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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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29. Dezember 2012

Ovarialkarzinom: Umgang mit Bevacizumab im klinischen Alltag

Bevacizumab (Avastin®) verbessert die Effektivität in der Primär- und Rezidivtherapie beim Ovarialkarzinom sowie die Symptomkontrolle, ohne dabei die Lebensqualität zu beeinträchtigen. Das Nebenwirkungsprofil ist klar definiert, es entspricht dem bei anderen Tumorentitäten und ist im klinischen Alltag beherrschbar, so das Fazit von Prof. Barbara Schmalfeldt, München, während des Symposiums „Neue Aspekte in der Therapie gynäkologischer Tumore“ im Rahmen des 59. DGGG-Kongresses in München.

Vier randomisierte Phase-III-Studien (1-4) belegen inzwischen die hohe Wirksamkeit und Sicherheit von Bevacizumab beim Ovarialkarzinom. In der Phase-III-Zulassungsstudie GOG-0218 bestätigte sich das bereits bekannte Sicherheitsprofil des monoklonalen Antikörpers. Das Nebenwirkungsprofil ist analog in den Studien OCEANS beim Platin-sensiblen Ovarialkarzinom und AURELIA beim Platin-resistenten Ovarialkarzinom sowie in der Studie AVADO in der Erstlinientherapie des metastasierten Mammakarzinoms in Kombination mit Docetaxel. Das Nebenwirkungsprofil bleibt auch bei längerer Therapiedauer konstant, wie 2 Langzeitstudien (5, 6) belegen, in denen Bevacizumab als Erhaltungstherapie bis zu 3 Jahre gegeben wurde.

Es kam zu keiner Kumulation von schwerwiegenden Nebenwirkungen wie etwa einer gastrointestinalen Perforation. Ebenfalls zeigte sich unter Langzeittherapie ein gleichbleibendes Risiko für Hypertonie, Proteinurie und thromboembolische Ereignisse.

Die Lebensqualität bleibt unter Therapie mit Bevacizumab/Carboplatin erhalten. In der GOG-0218-Studie war sie lediglich nach Zyklus 4 und 7 etwas beeinträchtigt, nicht jedoch in der Langzeittherapie.

Die Daten der AURELIA-Studie bezeichnete Schmalfeldt als sehr beeindruckend. Die Patientinnen unter Kombinationstherapie aus Bevacizumab und Chemotherapie litten weniger unter abdominellen Schmerzen, Fatigue, Dyspnoe und Erbrechen als in der Chemotherapiegruppe. Häufiger aufgetreten waren unter der Kombination periphere sensorische Neuropathien und Hand-Fuß-Syndrom.

Umgang mit Nebenwirkungen

Wichtig, so Schmaldfeldt, ist es, die Patienten über die möglichen Nebenwirkungen gut aufzuklären. Die gastrointestinale Perforation ist eine schwerwiegende, allerdings seltene Nebenwirkung, deren Inzidenz nach einer Meta-Analyse von über 12.000 Patienten mit soliden Tumoren bei 0,9% liegt. Die Inzidenz unterscheidet sich damit nicht wesentlich von der in den 4 Phase-III-Studien beim Ovarialkarzinom (GOG-0218: 2,6%; ICON7: 1,3%, OCEANS: 0%, AURELIA: 1,7%). Ein erhöhtes Risiko haben möglicherweise Patienten mit Divertikulitiden und Magen-Darm-Ulcera. Erhöhte Vorsicht ist geboten bei Patienten mit R1-Resektion und ausgeprägter Darmbeteiligung, in der Bildgebung verdickter Darmwand sowie Zeichen der Obstruktion.

Thromboembolische Ereignisse sind für Tumorpatienten per se ein Risiko und waren bei Patienten in den Phase-III-Ovarstudien nur bei Risikopatienten erhöht. Die arterielle Hypertonie ist ein Klasseneffekt antiangiogenetischer Substanzen und tritt bei bis zu 39% der Patienten auf, meist verzögert nach im Mittel 6-wöchiger Therapie. Geeignete Maßnahmen sind die wöchentliche Blutdruckkontrolle unter laufender Therapie, die konsequente Einstellung auf einen Zielblutdruck unter 130/90 mit ACE-Hemmern oder AT-II-Ant-agonisten. Bei gleichzeitig zerebraler Symptomatik sollte man an das seltene RPLS (reversibles Leukenzephalopathie-Syndrom) denken. Trotz Proteinurie ist in keiner der Phase-III-Ovarstudien eine Niereninsuffizienz beobachtet worden, so Schmalfeldt. Bei einer Proteinurie größer 2 g/24 h gilt die Empfehlung, die Bevacizumab-Behandlung zu pausieren bis der Wert wieder unter 2 g/24 h gesunken ist. Bei einer Proteinurie > 3,5 g/24 h sollte die Behandlung abgebrochen werden. Bevacizumab sollte außerdem vor geplanter Operation (28 Tage vorher), bei gastrointestinaler Perforation und Fistelbildung, schwerer venöser Thrombose, Lungenembolie, schwerer Blutung, nicht beherrschbarer Hypertonie und RPLS abgesetzt werden.

as

Lunch-Symposium „Avastin - Therapiesicherheit, Nebenwirkungsmanagement und Stellenwert im Alltag“, 59. DGGG-Kongress, München, 11.10.2012

Literaturhinweise:
(1) Burger R et al., J Clin Oncol 2011; 29 (15S): 337s (5023).
(2) Perren T et al., N Engl J Med 2011; 365: 2484-2496.
(3) Aghajanian C et al., ASCO 2011, Abstract LBA5007
(4) Pujade-Lauraine E et al., J Clin Oncol. 2012; 30 (Suppl) Abstract LBA5002).
(5) Monk BJ et al., EJC 2011; 47 (Suppl 2): 12 (Abstract # 23LBA).
(6) Stark D et al., EJC 2011; 47 (Suppl 2): 12 (Abstract # 22LBA).

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