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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

27. Juni 2004 Fulvestrant bietet zusätzliche Therapieoption in der endokrinen Behandlung des metastasierten Mammakarzinoms

Fulvestrant (Faslodex®) ist der erste Vertreter der Östrogenrezeptor-Antagonisten, der im März 2004 von der europäischen Gesundheitsbehörde EMEA zugelassen worden ist. Demnach kann Faslodex® für die Therapie des fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinoms in der Postmenopause nach Antiöstrogentherapie eingesetzt werden. Im Gegensatz zu den selektiven Östrogenrezeptor-Modulatoren (SERM) wie Tamoxifen weist Fulvestrant keine Östrogen-agonistischen Eigenschaften auf und auch keine Kreuzresistenz zu anderen Antiöstrogenen oder Aromatasehemmern. Damit steht eine zusätzliche wirksame und gut verträgliche Therapieoption für die palliative Therapie des rezeptor-positiven Mammakarzinoms in der Postmenopause zur Verfügung.
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In seinem Wirkmechanismus unterscheidet sich Fulvestrant wesentlich von den SERM-Wirkstoffen wie Tamoxifen. Fulvestrant bindet mit hoher Affinität an den Östrogenrezeptor (ER), verhindert Konformationsänderungen des Rezeptors und damit die Rezeptordimerisierung. Der Östrogenrezeptor bleibt vollständig inaktiv und wird beschleunigt abgebaut (Downregulation).

Wirksamkeit in der Second-line
In zwei klinischen Phase-III-Studien wurde der Einsatz eines intramuskluär zu applizierenden Monatsdepots (250 mg Faslodex®) bei postmenopausalen Patientinnen mit metastasiertem Mammakarzinom nach Progression unter einem Antiöstrogen (Anastrozol) untersucht. Eine Voraussetzung zur Teilnahme war ein positiver oder unbekannter Rezeptorstatus des Primärtumors. Insgesamt 428 Patientinnen wurden mit Fulvestrant und 423 Patientinnen mit Anastrozol behandelt.
Die gemeinsame Auswertung der Studien ergab nach einem Follow-up von 22,1 Monaten (Robertson et al., Cancer 2003):
Das objektive Ansprechen (CR+PR) und der klinische Nutzen (CR+PR+SD > 24 Wochen) von Fulvestrant und Anastrozol waren vergleichbar (19,2% vs. 16,5% und 43,5% vs. 40,9%). Auch für die Zeit bis zur Progression (TTP) zeigte sich mit 5,4 vs. 4,1 Monaten kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen beiden Substanzen (Abb. 1). Ebenso war die mediane Ansprechdauer vergleichbar lang (16,7 vs.13,7 Monate). Im Vergleich zu Arimidex war die Responsedauer signifikant, um 30% länger. Eine gute Effektivität zeigten Fulvestrant und Anastrozol auch bei rein viszeraler (49% vs. 42%) und Knochen-Metastasierung (60% vs. 53%) (Mauriac, EJC 2003). 0

Wirksamkeit nach Aromatasehemmern und Tamoxifen
Die vollständige Östrogenrezeptor-Blockade, verbunden mit einer Verringerung der Östrogenrezeptoren im Tumorgewebe, ermöglicht auch nach Versagen einer Tamoxifen- oder Aromatasehemmer-Therapie ein gutes Ansprechen. Perey (ASCO 2002) publizierte die vorläufigen Ergebnisse einer Phase-II-Studie, die eine Wirksamkeit von Fulvestrant nach zwei vorausgegangenen endokrinen Therapien mit Aromatasehemmer und Tamoxifen untersuchte. Bei den ersten 32 Patientinnen konnte ein klinischer Benefit bei 7 Patientinnen (34%, 2 Patientinnen mit PR, 5 mit SD länger als 24 Wochen) bei guter Verträglichkeit festgestellt werden. Auch im 2., 3., und 4. endokrinen Therapieschritt beim metastasierten Mammakarzinom zeigte sich für Fulvestrant noch ein Gesamtnutzen von 56% (Ansprechen und Krankheitsstabilisierung > 6 Monate; Untersuchung von Steger et al. an 88 postmenopausalen Patientinnen, vorgestellt auf dem San Antonio Meeting 2003). Eine weitere Untersuchung von Franco et al. (2003), wies eine Effektivität von Fulvestrant auch nach mehrfacher Chemo- und Hormontherapie nach (teilweise 4-6 Behandlungsschritte), mit einem Gesamtnutzen von 19%.

Verträglichkeit
Die Nebenwirkungen von Fulvestrant waren meist wenig belastend. Studienabbrüche wurden in 2,8% und 1,9% der Fälle für Fulvestrant und Anastrozol registriert (substanzbedingt : 0,9% und 1,2%). Die i.m. Injektion verursachte kaum Probleme.

as

Quelle: Mit freundlicher Unterstützung der AstraZeneca GmbH


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