Montag, 10. August 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

27. Januar 2020 Thromboembolie-Prophylaxe und -Therapie bei uroonkologischen Erkrankungen

Venöse Thrombosen und Lungenembolien stellen für Patienten mit urogenitalen Tumorerkrankungen ein klinisch bedeutsames Risiko dar, das die Prognose der Patienten maßgeblich mitbestimmen kann. Dies muss vor dem Hintergrund zunehmender Tumorhäufigkeiten, der Altersstruktur dieser Patienten sowie ihren Komorbiditäten betrachtet werden (1). In urologischen Leit-linien bildet sich diese Problematik bislang kaum ab. Jedoch existieren allgemeine Empfehlungen für die Risikoeinschätzung, die Prophylaxe und Therapie von tumorassoziierten venösen Thromboembolien (2).
Florian Langer
Prof. Dr. med. Florian Langer, II. Medizinische Klinik und Poliklinik, Universitäts-klinikum Hamburg Eppendorf

 
Georgios Gakis
Prof. Dr. med. Georgios Gakis, Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Universitätsklinikum Würzburg


Patienten mit aktiven Tumorerkrankungen haben im Vergleich zur Durchschnittsbevölkerung ein deutlich erhöhtes Risiko für venöse Thromboembolien (VTE). Venöse und arterielle Thromboembolien sind nach der krebsbedingten Sterblichkeit die zweithäufigste Todesursache bei Krebspatienten. Die Ursachen tumorassoziierter venöser Thromboembolien (CAT: cancer-associated thromboembolism) liegen in der Krebserkrankung selbst und können therapiebedingt sein. Hinzu kommen allgemeine Risikofaktoren wie hohes Alter, Immobilisation und Komorbiditäten. So erhöhen maligne Neoplasien das VTE-Risiko um das 4-fache, Chemo- oder immunsuppressive Therapien steigern das krebsassoziierte Risiko auf mehr als das 6-fache (3). Die VTE-Raten variieren je nach Tumorentität; am häufigsten betroffen sind Patienten mit Pankreas-, Magen-, Ovarial-, Hirn- und Lungenkarzinomen (4). Aber auch urogenitale Tumorerkrankungen sind gehäuft mit VTE assoziiert.


VTE-Risiko bei uroonkologischen Erkrankungen

Das VTE-Risiko bei urogenitalen Tumorerkrankungen muss vor dem Hintergrund der Zunahme urogenitaler Karzinome und dem sich verändernden Altersprofil der Bevölkerung betrachtet werden. Internationale Studiendaten lassen bereits jetzt für das Fachgebiet Urologie hohe CAT-Raten pro Jahr vermuten.

Prostatakarzinome: Die kumulative 5-Jahres-Inzidenz von VTE bei Prostatakarzinom-Patienten (davon 42% mit lokal begrenzten Karzinomen) betrug in einer dänischen Registerstudie 2,2%. Dies entspricht etwa einer Verdopplung im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung (1,3%) (5). Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) rechnet mit einer Zunahme der Prostatakrebsinzidenz von 2014 bis 2025 um 17%, das sind fast 9.000 Erkrankungen mehr pro Jahr (6). Nach radikaler Prostatektomie ist bei bis zu 8,3% der Patienten mit tiefen Beinvenenthrombosen zu rechnen (7). Eine deutsche Kohortenstudie ergab bei prostatektomierten Patienten eine VTE-Rate von 16,8% – wichtigste Risikofaktoren waren vorangegangene thromboembolische Ereignisse, Lymphozelen sowie Blutransfusionen (8). Hormonablative Therapien erhöhen das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse einschließlich der VTE: Der durch Kastration verursachte Hypogonadismus kann unter anderem Lipidstoffwechselstörungen, Insulinresistenz und Hyperglykämie auslösen (7).

Urothelkarzinome: Der mit 20% höchste relative Anstieg von Karzinomerkrankungen des Mannes bis 2025 wird laut DGHO bei den Harnblasenkarzinomen erwartet (6). Insgesamt erkranken pro Jahr etwa 30.000 Männer und Frauen in Deutschland am Harnblasenkarzinom (inkl. In-situ-Tumoren und Neubildungen unsicheren oder unbekannten Verhaltens) (1). Lokale Infiltrationen können u.a. große Gefäße betreffen. Zu den häufigsten Komplikationen nach radikaler Zystektomie gehören thromboembolische Ereignisse (9). 4,7% der Harnblasenkarzinom-Patienten erleiden eine VTE – 57,8% erst nach Entlassung aus der stationären Behandlung (10). In den Niederlanden erhält etwa jeder fünfte Harnblasenkarzinom-Patient inzwischen eine neo-adjuvante Chemotherapie (11). Etwa 14% der Patienten mit muskelinvasiven Karzinomen entwickeln eine CAT, vor allem ältere Patienten (12). Angesichts des hohen Risikos sollte bei diesen Patienten die Indikation zur VTE-Prophylaxe großzügig gestellt werden.
 
Tab. 1: Vor- und Nachteile von niedermolekularen Heparinen (NMH) und direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK) (mod. nach (41)). KrCl=Kreatinin-Clearance
 Tab. 1: Vor- und Nachteile von niedermolekularen Heparinen (NMH) und direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK).


In einer Multicenter-Studie bei 1.732 Patienten mit lokoregionalen Urothelkarzinomen lag die VTE-Rate bei 7,6%. Risikofaktoren waren eine nicht-urotheliale Histologie, das Ausmaß des Lymphknotenbefalls, kardio-vaskuläre Komorbiditäten und die renale Dysfunktion (13). Eine US-Datenbank-analyse bestätigte eine VTE-Rate von durchschnittlich 13% unter Chemotherapie mit Konsequenzen für die Überlebenschancen (14). Dies spricht für eine konsequente VTE-Prophylaxe unter Chemotherapie.

Nierenzellkarzinome: Etwa 15.000 Nierenzellkarzinome werden jedes Jahr in Deutschland neu diagnostiziert (1). Die 24-Monats-VTE-Rate nach Diagnose wird mit 1,6% angegeben (15). Etwa 5-20% der Nierenzellkarzinome expandieren ins venöse System (16). Bei diesen Patienten besteht bereits vor der Operation ein deutlich erhöhtes VTE-Risiko (17). Die radikale Nephrektomie mit Thrombektomie ist nicht immer möglich. Fast 28% der Patienten mit Rest-Tumorthromben hatten in einer kanadischen Studie innerhalb von zwei Jahren nach Operation eine VTE – im Vergleich zu lediglich 3% bei Patienten mit kompletter Tumorresektion (18). Weniger als ein Fünftel der Patienten mit Residualtumoren hatte in dieser Studie postoperativ eine medikamentöse Thromboembolieprophylaxe erhalten. In einem Kommentar zur Studie sprechen sich französische Autoren für eine verlängerte postoperative VTE-Prophylaxe aus (18, 19).

Keimzelltumoren: Hodentumoren sind die wichtigste Tumorentität bei jungen Männern mit derzeit 4.400 Neuerkrankungen pro Jahr, wobei es sich histologisch überwiegend um Keimzelltumoren handelt (1). Angesichts der Heilungsraten von deutlich über 90% der Patienten richtet sich die Aufmerksamkeit auf Therapie-bezogene Morbiditäten. Hierbei spielt das VTE-Risiko im Zusammenhang mit Cisplatin-basierten Chemotherapien eine für das Gesamtüberleben wichtige Rolle. Die VTE-Raten unter Platin-basierten Chemotherapien werden mit bis zu 33,3% angegeben. Eine Umfrage unter urologischen Kliniken in Deutschland ergab, dass die Dosierung und Dauer der eingesetzten Prophylaxe mit NMH beträchtlich variierten (20).

Diese Daten dokumentieren fehlende Standards für eine risikoadaptierte Thromboembolieprophylaxe in der Uroonkologie, bedingt durch eine unzureichende Datenlage (21). Eine Leitlinie der European Association of Urology (EAU) zur peri- und postoperativen VTE-Prophylaxe gibt ausführliche Empfehlungen zum Ausmaß der Primärprophylaxe in Abhängigkeit vom Umfang der chirurgischen Intervention, hat sich aber im Alltag nicht durchgesetzt (22).
 
Tab. 2: Patientenspezifische Kriterien zur Therapie bei CAT (mod. nach (39)). *keine Hinweise auf Reproduktionstoxizität für Apixaban, aber von Anwendung in Schwangerschaft wird abgeraten (24); CAT=tumorassoziierte venöse Thromboembolien, NMH=niedermolekulare Heparine, HIT=Heparin-induzierte Thrombozytopenie, DOAK=direkte orale Antikoagulanzien, GI=gastrointestinal
Tab. 2: Patientenspezifische Kriterien zur Therapie bei CAT.



VTE-Risikoeinschätzung von Patienten mit urogenitalen Tumoren

Von Seiten hämatoonkologischer und angiologischer Fachkollegen existieren sowohl in Deutschland als auch international allgemeine Empfehlungen für den Umgang mit CAT. Prinzipien der VTE-Primärprophylaxe, der peri- und postoperativen Prophylaxe, des Vorgehens bei klinischem Verdacht auf sowie der Therapie bei CAT bietet die 2019 aktualisierte Onkopedia-Leitlinie „Venöse Thromboembolien (VTE) bei Tumorpatienten“. Dort finden sich auch Hinweise zur Einschätzung des VTE-Risikos, etwa mit Hilfe des etablierten Khorana-Scores – in diesen Score fließen Kriterien wie die Tumorart, die Plättchenzahl vor der Chemotherapie, Hämoglobin-Wert u.a.m. ein (2). Für die urologische Karzinomchirurgie hat sich zudem der Caprini-Risikoscore als hilfreich erwiesen (23-25).

Verschiedene Arbeitsgruppen bemühen sich, spezifische VTE-Risiken bei urogenitalen Tumorentitäten zu identifizieren, um künftig eine risikoadaptierte VTE-Primärprophylaxe etablieren zu können. So besteht bei Nierenzellkarzinom-Patienten bereits präoperativ ein erhöhtes VTE-Risiko und Patienten mit postoperativen Tumorthrombus-Residuen bedürfen wahrscheinlich der verlängerten VTE-Prophylaxe (18, 19). Bei Urothelkarzinomen sind die nicht-urotheliale Histologie, Lymphknotenbefall, kardiovaskuläre Komorbiditäten sowie die renale Dysfunktion als unabhängige Risikofaktoren identifiziert worden (13).
 
Abb. 1: Kumulatives VTE-Risiko und Blutungsrisiko in den ersten 4 postoperativen Wochen nach urologischen Eingriffen (mod. nach (33)). VTE=venöse Thromboembolie
Abb. 1: Kumulatives VTE-Risiko und Blutungsrisiko in den ersten 4 postoperativen Wochen nach urologischen Eingriffen.


Dass das gefäßtoxische Cisplatin das Thromboembolierisiko erhöht, geht aus einer ganzen Reihe von Studien hervor (26-28). Für Hodentumoren haben sich ein fortgeschrittenes klinisches Tumorstadium (IIC, IIIA-IIIC) sowie eine ausgeprägte retroperitoneale Lymphadenopathie als stärkste Prädiktoren einer VTE unter Cisplatin-basierter Chemotherapie erwiesen. Es sind Modelle zur Risikostratifizierung dieser Patienten entwickelt worden (29, 30). In einer französischen Studie sank die Rate tiefer Beinvenenthrombosen bei Hodentumor-Patienten mit einer risikoadaptierten Prophylaxe mit NMH um fast die Hälfte (31). Schließlich bestätigt eine deutsch-österreichische Studie die VTE-Risikofaktoren klinisches Stadium ≥ IIC, erhöhtes Serum-LDH, febrile Neutropenie und zentraler Venenzugang. 19% aller Patienten erlitten in dieser Untersuchung eine VTE unter Platin-basierter Chemotherapie – diese Ereignisse führten zu einer signifikant reduzierten Gesamtüberlebensrate (32).


CAT-Primärprophylaxe

Prinzipiell gilt es, den Nutzen einer Antikoagulation unter prothrombotischen Bedingungen gegen die Belastung der Patienten durch diese Behandlung, die möglichen Nebenwirkungen und das Blutungsrisiko abzuwägen. Die medikamentöse VTE-Prophylaxe wird empfohlen bei hospitalisierten Patienten mit zu erwartender längerer Liegedauer sowie peri- und postoperativ für die Dauer des stationären Aufenthalts, und die verlängerte VTE-Prophylaxe für 28-35 Tage zum Beispiel nach Eingriffen am Abdomen oder im Becken. Eingesetzt werden sollen dafür wegen des geringen Nebenwirkungspotenzials und der nur einmal täglichen Applikation überwiegend NMH. Fondaparinux ist bei vorausgegangener heparininduzierter Thrombozytopenie (HIT) angezeigt. Die verlängerte VTE-Prophylaxe mit NMH hat sich bei großen urologischen Eingriffen sowie generell in der Karzinomchirurgie im Abdomen- und Beckenbereich als sicher, effektiv und günstig für das Outcome der Patienten erwiesen (23). Eine Metaanalyse von Beobachtungsstudien, die symptomatische VTE oder Blutungsereignisse nach urologischen Eingriffen berichteten, hat ergeben, dass man mit einem NMH beginnen und bei über 30 Tage anhaltendem VTE-Risiko eine extandierte Hochrisikoprophylaxe durchführen sollte (Abb. 1) (33).

Die VTE-Prophylaxe für ambulante Tumorpatienten kann erwogen werden bei Patienten mit hohem VTE-Risiko, also einem Khorana-Score ≥ 3 (2). Zusätzlich können o.g. spezifische Risikofaktoren für urogenitale Tumoren berücksichtigt werden. Direkte orale Antikoagulantien (DOAK) haben bislang keine Zulassung für die Primärprophylaxe von VTE bei Tumorpatienten.

Berücksichtigt werden sollten außerdem Unterschiede zwischen den verschiedenen NMH. So sind Tinzaparin und Dalteparin aufgrund ihres hohen Molekulargewichts weniger abhängig von der renalen Elimination. Krebspatienten mit chronischer Nierenerkrankung (CKD) sind wegen der Akkumulationsgefahr unter NMH-Therapie verstärkt blutungsgefährdet. Tinzaparin akkumuliert bis zu einer Kreatinin-Clearance von ≥ 20 ml/min nicht und kann daher auch bei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Niereninsuffizienz eingesetzt werden (34). Laut Cancer and the Kidney International Network (C-KIN) liegen für Tinzaparin die besten Daten vor, die den Nutzen gerade für Patienten mit CKD stützen. Das NMH sei die Therapie der Wahl bei Krebspatienten mit CKD (35).
 
Abb. 2: CAT-Algorithmus (mod. nach (38)). VTE=venöse Thromboembolien, NMH=nieder-molekulare Heparine, DOAK=direkte orale Antikoagulanzien
Abb. 2: CAT-Algorithmus.


Therapie bei CAT und Sekundärprophylaxe

CAT sind potenziell lebensbedrohliche Ereignisse. Die Therapie unterscheidet sich von VTE-Patienten ohne Krebserkrankung. Einer der Hauptgründe ist das unter Antikoagulation bei Tumorpatienten erhöhte Blutungsrisiko, wobei Patienten mit urothelialen und gastrointestinalen Tumoren besonders betroffen sind. Übelkeit und Erbrechen, potenzielle Interaktionen mit der onkologisch indizierten Medikation und weitere Kriterien sind zu berücksichtigen.

Tinzaparin und Dalteparin sind in Deutschland die bislang einzigen formal zugelassenen NMH für die Therapie und die längerfristige Sekundärprophylaxe der krebsassoziierten VTE (34, 36). Vorteile der NMH sind die gute Bioverfügbarkeit bei geringer Plasmaeiweißbindung und nur geringen interindividuellen Dosis-Wirkungs-Schwankungen sowie kaum Arzneimittelinteraktionen. Vitamin-K-Antagonisten (VKA) sind hinsichtlich der Effektivität den NMH unterlegen bei zugleich erhöhtem Blutungsrisiko (21). DOAKs wie Edoxaban und Rivaroxaban waren zwar im direkten Vergleich mit Dalteparin tendenziell effektiver, dies ging allerdings mit einem signifikant erhöhten Risiko für schwere Blutungen einher (37).

Eine deutsche Expertengruppe hat einen Algorithmus bei CAT vorgeschlagen, der differentialtherapeutische Entscheidungskriterien für den Einsatz von NMH vs. DOAK an die Hand gibt (Abb. 2). Er ermöglicht eine systematische Risiko-Nutzen-Betrachtung des einzelnen CAT-Patienten für die individuelle Therapie und Rezidivprophylaxe anhand von Patienteneigenschaften, therapiespezifischen und krankheitsspezifischen Kriterien. Außerdem wird darin zum Problem der Portkatheter-Thrombosen Stellung genommen (39). International sind ähnliche Konsensuspapiere erarbeitet worden. Diese Arbeitsgruppen haben sich ebenfalls für eine bis zu sechsmonatige Therapie und Sekundärprophylaxe, bevorzugt mit NMH, ausgesprochen (40). Vor- und Nachteile von NMH und DOAK sind in Tabelle 1 aufgeführt. Bei der Entscheidung, ob im Einzelfall für die VTE-Therapie und die VTE-Rezidivprophylaxe bei Tumorpatienten eher ein NMH oder ein DOAK eingesetzt werden sollte, kann auf Kriterien zurückgegriffen werden, die von der deutschen Expertengruppe auf Grundlage vorhandener Evidenz zusammengestellt worden sind (Tab. 2 und 3) (39).
 
Tab. 3: Tumortherapie-spezifische Kriterien bei CAT (mod. nach (39)). ASS=Acetylsalicyl-säure, CAT=tumorassoziierte venöse Thromboembolien, NMH=nieder-molekulare Heparine, DOAK=direkte orale Antikoagulanzien, NSAR=nichtsteroidale Antirheumatika
Tab. 3: Tumortherapie-spezifische Kriterien bei CAT.


Schlussfolgerung

Für die Urologie maßgebliche Tumor-entitäten gehen mit klinisch relevanten Risiken für venöse Thromboembolien einher. Tumorassoziierten venösen Thromboembolien (CAT) gilt es mit einer angemessenen Primärprophylaxe vorzubeugen, auch außerhalb des unmittelbar perioperativen Settings. Ist eine CAT aufgetreten, wird die drei- bis sechsmonatige Antikoagulation empfohlen. Eine deutsche Expertengruppe hat entitätenübergreifende Empfehlungen für diese Patienten entwickelt, die den differenzierten Einsatz von NMH oder DOAK erlauben.


Mit freundlicher Unterstützung der LEO Pharma GmbH
 

Prof. Dr. Florian Langer, Prof. Dr. Georgios Gakis

Literatur:

(1) Robert-Koch-Institut 2017 (Zentrum für Krebsregisterdaten): Krebs in Deutschland 2013/2014.
(2) Onkopedia-Leitlinie „Venöse Thromboembolien (VTE) bei Tumorpatienten“, Stand April 2019.
(3) Heit JA et al. Arch Intern Med 2000;160:809-15.
(4) Lee AYY et al. Circulation 2003;107:I-17-I-21.
(5) Ording AG et al. Cancer 2015;121:3692-9.
(6) Gesundheitspolitische Schriftenreihe der DGHO, Band 14 (Stand: Januar 2019).
(7) S3-Leitlinie Prostatakarzinom (AWMF-Registernr. 043/022OL), Version 5.1 (Mai 2019).
(8) Beyer J et al. J Thromb Haemost 2009;7:597-604.
(9) S3-Leitlinie Harnblasenkarzinom, Version 2.01 (Sept. 2019), AWMF-Registernr. 032/038OL.
(10) Sun AJ et al. J Urol 2015;193:565-9.
(11) Hermans TJN et al. Eur J Cancer 2016;54: 18-26.
(12) Duivenvoorden WC et al. J Urol 2016; 196:1627-33.
(13) Ramos JD et al. Clin Genitourin Cancer 2018;16:e161-67.
(14) Ramos JD et al. BJU Int 2019;124:290-6.
(15) Chew HK et al. Arch Intern Med 2006; 166:458-64.
(16) Klatte T et al. J Urol 2007;178:1189-95.
(17) Yokom DW et al. J Thromb Haemost 2014; 12:169-71.
(18) Ihaddadene R et al. J Thromb Haemostas 2014;12:855-59.
(19) Girard P et al. J Thrombos Haemostas 2014;12:1372-9.
(20) Nestler T et al. World J Urol 2018;36:913-20.
(21) Lee AY et al. JAMA 2015;314:677-86.
(22) Tikkinen KAO et al. EAU Guidelines on Thromboprophylaxis in Urological Surgery 2018 (www.uroweb.org).
(23) Kukreja JE et al. Urol Oncol 2015;33:38.e7-16.
(24) Pannucci CJ et al. Ann Surg 2017; 265:1094-1103.
(25) McAlpine K et al. Urol Oncol 2017;35:457.e1-e8.
(26) Moore RAN et al. J Clin Oncol 2011; 29:3466-73.
(27) Seng S et al. J Clin Oncol 2012;30:4416-26
(28) Starling N et al. J Clin Oncol 2009;27:3786-93.
(29) Bezan A et al. PLoS one 2017;12: e0176283.
(30) Skrikanthan A et al. J Clin Oncol 2015; 33:582-7.
(31) Gizzi M et al. Eur J Cancer 2016;69:151-57.
(32) Paffenholz P et al. World J Urol 2019; 37:1907-16.
(33) Tikkinen KA et al. Syst Rev 2014;3:150.
(34) Fachinformation innohep®, Stand September 2016.
(35) Launay-Vacher V et al. J Oncol Nephrol 2018;2:37-49.
(36) Fachinformation Fragmin®, Stand Juni 2016.
(37) Li A et al. Thrombos Res 2019;173:158-163.
(38) Langer F et al. Vasa 2019;48(Suppl 101): 39.
(39) Langer F et al. Springer Medizin 2019 https://www.springermedizin.de/venenthrombosen/cme-mit-partnern/therapie-und-rezidivprophylaxe-tumorassoziierter-venoeser-thromb/16708400
(40) Carrier M et al. Curr Oncol 2018;25:329-37.
(41) Bauersachs R et al. der niedergelassene arzt 2019;68(10):73-79.

innohep® 3.500 Anti-Xa I.E. Injektionslösung/‐4.500 Anti-Xa I.E. Injektionslösung/‐multi 10.000 Anti-Xa I.E./ml Injektionslösung/‐innohep® 20.000 Anti-Xa I.E./ml Durchstechflaschen/‐Fertigspritzen Injektionslösung
Zusammensetzung:
Wirkstoff: Tinzaparin-Natrium. ‐3.500/‐4.500/-multi: 0,35 ml/0,45 ml/1ml Injektionslösung enthalten: 3.500 Anti-Xa I.E./4.500 Anti-Xa I.E. (entsprechend 54,2 mg Tinzaparin-Natrium)/10.000 Anti-Xa I.E. ‐20.000 Anti-Xa I.E./ml
Fertigspritzen/Durchstechflaschen: 1ml Injektionslösung enthalten: Tinzaparin-Natrium 20.000 Anti-Xa I.E. Sonstige. Bestandteile: Natriumacetat-Trihydrat, Natriumhydroxid, Wasser für Injektionszwecke; zusätzlich für -20.000 Anti-Xa I.E: Natriummetabisulfit; zusätzlich für –multi und –20.000 Anti-Xa I.E. Durchstechflasche: Benzylalkohol. Anwendung: ‐3.500: Prophylaxe venöser Thromboembolien (VTE) bei erwachsenen chirurgischen Patienten mit mittlerem thromboembolischem Risiko und bei nicht-chirurgischen erwachsenen Patienten mit mittlerem thromboembolischem Risiko, die wegen akuter internistischer Erkrankungen immobilisiert sind. Gerinnungshemmung im extra-korporalen Kreislauf während der Hämodialyse und Hämofiltration bei Erwachsenen. ‐4.500 und –multi: VTE-Prophylaxe bei erwachsenen Patienten, die sich einer OP unterziehen, insbesondere einer orthopädischen, allgemeinchirurgischen oder onkologischen OP und bei nicht-chirurgischen erwachsenen Patienten,die wegen einer akuten internistischen Erkrankung immobilisiert sind. Ger‐20.000: Behandlung von Venenthrombosen und thromboembolischen Erkrankungen einschließlich tiefer Venenthrombosen und Lungenembolien bei Erwachsenen. Langzeitbehandlung. venöser Thromboembolien und Rezidivprophylaxe bei erwachsenen Patienten mit aktiver Tumorerkrankung. Bei bestimmten Patienten mit Lungenembolien. (z.B. schwere hämodynamische Instabilität) kann eine alternative Behandlung
angezeigt sein (z.B. OP od. Thrombolyse). Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegenüber Tinzaparin/Heparin, sonstige Bestandteile, aktive oder bekannte immunvermittelte Heparin-induzierte Thrombozytopenie (Typ II), akute schwere Blutungen oder Zustände, die schwere Blutungen begünstigen, definiert durch: Auftreten in einem kritischen Bereich oder Organ, Abfall des Hämoglobinwertes 20 g/l oder Transfusion von zwei oder mehr Einheiten von Vollblut oder roten Blutkörperchen. -20.000 zusätzlich: Neuroaxiale Anästhesie, -20.000 Durchstechflache zusätzlich: Enthält 10 mg/ml Benzylalkohol. Aufgrund des Risikos für Schnappatmung nicht bei Früh- oder Neugeborenen anwenden. Schwangerschaft: Die Anwendung sollte durch einen Spezialisten erfolgen. Es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen oder die Behandlung mit innohep® zu unterbrechen ist. Nebenwirkungen: Blutungen verschiedener Schweregrade in allen Organen, vor allem bei Verabreichung hoher Dosen. Obwohl schwere Blutungen nur gelegentlich auftreten, wurde in einigen Fällen über Todesfälle oder anhaltende Behinderung berichtet. Häufig: Anämie (inkl. erniedrigtem Hb-Wert), Blutung, Hämatom, Reaktionen an der Einstichstelle (inkl. Hämatombildung, Blutung, Schmerzen, Juckreiz, Knötchenbildung, Erythem und Extravasation). Gelegentlich: Thrombozytopenie (Typ I) (inkl. reduzierter Thrombozytenzahl), Überempfindlichkeit, Blutergüsse, Ecchymose, Purpura, erhöhte Leberenzymwerte (inkl. erhöhte Transaminasen, ALT, AST, GGT), Dermatitis (inkl. allergische und bullöse), Hautausschlag, Juckreiz. Selten: Heparin-induzierte Thrombozytopenie (Typ II), Thrombozytose, anaphylaktische Reaktionen, Hyperkaliämie, toxische Hautausschläge (inkl. Stevens-Johnson Syndrom), Hautnekrose, Angioödem, Urtikaria, Osteoporose (in Verbindung mit Langzeitanwendung), Priapismus. Kinder und Jugendliche: begrenzte Datenlage, Hinweise auf Vergleichbarkeit mit dem NW-Profil von Erwachsen. -20.000 zusätzlich: Langzeitbehandlung Tumorpatienten: In einer Studie mit Tumorpatienten unter Langzeitbehandlung (6 Monate) war die UAW-Gesamtrate vergleichbar mit der bei anderen mit innohep® behandelten Patienten. Allgemein erhöhtes Blutungsrisiko bei Tumorpatienten beachten; Inzidenz hämorrhagischer Ereignisse demnach erwartungsgemäß höher als unter Kurzzeitanwendung und ähnlichen der bei Tumorpatienten unter Langzeitbehandlung mit Antikoagulanzien beobachtet. Verschreibungspflichtig. Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren. Pharmazeutischer Unternehmer: LEO Pharma A/S, Industriparken 55, DK-2750 Ballerup. Örtl. Vertreter: LEO Pharma GmbH, Frankfurter Straße 233, A3, D-63263 Neu-Isenburg, Telefon: 06102/201-0, Telefax: 06102/201-200, www.leo-pharma.de. Stand: Februar 2017 (innohep® 3.500 Anti-Xa I.E. Inj.lsg. u. innohep® multi 10.000 Anti-Xa I.E./ml Inj.lsg.), Stand: Mai 2018 (innohep® 4.500 Anti-Xa I.E. Inj.lsg.), Stand: September 2016 (innohep® 20.000 Anti-Xa I.E./ml Fertigspritzen Inj.lsg., innohep® 20.000 Anti-Xa I.E./ml Durchstechfl. Inj.lsg.) MAT-21244-1.


Das könnte Sie auch interessieren

Heller Hautkrebs: Signalweg entschlüsselt

Beim Hautkrebs gibt es verschiedene Krankheitsformen: Mit Abstand am häufigsten ist dabei das so genannte Basalzellkarzinom, eine Form von hellem Hautkrebs, bei der sich der Tumor von seinem Entstehungsort in der Haut langsam aber stetig ausbreitet. Zwar bildet das Basalzellkarzinom im Allgemeinen keine Tochtergeschwülste (Metastasen), der Tumor sollte jedoch so früh wie möglich behandelt werden, da er ansonsten das umgebende Gewebe zerstören und sogar Muskeln...

Brustkrebsmonat: Antihormonelle Therapie mit Nebenwirkungen

Brustkrebsmonat: Antihormonelle Therapie mit Nebenwirkungen
© LIGHTFIELD STUDIOS - stock.adobe.com

Etwa zwei Drittel aller bösartigen Brusttumore wachsen hormonabhängig. Weibliche Hormone wie das Östrogen lösen in den Tumorzellen einen Wachstumsreiz aus. Um das zu verhindern und das Rückfallrisiko zu senken, erhalten viele Brustkrebspatientinnen nach einer Operation zur Entfernung des Tumors über mehrere Jahre eine antihormonelle Therapie. Experten stufen die Begleiterscheinungen der Therapie zwar als weniger gravierend als bei einer Chemotherapie ein, viele...

Berufliche Reha ist mehr als Wiedereingliederung nach dem Hamburger Modell

Berufliche Reha ist mehr als Wiedereingliederung nach dem Hamburger Modell
© Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum


Etwa zwei Drittel aller Berufstätigen, die an Krebs erkrankt sind, kehren zurück in das Arbeitsleben. Für viele ist die Motivation hoch, denn wer arbeitet, erobert sich ein Stück Normalität zurück. Doch der Wiedereinstieg sollte behutsam erfolgen und an die individuelle Belastbarkeit der Patientinnen und Patienten angepasst werden. Nach längerer Arbeitsunfähigkeit bieten die Leistungen der beruflichen Rehabilitation ein breites Spektrum, um die...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Thromboembolie-Prophylaxe und -Therapie bei uroonkologischen Erkrankungen"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO20 Virtual
  • Immuntherapie mit Pembrolizumab setzt sich bei verschiedenen onkologischen Indikationen weiter durch
  • mSCLC: Patienten profitieren bereits in der Erstlinie von der Ergänzung der Chemotherapie mit Pembrolizumab
  • mRCC-Erstlinientherapie: Kombination Pembrolizumab + Axitinib toppt Sunitinib auch im Langzeitverlauf
  • mRCC: Pembrolizumab + Lenvatinib zeigen vielversprechende Anti-Tumoraktivität nach Versagen einer Checkpoint-Inhibition
  • KEYNOTE-054-Studie: Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verbessert beim Melanom auch im verlängerten Follow-up das RFS
  • MSI-H CRC: Pembrolizumab verdoppelt PFS im Vergleich zur Chemotherapie
  • Rezidiviertes Ovarialkarzinom: Trend zu besserem Ansprechen auf Pembrolizumab-Monotherapie bei höherer PD-L1-Expression
  • r/r cHL: Pembrolizumab auf dem Weg zum Therapiestandard nach autoSCT sowie für Patienten, die keine autoSCT erhalten können
  • mCRPC: Pembrolizumab in Kombination mit Enzalutamid nach Enzalutamid-Resistenz wirksam und sicher
  • r/m HNSCC: Erstlinienbehandlung mit Pembrolizumab mono und in Kombination mit Platin-basierter Chemotherapie verlängert PFS2

Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden