Zeitschrift online - Ausgabe 07-08 Bevacizumab wirkt unabhängig vom KRAS-Mutationsstatus beim metastasierten kolorektalen Karzinoms
Eine First-Line-Therapie mit Bevacizumab in Kombination mit Chemotherapie verlängert bei Patienten mit metastasiertem kolorektalen Karzinom vom KRAS-Wildtyp signifikant das Gesamtüberleben, bei Patienten mit KRAS-Mutation zeigt sich ein Trend zur Überlebensverlängerung. Unabhängig vom KRAS-Status verlängert Bevacizumab signifikant das progressionsfreie Überleben. Da Bevacizumab sowohl bei KRAS-Wildtyp wie auch bei KRAS-Mutation wirkt, wird keine KRAS-Testung vor dem Einsatz benötigt.
Die Phase-III-Zulassungsstudie von Hurwitz et al. hat gezeigt, dass eine First-Line-Therapie mit Bevacizumab in Kombination mit Chemotherapie die Gesamtüberlebenszeit von Patienten mit metastasiertem kolorektalen Karzinom sowohl in der Gesamtpopulation [1], als auch bei KRAS-Wildtyp signifikant verlängert [2]. Bei Patienten mit KRAS-Mutation verlängert Bevacizumab das progressionsfreie Überleben signifikant und zeigt einen Trend zum verlängerten Gesamtüberleben [2]. Auch in der Zweitlinientherapie konnte eine Verlängerung des Überlebens gezeigt werden [3].
Im Gegensatz dazu konnte für die EGFR-Antikörper bei KRAS-Mutation keine Wirksamkeit gezeigt werden. Daher ist für die EGFR-Antikörpertherapie eine KRAS-Testung vorgeschrieben.
Die Dauer des Gesamtüberlebens von Patienten mit metastasiertem kolorektalen Karzinom, die eine Therapie mit Bevacizumab in Kombination mit Chemotherapie erhielten, wurde in zwei großen internationalen Beobachtungsstudien (First BEAT und BRiTE) mit rund 4000 Patienten bestätigt (22,7 Monate bzw. 24,5 Monate) [4;5].
Im Januar 2008 wurde die EU-Zulassung von Bevacizumab (Avastin®) erheblich erweitert. Seither kann Bevacizumab in Kombination mit jeder Chemotherapie auf Fluoropyrimidin-Basis bei Patienten mit metastasiertem kolorektalem Karzinom sowohl für die Erstlinienbehandlung als auch in späteren Behandlungslinien angewendet werden.