Dienstag, 13. April 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Prevymis
Prevymis
JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
15. November 2010

Prostatakarzinom: Individualisierte Therapie für mehr Lebensqualität – wirksame Testosteron-Suppression mit dem Histrelin-Jahresimplantat

Die Hormontherapie mit GnRH-Agonisten ist seit über 20 Jahren eine wichtige Säule der medikamentösen Therapie des Prostatakarzinoms. Für eine gute Prognose sollten stabile und niedrige Testosteronwerte von unter 20 ng/dl über den gesamten Therapiezeitraum hinweg standardgemäß beim Einsatz einer Androgenentzugstherapie erreicht werden. Um die Lebensqualität der Patienten bei einer intermittierenden Therapie merkbar zu verbessern, sollten sich die Testosteronwerte nach Absetzen der Therapie schnell wieder stabilisieren. Hier hat sich das Histrelin-Jahresimplantat als wirksame und zuverlässige Methode bewährt.
Die primäre Hormontherapie wird vor allem in der Behandlung von Patienten im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung, mit besonderem Risiko und nach Versagen kurativer Therapien genutzt. Bei jungen Hochrisikopatienten, die keine Prostatektomie wünschen, wird die Hormontherapie in Kombination mit Bestrahlung auch als kurative Therapie eingesetzt. „Die Studienlage zeigt, dass diese Patientengruppe von einer adjuvanten Therapie mit GnRH-Agonisten über zwei Jahre besonders profitieren kann,“ erläutert Professor Markus Graefen, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, in seinen Ausführungen auf dem Symposium: „Chancen, Nutzen und Erfolg – Die PCa-Therapie heute“.

„Ziel der Hormontherapie ist es, dem androgensensitiven Tumor seine Nahrung zu nehmen“, argumentierte Prof. Bob Djavan, New York University. Um eine Progression des Krankheitsverlaufs zu vermeiden, müssen die Testosteronwerte dauerhaft auf ein Kastrationsniveau von unter 20 ng/dl gesenkt werden. „Die auch in Leitlinien häufig genannten Testosteronwerte von 50 ng/dl müssen überdacht werden“, so Djavan weiter. Als Zielwert gelten heute die 15 ng/dl, die bei einer Orchiektomie erreicht werden können.

Eine Studie von Morote et al. [1] zeigt, dass die Anzahl und Höhe der Testosterondurchbrüche mit der progressiven Überlebenszeit der Patienten korreliert. Morote hat mit seiner Arbeitsgruppe herausgefunden, dass schon Durchbrüche bei einem Wert von 50 ng/dl eine Progression möglich machen. Trotzdem erreichen laut Djavan 30% der Patienten unter GnRH-Analoga diese Werte nicht oder nicht kontinuierlich.

Die intermittierende Therapie stellt einen Ansatz zur Reduzierung der Nebenwirkungen bei einer Hormontherapie dar. Patienten erhoffen sich davon vor allem positive Effekte auf die Wiederherstellung sexueller Aktivitäten. Prof. Marberger berichtet, dass aber gerade auf diesem Gebiet die Ergebnisse für die Patienten noch nicht befriedigend sind. Eine Erklärung hierfür könnten die sich nur sehr langsam erholenden Testosteronwerte sein. Es ist kaum vorher zu sagen, wie lange es dauert, bis sich die Werte stabilisiert haben. Um die Lebensqualität der Patienten zu erhöhen, müssten schnellstmöglich nach Absetzen der Hormontherapie, normale Werte erreicht werden.

Als verträgliche und zuverlässige Methode der Testosteronsuppression hat sich der GnRH-Agonist Histrelin (Vantas®) erwiesen. Das Implantat setzt seinen Wirkstoff kontrolliert über die Dauer eines Jahres frei und erreicht dabei Medianwerte der Testosteronspiegel von 11,8 ng/dl (siehe Abbildung). In der Zulassungsstudie [2] erreichten 100% der Patienten über ein Jahr Testosteronwerte unter 50 ng/dl bei jedem der 12 Messzeitpunkte. 88% der Patienten lagen mit ihren Testosteronspiegeln sogar unter 20 ng/dl.

0

Die Arbeit von Fridmans et al. [3] belegt, dass die Testosteronwerte bei 86% der mit Vantas® behandelten Patienten bereits innerhalb von vier Wochen nach dem Entfernen des Implantats wieder anstiegen. Dagegen blieb die Testosteronproduktion bei einem Großteil der Patienten, die entweder Injektionen mit Buserelin- oder Goserelinacetat erhielten, noch mehrere Monate nach der letzten Injektion unterdrückt und stieg erst sieben Monate nach Wirkende der letzten Depotinjektion erneut an.

Literatur:
1. Morote et al., Redefining Clinically Significant Castration Levels in Patients With Prostate Cancer Receiving Continuous Androgen Deprivation Therapy, 2007
2. Schlegel et al., Efficacy and Safety of Histrelin Subdermal Implant in Patients with Advanced Prostate Cancer, The Journal of Urology, 175: 1353–1358, 2006l
3. Fridmans et al., Reversibility of Androgen Deprivation Therapy in Patients with Prostate Cancer, The Journal of Urology, 173: 784–789, 2005

Symposium: „Chancen, Nutzen und Erfolg – Die PCa-Therapie heute“, auf dem DGU-Kongress 2010.

Quelle:


Das könnte Sie auch interessieren
Frauenselbsthilfe Krebs unterstützt Menschen mit Krebs auch während der Corona-Krise
Frauenselbsthilfe+Krebs+unterst%C3%BCtzt+Menschen+mit+Krebs+auch+w%C3%A4hrend+der+Corona-Krise
©Photographee.eu - stock.adobe.com

Die Diagnose Krebs ist für die meisten Menschen ein schwerer Schock. In Corona-Zeiten kommt nun auch noch die Angst hinzu, dass die medizinische Versorgung nicht so gut sein könnte, wie sie es in normalen Zeiten in Deutschland ist. Gerade in dieser Situation brauchen die Betroffenen starke Partner an ihrer Seite. Zu diesen zählt Deutschlands größte und älteste Krebs-Selbsthilfe-Organisation, die...

70 Prozent der Deutschen fürchten Tumor, Engagement für Gesundheit wächst
70+Prozent+der+Deutschen+f%C3%BCrchten+Tumor%2C+Engagement+f%C3%BCr+Gesundheit+w%C3%A4chst
© pressmaster / Fotolia.com

Sieben von zehn Menschen in Deutschland fürchten sich am meisten vor Krebs. Bei Erwachsenen zwischen 30 und 44 Jahren und Frauen ist die Angst besonders groß. Das zeigt eine aktuelle und repräsentative Studie der DAK-Gesundheit. Ein weiteres zentrales Ergebnis: Das Engagement für die eigene Gesundheit wächst. Immer mehr Menschen gehen zu Vorsorgeuntersuchungen und halten sich mit Sport und gesunder Ernährung fit.

Kehlkopfentfernung – und wie geht es weiter?
Kehlkopfentfernung+%E2%80%93+und+wie+geht+es+weiter%3F
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Nicht mehr mit der eigenen Stimme sprechen zu können, ist für gesunde Menschen schwer vorstellbar. Wenn jedoch der Kehlkopf infolge einer Tumorerkrankung entfernt werden muss, wird das schnell zur Realität. Simone Kornburger, Case Managerin der Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde des Universitätsklinikums Regensburg (UKR), hat einen interdisziplinären Patientenleitfaden entwickelt, der die...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Prostatakarzinom: Individualisierte Therapie für mehr Lebensqualität – wirksame Testosteron-Suppression mit dem Histrelin-Jahresimplantat"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.