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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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08. November 2017

Hodgkin Lymphom: Brentuximab Vedotin nach HDCT und ASCT kann bei Risikopatienten das Rezidiv- oder Progressionsrisiko senken

Bei der DGHO Jahrestagung 2017 wurden Therapieansätze vorgestellt, mit denen heute versucht wird diesem unerfüllten medizinischen Bedarf zu begegnen. Dazu gehört unter anderem das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Brentuximab Vedotin (Adcetris®). Nach Einschätzung von Prof. Dr. Peter Borchmann, Klinik I für Innere Medizin, Universitätsklinikum Köln, „verfügen wir mit dieser Substanz über eine Therapieoption, bei der wir heute auch in späten Linien über Heilung reden können.“
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Die Prognose von erwachsenen Patienten mit Hodgkin Lymphom (HL) war in der Rezidivsituation lange Zeit schlecht. Derzeitiger Standard nach dem ersten Rezidiv ist eine Hochdosis-Chemotherapie (HDCT) mit anschließender autologer Stammzelltransplantation (ASCT). Doch 20% der Patienten sind für eine Transplantation nicht geeignet und 50% der Transplantierten erleiden erneut ein Rezidiv. In der Regel treten diese in den ersten 12 Monaten nach einer HDCT auf (1). Und je früher sie auftreten, um so geringer ist das Gesamtüberleben (2). „Es ist daher wichtig, Rezidive erst gar nicht zuzulassen und so früh wie möglich dagegen vorzugehen“, empfahl PD Dr. Boris Böll, Klinik I für Innere Medizin, Universitätsklinikum Köln.

Risikofaktoren für ein Rezidiv

Böll stellte eine multinationale Studie vor, in der 23 potentielle Risikofaktoren retrospektiv bei über 1.000 HL-Patienten nach HDCT und ASCT aus 9 prospektiven Studien evaluiert wurden. Mit dem höchsten Rezidivrisiko verbunden waren u.a. Stadium IV, Zeit bis zum Rezidiv < 3 Monate, ECOGStatus > 1 (Eastern Co-Operative Oncology Group) und Non-Responder auf die Salvage-Therapie. Unabhängig von der Art der Risikofaktoren sank mit deren steigender Zahl die Rate des progressionsfreien Überlebens (PFS-Rate) (3).  

Konsolidierung kann das Risiko für ein Rezidiv um 43% senken

Mit Brentuximab Vedotin steht eine Therapieoption zur Verfügung, die den von Böll formulierten medizinischen Bedarf erfüllen kann. Eine frühzeitige konsolidierende Behandlung mit Brentuximab Vedotin nach HDCT und ASCT kann bei Risikopatienten das Rezidiv- oder Progressionsrisiko senken, wie die Daten der Phase-III-Studie AETHERA belegen. Bei der Baseline-Erhebung wiesen die Patienten 2 oder mehr Risikofaktoren für ein erneutes Rezidiv auf (darunter Rezidiv nach weniger als 12 Monaten und refraktäres HL). Mit Brentuximab Vedotin sank das Risiko eines Rezidivs oder Progresses um 43% (Hazard Ratio 0,57; p = 0,001) und wurde das mediane PFS um 18,8 Monate verlängert. Auch nach 24 Monaten profitierten mit Brentuximab Vedotin behandelte Patienten von einer höheren PFS-Rate als im Placebo-Arm (65% vs. 45%) (4).

Patienten mit kompletter Remission haben Chance auf Heilung

Langzeitdaten der Phase-II-Zulassungsstudie mit Brentuximab Vedotin bei erwachsenen Patienten mit r/r HL zeigen eine geschätzte 5-Jahres-Gesamtüberlebensrate von 41% und ein medianes Gesamtüberleben von 40,5 Monaten. 34 der 102 eingeschlossenen Patienten erreichten eine komplette Remission (CR) und eine geschätzte 5-Jahres-Gesamtüberlebensrate von 64%. Jeder 3. CRPatient (13 von 34) war nach 5 Jahren noch in Remission (5). „Es ist ein ermutigendes Ergebnis, dass wir hier Patienten sehen, die mit Brentuximab Vedotin auch nach multiplen Rezidiven möglicherweise doch eine Heilung erfahren“, so das Fazit von Böll.  
Takeda
Literatur:
(1) Josting A et al. J Clin Oncol 2010;28(34):5074-5080
(2) Arai S et al. Leuk Lymphoma 2013;54:2531-2533
(3) Bröckelmann PJ et al. Ann Oncol 2017;28:1352-1358
(4) Moskowitz CH et al. Lancet 2015;385:1853-1862
(5) Chen R et al. Blood 2016;128:1562-1566 Über Brentuximab Vedotin 
 
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