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14. Dezember 2011

Personalisierte Medizin in der Onkologie: Behandlung bestmöglich auf den Patienten zuschneiden

Medikamente möglichst maßgeschneidert auf die spezifischen Merkmale einer Krankheit zuzuschneiden und diese gezielt bei jenen Patienten einzusetzen, denen sie am besten helfen, lautet das Credo der Personalisierten Medizin. Dank vertiefter Kenntnisse über die molekularbiologischen Ursachen von Krankheiten gibt es heute bereits eine Reihe von innovativen diagnostischen Tests, durch die Patienten identifiziert werden können, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine bestimmte Therapie ansprechen.

Die Personalisierte Medizin gilt als ein Schlüssel für eine effektivere und effizientere Versorgung mit Arzneimitteln. Wie erste Beispiele zugelassener Therapien vor Augen führen, profitieren sowohl Patienten, Ärzte als auch Kostenträger von dieser Strategie. Für die Patienten erhöhen sich die Aussichten auf den Erfolg einer Therapie, während das Risiko vermeidbarer Nebenwirkungen sinkt. Für Ärzte erhöht ein individualisierter Therapieansatz die Behandlungssicherheit, denn die Personalisierte Medizin eröffnet die Möglichkeit, Indikationsstellung und Therapieauswahl zu optimieren. Da unnötige Kosten aufgrund von vermeidbaren Nebenwirkungen oder einem Nicht-Ansprechen auf das Arzneimittel vermieden werden, steigert sich – ganz im Sinne der Kostenträger – auch die Kosteneffizienz.

 

Zielgerichtete Medikamente werden bereits heute in der Krebsbehandlung eingesetzt. Beispielsweise bei Brustkrebs: Bei etwa 20 Prozent der Patientinnen ist die Anzahl der HER2-Rezeptoren, speziellen Eiweißen auf der Oberfläche der Brustkrebszellen, massiv erhöht. Dadurch teilen sich die Zellen vermehrt und unkontrolliert. Die Erkrankung verläuft sehr aggressiv. Anhand eines Gewebetests kann der krankheitsspezifische Biomarker – das HER2-Protein – nachgewiesen werden und die Patientinnen können identifiziert werden, die von der Behandlung mit einem eigens dafür entwickelten  Medikament profitieren. Dieses Medikament – ein HER2-Antikörper – blockiert das HER2-Protein. Dadurch werden die Wachstumssignale der Krebszelle nicht mehr übertragen und so das Zellwachstum gestoppt. Zusätzlich aktiviert der HER2-Antikörper die körpereigene Immunabwehr. Dadurch erkennt, bekämpft und zerstört das Immunsystem die Tumorzelle.

 

Weitere Medikamente, die dem Konzept der personalisierten Medizin folgen, werden inzwischen auch bei anderen Krebsarten eingesetzt oder befinden sich in der Entwicklung. Parallel dazu sind die Forscher auf der Suche nach neuen Biomarkern, um Krebserkrankungen immer spezifischer mit personalisierten Therapien behandeln zu können.


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