu ergreifen sind.
 
Ansicht Hauptmenü; © Novartis
Ansicht Hauptmenü; © Novartis


Digitale Unterstützung bei der Wahl der geeigneten Sequenztherapie

Mit der Pazopanib-Therapie konnte das Nierenzellkarzinom des Patienten fast zwei Jahre lang kontrolliert werden. Wegen eines Progresses wurde dann die Umstellung auf eine Zweitlinientherapie erforderlich. Mithilfe der App findet der Arzt auch für diese Situation alle zulassungskonformen Zweitlinien-Therapieoptionen in Abhängigkeit von der vorausgegangenen Erstlinientherapie. Da der Patient unter Pazopanib an leichtem Durchfall gelitten hatte, plädierte Prof. Dr. Axel Hegele vom Universitätsklinikum Gießen und Marburg für eine Zweitlinientherapie mit der kürzlich zugelassenen immunonkologischen Substanz Nivolumab. Dieser Wirkstoff wurde bereits mit allen Daten zu Dosierung, Einnahmemodus, Wirksamkeit und Toxizität sowie der Fachinformation in der App erfasst. Die Aufnahme dieser Informationen wertete PD Dr. Stefan Zastrow vom Universitätsklinikum Dresden als sehr sinnvoll, denn hinsichtlich der Immuntherapie mit den neuen Substanzen gäbe es für alle noch viel zu lernen.
 
Ein dreiviertel Jahr später war bei dem Patienten wegen einer erneuten Progression mit diffusen Lungenfiliae wiederum eine Therapieumstellung indiziert. Hier fiel die Wahl der Experten auf den mTOR-Inhibitor Everolimus, da ein erneuter Wechsel des Wirkprinzips nach dem TKI-Versagen in der ersten Therapielinie sinnvoll erschien. Herrmann wies darauf hin, dass die Datenlage zu Everolimus hauptsächlich die Zweitlinientherapie abdecke (3). Dennoch sei die App auch in dieser Situation hilfreich, da sie Informationen zu Dosierung, Einnahmemodus und Therapiemanagement liefert.
 
"Anhand fiktiver Kasuistiken wie der des hier diskutierten Patienten wird deutlich, dass Nierenzellkarzinom Transparent für Fortbildungen genutzt werden kann", resümierte Lüdecke. "Ich selbst setze die App gerne für Schulungen junger Kollegen ein", bekräftigte Overkamp abschließend.
 
* COMParing the efficacy, sAfety and toleRability of paZopanib vs. sunitinib in first-line advanced and/or metastatic renal cell carcinoma
Novartis
Literatur:
(1) Novartis-Satellitensymposium „Workshop Nierenzellkarzinom transparent: App-assistiertes Tumorboard 2.0“ im Rahmen des DGU-Kongresses 2016, Leipzig, 28. September 2016.
(2) Motzer RJ et al.: Pazopanib versus sunitinib in metastatic renal-cell carcinoma. N Engl J Med 2013; 369:722-731.
(3) Motzer RJ et al.: Phase 3 trial of everolimus for metastatic renal cell carcinoma: final results and analysis of prognostic factors. Cancer 2010; 116:4256-4265.
 
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!



Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
CML
NET
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs
 
ASH 2017