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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

05. Juni 2002 Palliative 5-FU/FA-Dauerinfusion mit Natriumfolinat

Kolorektales Karzinom

Die wöchentliche 24-Stunden-Infusion mit 5-Fluorouracil und Kalziumfolinat ist etabliert in der Firstline-Therapie des metastasierten kolorektalen Karzinoms. Durch biochemische Modulation von 5-FU mit Folinsäure (FA) konnten die Ansprechraten verdoppelt werden. Mit dem Einsatz von Natriumfolinat anstelle von Kalziumfolinat wurde in Phase-II-Studien das Konzept Ardalans mit simultaner Gabe der beiden Substanzen wieder aufgegriffen.
Natriumfolinat, eine neue Präparation von Folinsäure, lässt sich im Gegensatz zu Kalziumfolinat mit 5-Fluorouracil (5-FU) mischen und er-laubt daher die simultane i.v.-Gabe mit 5-FU in einer Infusionspumpe. Die Gefahr den venösen Katheter durch Kristallbildungen zu verstopfen, besteht bei Natriumfolinat nicht. In einer Phase-II-Studie haben Hartung et. al. (Onkologie 2001) die simultane Gabe beider Substanzen nach dem ursprünglichen Ardalan-Konzept bei 51 nicht vorbehandelten Patienten mit metastasiertem CRC in der Erstlinientherapie un-tersucht. Die simultane 24-Dauerinfusion mit Natriumfolinat führte zu vergleichbaren Ansprechraten wie 5-FU/Kalziumfolinat. Die mediane Zeit bis zur Tumorprogression (TTP) erschien jedoch günstiger, auch war die Kombination mit Natriumfolinat mit geringeren Kosten und weniger Zeitaufwand verbunden.
Die Patienten hatten 6 Wochen lang einmal wöchentlich 2.600 mg/m2 5-FU und 500 mg/m2 Natriumfolinat in einer Pumpe gemischt appliziert bekommen. Nach einer Pause von 2 Wochen erfolgte der nächste Therapiezyklus. Nach einem medianen Follow up von 20,2 Monaten waren 2 von 51 Patienten in einer Komplettremission (CR), 17 hatten eine partielle Remission (PR) und 21 einen stabilen Krankheitsverlauf. Die mediane Zeit bis zur Tumorprogression betrug 8,5 Monate, das mediane Überleben 16,5 Monate.Toxizitäten waren in 25,4% Durchfall, bei 11,7% kam es zum Hand-Fuß-Syndrom Grad 3. Eine weitere Studie (Kreuser et al., 2002), in der dieses Regime zur Secondline-Therapie eingesetzt wurde, kam es ebenfalls zu vergleichbaren Ansprech- und Toxizitätsraten.

Quelle: Satelliten-Symposium „Aktuelle Behandlungskonzepte des kolorektalen Karzinoms“.
25. Deutscher Krebskongress, Berlin 2002


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