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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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08. November 2016

Sport und Entspannungstechniken bei krebsassoziierter Fatigue

Sport, Yoga und Entspannungsübungen können Krebspatienten helfen, die Strapazen einer Strahlentherapie besser zu überstehen und einer Fatigue vorzubeugen. Unter dieser quälenden Müdigkeit und Erschöpfung leiden viele Krebskranke während und nach der Krebsbehandlung – auch nach einer Strahlentherapie.
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Obwohl die Bestrahlung über die Jahre immer effektiver und schonender geworden ist, bekommen zahlreiche Patienten eine krebsassoziierte Fatigue. „Die Patienten leiden unter einer großen Erschöpfung, ihre Energiereserven sind rasch verbraucht und bereits geringe körperliche Aktivitäten ermatten sie“, erklärt Prof. Stephanie E. Combs vom Klinikum rechts der Isar in München. Auch Antriebslosigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten kennzeichnen die krebsassoziierte Fatigue, unter der 60-80% der Patienten nach einer Strahlen- und/oder Chemotherapie leiden, so die Direktorin der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radiologische Onkologie. „Es kann so weit gehen, dass Patienten ihren Beruf nicht mehr ausüben und nicht mehr am sozialen Leben teilnehmen können“, sagt Combs.

Noch ist nicht bekannt, was genau die Fatigue auslöst. „Bei manchen Patienten hilft Ritalin, Antidepressiva dagegen haben sich als ineffektiv erwiesen.“ Einige Betroffene berichteten über eine Besserung durch Ginseng oder Guarana, andere durch verschiedene komplementärmedizinische Verfahren, wie beispielsweise Akupunktur.

Die beste Wirkung erzielen jedoch sportliche Aktivitäten. „In den letzten Jahren haben wenigstens 25 Studien gezeigt, dass Ausdauer- oder Kraftsport, aber auch Yoga, Tai Chi und Qigong den Krebspatienten helfen. Ebenso Walking, Radfahren und Tanzen. „Es kommt weniger darauf an, was die Patienten machen, sondern dass sie überhaupt aktiv werden.“ Einige Patienten haben jedoch eine geringe Motivation, da sie in der Fatigue ein Signal des Körpers sehen, sich mehr schonen zu müssen. „Sie betrachten die Erkrankung als einen Wendepunkt und finden sich mit ihrer Erschöpfungssituation ab“, so Combs. Deshalb würden häufig auch psychologische Interventionen, Meditation und Achtsamkeitsübungen helfen. „Es ist hier wichtig, die Blockade im Kopf zu lösen und den Patienten zu zeigen, dass sich ein aktiver Lebensstil mit Bewegungen für sie lohnt.“ Viele Patienten seien jedoch bereits offen für neue Impulse.

In der BEST-Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums nahmen 80 Brustkrebspatientinnen ab dem ersten Tag der Strahlentherapie an einem leichten Krafttraining teil. Über 12 Wochen trainierten sie zweimal wöchentlich für 60 Minuten in einem Fitnessraum. Nach dem Ende des Trainingsprogramms hatte sich mit der Fatigue auch die Lebensqualität der Patientinnen gebessert. Sie beurteilten ihre Zukunft positiver als die Teilnehmerinnen einer Vergleichsgruppe, die an einem Programm zur Muskelentspannung teilgenommen hatten. „Weil die Radiotherapie heute so gut verträglich ist, ermutigen wir unsere Patienten zu körperlichem Training.“ Wichtig sei, dass die Patienten nicht an ihre Grenzen gingen, warnt Prof. Jürgen Debus, Heidelberg. Sie sollten nicht mehr als 60-80% ihrer Leistungsfähigkeit nutzen, denn eine zu starke Belastung könne die Fatigue verstärken. Der Experte rät, das Trainingsprogramm mit dem behandelnden Arzt abzusprechen, um das richtige Maß zu finden.
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie
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