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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

19. August 2005 Ibandronat oral ist genauso wirksam wie Zoledronat i. v.

Mit dem oralen Aminobisphosphonat Ibandronat (Bondronat®) lassen sich Knochenmetastasen bei Brustkrebspatientinnen genauso effektiv behandeln wie mit intravenös verabreichtem Zoledronat. Dafür sprechen die Daten einer Studie, die auf dem diesjährigen Kongress der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Orlando/Florida vorgestellt wurden.
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Zur Prüfung der Wirksamkeit beider Aminobisphosphonate wurden Knochenmarker eingesetzt. Knochenmarker sind biochemische Indikatoren für einen kontinuierlich ablaufenden Knochenauf- und Knochenabbau, der sich bei gesunden Menschen im Gleichgewicht befindet. Bei Patienten mit Knochenmetastasen ist dieser Knochenumbauprozess krankhaft erhöht – sowohl durch die direkten Auswirkungen des Tumors selbst als auch wegen der Aktivierung der Osteoklasten. Dies führt zu einer Erhöhung spezifischer Knochenmarker. Knochenmarker zeigen entweder die Knochenresorption oder die Knochenneubildung an und gelten als valide Messwerte zur Wirkungseinschätzung von Bisphosphonaten, denn sie lassen therapiespezifische Veränderungen früher erkennen als alle anderen Verfahren, die derzeit eingesetzt werden. Die Ermittlung der Werte erfordert keine invasiven Verfahren.

Studie
In einer multizentrischen, offen geführten Phase-III-Studie zum Vergleich von oralem Ibandronat und Zoledronat i.v. wurden 254 Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs und mindestens einer osteolytischen oder gemischten (osteolytischen und osteoplastischen) Knochenläsion eingeschlossen. Sie erhielten nach randomisierten Kriterien entweder oral 50 mg Ibandronat (I) pro Tag (n = 128) oder 4 mg Zoledronat (Z) (n = 126) als Infusion über 15 Minuten alle vier Wochen. Das mittlere Alter der Patientinnen lag bei 56 Jahren. Als primärer Endpunkt galt die mittlere Veränderung des Knochenresorptionsparameters Cross-linked C-terminal-Telopeptid vom Typ I Kollagen im Serum (S-CTX) nach zwölfwöchiger Therapie im Vergleich zum Ausgangswert. Zudem wurden die weiteren Knochenmarker Osteocalcin (OC) sowie die knochenspezifische alkalische Phosphatase (BAP) und N-terminales Prokollagen Propeptid Typ 1-Kollagen (P1NP) evaluiert. Eine vorherige Behandlung mit Bisphosphonaten musste bis vier Monate vor Studienbeginn beendet worden sein.

Ergebnisse
Beide Studienmedikationen führten zu einer vergleichbaren Senkung des Knochenmarkers S-CTX (mittlere prozentuale Veränderung vom Ausgangswert (I: -76 %, Z: -73 %)). Das trifft auch auf die weiteren Knochenmarker BAP (I: -37%, Z: -26%), P1NP (I: -47%, Z: -39%) sowie OC (I: -35%, Z: -28%) zu. „Täglich oral verabreichtes Ibandronat hemmt die Tumor-induzierte Knochenresorption vergleichbar effektiv wie die intravenöse Gabe von Zoledronat in einem vierwöchigen Turnus“, so Prof. Ingo J. Diel, Mannheim.

Maßgeschneiderte Therapie möglich
Ibandronat steht als einziger Vertreter seiner Stoffklasse sowohl in oraler als auch parenteraler Form zur Verfügung. Die Flexibilität in der Applikation des Aminobisphosphonats ermöglicht eine maßgeschneiderte Therapie, die auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt ist. Bei der Infusion tritt die Wirkung schneller ein, daher ist diese Darreichungsform bei akuten Beschwerden wie starken Knochenschmerzen von Vorteil. In der Langzeittherapie und zur Stabilisierung des Knochens kann dann die orale Therapie gewählt werden. Der Patient kann die Tablette zu Hause einnehmen – zeitaufwendige Arztbesuche sind dann nicht mehr notwendig. Ibandronat zeichnet sich im Unterschied zu anderen parenteralen Bisphosphonaten durch seine hohe Nierensicherheit aus.
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Quelle: Body JJ et al. ; Effect of oral ibandronate versus intravenous zoledronic acid on markers of bone resorption in patients with breast cancer and bone metastases: results from comparative phase III trial. ASCO 2005, Abstract 534


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