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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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19. Dezember 2011

VTE-Risiko bei Krebspatienten reduzieren

Eine Krebserkrankung, Operationen und Immobilisierung sind neben dem Alter die wesentlichen Risikofaktoren für eine venöse Thromboembolie (VTE). 20% aller VTE-Fälle treten bei Krebspatienten auf [1], so Gary Lyman in einem Media-Seminar anlässlich des EMCC in Stockholm.
Unterschiedliche Mechanismen sorgen für das erhöhte VTE-Risiko bei Krebs: Gerinnungs- und Fibrinolyse-Systeme werden aktiviert, Tumoren sorgen für Entzündungen, Nekrosen und Zytokinausschüttung. Viele solide Tumoren exprimieren Tissue factor, ein Molekül, das die Entstehung von Blutgerinnseln fördert. Einige maligne Tumoren sezernieren ein Enzym namens Cancer procoagulant, das direkt den Gerinnungsfaktor X aktiviert, so Lord Kakkar, London. Eine Chemotherapie erhöht das VTE-Risiko zusätzlich um weitere 60%, so Lyman. In einer Studie entwickelten 7,3% der Patienten innerhalb von 3 Monaten eine symptomatische VTE, die Rate stieg innerhalb eines Jahres auf 10,9%. Dabei hing das Thrombose-Risiko stark von der verwendeten Chemotherapie ab: Während unter Carboplatin/Paclitaxel kein Fall auftrat, waren 15% der Patienten unter Fluorouracil/Leucovorin und 17% unter Cladribin betroffen [2]. VTE steht für eine schlechte Prognose, 25% der Patienten sterben innerhalb von 7 Tagen nach einer Thromboembolie, nur 12% der Krebspatienten mit VTE leben länger als 1 Jahr, so Lyman.

Was die Inzidenz und die damit verbundenen Kosten ausmachen, untersuchten Lyman et al. in einer retrospektiven Analyse [3]: Dazu wurden aus einem Register 30.552 Patienten mit unterschiedlichen Krebsarten (Lungen-, Pankreas-, Magen-, Kolon-, Blasen- und Ovarialkarzinom) auf die VTE-Inzidenz überprüft. 3,5 Monate nach der ersten Chemotherapie rangierte das VTE-Risiko je nach Krebsart zwischen 4,8 und 11,9%, die höchste Inzidenzrate gab es bei Magen-, Lungen- und Pankreaskarzinom. Die VTE-Inzidenz stieg bis zu Monat 12 nach erster Chemotherapie auf Werte zwischen 9,9 und 21,5%. Während die Kosten von Patienten mit oder ohne VTE nach 3,5 Monaten noch vergleichbar waren, stiegen sie für Patienten mit VTE innerhalb 1 Jahres durch Hospitalisierung, ambulante Versorgung und weitere VTEs signifikant an.

Giancarlo Agnelli, Perugia, Italien, präsentierte Daten der SAVE-ONCO-Studie [3], in der 3.200 Patienten zu entweder einer Standard-Chemotherapie plus Semuloparin oder einer Standard-Chemotherapie plus Placebo randomisiert wurden. Die Patienten hatten fortgeschrittene Tumoren an Lunge, Pankreas, Magen, Kolon, Blase oder Ovar. Das Risiko symptomatischer tiefer Venenthrombosen, einer nicht-tödlichen Lungenembolie oder eines VTE-assoziierten Todes wurde durch Semuloparin signifikant um 64% gegenüber Placebo gesenkt (20 vs. 55 Ereignisse; p<0,0001), ohne die Inzidenz schwerer Blutungen zu erhöhen. „Die VTE-Prophylaxe muss in den Leitlinien künftig ebenso fest verankert werden wie das Sepsis- und Neutropenie-Management“, schloss Agnelli.

ab

Literatur:
1. Lyman GH et al. Cancer 2011;117:334-49
2. Otten HM et al. Arch Intern Med 2004;164:190-4
3. Lyman GH et al. EMCC 2011, Poster 3002
4. Agnelli G et al. ASCO 2011, #LBA9014

„CSI: the dangerous link between cancer and VTE“, 25.9.2011, EMCC, Stockholm; Veranstalter: Sanofi-Aventis
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