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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

21. Juni 2007 Moderne Therapiekonzepte mit Bendamustin

Bendamustin (Ribomustin®) ist eine etablierte Substanz in der Behandlung hämatologischer Neoplasien, deren Wirksamkeit und gute Verträglichkeit bei Patienten mit indolenten Lymphomen (follikulärem Lymphom, Chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) und Multiplem Myelom (MM)) sowie Mantelzell-Lymphomen belegt werden konnte. Offenbar besteht ein synergistischer Effekt zwischen Bendamustin und dem anti-CD 20-Antikörper Rituximab. Das breite therapeutische Potenzial von Bendamustin und sein Einsatz in der Erstlinien-Therapie wird zur Zeit in kontrollierten klinischen Studien validiert.
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Neue Therapieregime bei NHL
In früheren Studien mit Non-Hodgkin-Lymphom-Patienten erwies sich Bendamustin vor allem bei Rezidiven und in therapierefraktären Fällen als wirksam. In einer Studie mit 63 Patienten, die nach mindestens einer vorangegangenen Chemotherapie einen Rückfall erlitten hatten, führte die Kombination von Bendamustin und Rituximab in 90% der Fälle zu einem Ansprechen, das bei 60% der Patienten eine Vollremission war (Abb. 1; Rummel MJ et al. 2005). Die Ergebnisse sind beim follikulären wie auch beim prognostisch besonders ungünstigen Mantelzell-Lymphom vergleichbar gut. Die erzielten hohen Remissionsraten von 80% wurden auch in einer US-amerikanischen Studie mit 66 Patienten bestätigt. Die Studiengruppe indolente Lymphome (STiL) vergleicht derzeit in einer randomisierten Studie an Patienten mit indolenten Lymphomen die Kombination Bendamustin/Rituximab mit dem bisherigen Standard Rituximab plus CHOP. Ziel ist es, mit dem BR-Regime eine äquieffektive Wirkung bei gleichzeitig besserer Verträglichkeit zu erzielen. 0

Überzeugende Wirksamkeit bei CLL
Bendamustin induziert bei Patienten mit CLL im Rezidiv hohe Ansprechraten sowohl als Monotherapie als auch in Kombination mit Mitoxantron bzw. Rituximab. In der Monotherapie werden bei CLL-Patienten Ansprechraten von rund 50% erzielt. Die mittlere Ansprechdauer beträgt etwa 3 Jahre, so Prof. Dr. Wolgang Knauf, Frankfurt. Nach den Ergebnissen einer Phase-II-Studie mit 22 Patienten, die an fortgeschrittener CLL litten, erzielte die Kombination Bendamustin/Mitoxantron eine Ansprechrate von 80%, etwa jeder 4. Patient erreichte eine komplette Remission.
Im Rahmen der Europäischen CLL-Studiengruppe wurde Bendamustin gegen die Standardsubstanz Chlorambucil geprüft. Auch hier erwies sich Bendamustin hinsichtlich therapeutischer Effektivität und Verträglichkeit als überlegen. Die deutsche CLL-Studiengruppe setzte Bendamustin in einer Dosierung von 70 mg/m? an Tag 1 und 2 in Monotherapie bei 16 Patienten mit rezidivierter oder refraktärer CLL ein. 9 Patienten (56%) sprachen auf die Therapie an, 2 mit einer kompletten Remission. Die Remissionsdauer von im Durchschnitt 3,5 Jahren bezeichnete Knauf als beeindruckend. Derzeit überprüft das BfArM die Effektivität von Bendamustin im Vergleich zu Chlorambucil, die Ergebnisse sollen noch in 2007 vorgestellt werden. Bestätigt sich auch hier die Überlegenheit von Bendamustin, folgt die europäische Zulassung, und die Substanz könnte schnell zum Leit- und Standardmedikament in der CLL-Therapie werden. Derzeit läuft eine multizentrische Phase-II-Studie (CLL2M) der Deutschen CLL-Studiengruppe (DCLLSG), die Bendamustin in Kombination mit Rituximab bei Patienten mit bislang unbehandelter oder rezidivierter CLL hinsichtlich Gesamtansprechrate, Remissionsdauer, ereignisfreiem Überleben sowie Verträglichkeit und Sicherheit untersucht.

Multiples Myelom: verdoppelte Remissionsrate unter Bendamustin/Prednison – bald neuer Standard?
Dr. Wolfram Pönisch, Leipzig, berichtete über eine Phase-III-Studie mit 131 Patienten mit neu diagnostiziertem MM. Sie wurden entweder mit Melphalan/Prednison oder mit der Kombination Bendamustin/Prednison behandelt. Die Ansprechraten waren zwar vergleichbar, aber unter der Bendamustin-Kombination gab es mehr als doppelt so viele Komplettremissionen (32% versus 13%). Auch wurde das Ansprechen signifikant schneller erreicht und es hielt deutlich länger an (18 vs. 12 Monate). Die Lebensqualität war unter Bendamustin besser und die Patienten klagten seltener über Knochenschmerzen.
Als vielversprechend erwies sich auch die Kombination von Bendamustin und Prednison mit Thalidomid: 83% der MM-Patienten (n = 23) erreichten im Stadium II/III eine objektive Remission, davon 3 eine komplette Remission und 5 eine Teilremission. Nach einem Jahr waren noch 47% dieser Patienten ohne Rezidiv bei einer 1-Jahres-Überlebensrate von 87%. In Übereinstimmung mit PD Dr. Christian Straka, Berg am Starnberger See, schlägt Pönisch vor, Bendamustin/Prednison als neuen Standard einzuführen, vor allem für Patienten, die nicht für eine Hochdosistherapie und Stammzelltransplantation in Frage kommen.

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Quelle: Einführungspressekonferenz Bendamustin und Wissenschaftliches Symposium „Hämatologie 2007ff“ der Mundipharma GmbH, Berlin, 30. und 31. März 2007.


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