Freitag, 26. Februar 2021
Navigation öffnen
Infos für Patienten

20. August 2012 Leben! Trotz Krebs!

„Kein Stein liegt mehr auf dem anderen. Es ist, als hätte ein Seelenbeben von uns Besitz genommen.“ Mit diesen Worten beschreibt Ursula Goldmann-Posch, Gründerin und Vorstandsmitglied von mamazone - Frauen und Forschung gegen Brustkrebs e. V., ihre Empfindungen nach der Diagnose Krebs. Jahr für Jahr erleben allein in Deutschland fast eine halbe Million Menschen Ähnliches. Dank einer zielgerichteten Therapie hat Ursula Goldmann-Posch ihre schwere Erkrankung wie viele andere Betroffene überlebt. Maßgeblich ermöglicht werden diese Fortschritte in der Behandlung von Krebspatienten durch die Entwicklung neuer, zielgerichteter Medikamente. So haben zum Beispiel Angiogenesehemmer, die sich gezielt gegen das Wachstum des Tumors richten, die onkologische Therapielandschaft in den vergangenen Jahren wie kaum ein anderes Medikament verändert. Doch wie genau definiert sich der Nutzen der antiangiogenen Therapie für den Patienten? Und welche Erwartungen kann und muss eine moderne Krebstherapie heute erfüllen?

„Für mich ist die Therapie insofern wichtig, als sie meine Lebensqualität erhält und nicht nur das Leben hinauszieht“, betont Jutta S., Brustkrebspatientin im fortgeschrittenen Stadium. „Ich kann mein Leben derzeit so gestalten, wie es mir gefällt. Das bedeutet für mich maximale Lebensqualität.“ Dieses Zitat verdeutlicht, wie entscheidend es für Patienten ist, die verbleibende Zeit genießen zu können. Denn in der Zeit, in der der Krebs nicht fortschreitet, können sie in vielerlei Hinsicht weiterhin aktiv am Leben teilnehmen. „Die Zeit ohne ein Fortschreiten der Erkrankung ist für viele Patienten sowohl physisch als auch psychisch eine weitestgehend beschwerdefreie Zeit“, so Privatdozent Sherko Kümmel, Essen. Sie genießen die wertvolle verbleibende Zeit mit der Familie und Freunden. Trotz Krebs ist ihnen ein nahezu unbeschwertes Leben möglich.

Gerade in der palliativen Situation ist der Erhalt der Lebensqualität der Patienten das oberste Therapieziel. Welche Behandlung dabei für den einzelnen Patienten gewählt wird, hängt von zahlreichen Parametern ab, erläuterte Kümmel. Neben dem Krankheitsverlauf und den Vortherapien spielen immer auch der Allgemeinzustand und der Patientenwunsch eine Rolle. Die Behandlung soll den Patienten einen hohen Nutzen bringen, sie jedoch zugleich möglichst wenig durch Nebenwirkungen belasten. „Krebs lässt sich nicht mit einer klassischen Therapie von der Stange behandeln“, betonte auch Ursula Goldmann-Posch. „Wir fordern zielgerichtete, auf uns zugeschnittene und nebenwirkungsarme Therapien. Und gerade auch in scheinbar aussichtslosen Situationen, wenn keine Heilung mehr möglich ist, brauchen wir mutige Ärzte, die uns unterstützen, für uns kämpfen und uns eine Therapie ermöglichen, die uns möglichst viel krankheitsfreie Zeit bis zum nächsten Rückfall schenkt.“


Das könnte Sie auch interessieren

Frauenärzte warnen vor Folgen von Bewegungsmangel

Frauenärzte warnen vor Folgen von Bewegungsmangel
© Picture-Factory / Fotolia.com

Das Leben des Stubenhockers ist riskant: Wer körperliche Bewegung und sportliche Aktivitäten scheut, verzichtet auf einen Universalschlüssel zur Förderung der Gesundheit und zur Prävention zahlreicher schwerer Erkrankungen - Männer wie Frauen, Jung wie Alt. „Der heutige Mensch ist nicht für körperliche Passivität geschaffen. Die Evolution hat ihn noch nicht an die überwiegend sitzenden Tätigkeiten der Zivilisationsgesellschaft...

Krebstherapie gestern, heute, morgen: Entwicklungen in der Onkologie

Krebs gilt heute als Volkskrankheit: Bei Frauen stieg die Zahl der jährlich auftretenden Neuerkrankungen seit 1980 um 35 Prozent, bei Männern sogar um 80 Prozent an. Dass die krebsbedingte Sterberate dennoch im gleichen Zeitraum zurückging, ist u. a. Verdienst der modernen Forschung: In allen Bereichen der Krebsmedizin – von der Grundlagenforschung bis hin zur strukturierten Nachsorge der Patienten – haben sich enorme Erfolge eingestellt. Dies war jedoch ein weiter...

Zielgerichtete Brustkrebstherapie ist erfolgreich

Brustkrebs kann jede Frau treffen. Eine von acht Frauen wird im Laufe ihres Lebens mit der Diagnose konfrontiert - allein in Deutschland sind das 72.000 Frauen im Jahr. Doch dank innovativer Forschung und Entwicklung wurden gerade in der Behandlung von Brustkrebs in den vergangenen Jahren große Fortschritte erreicht. Heute sind zielgerichtete Medikamente verfügbar, die die Überlebensaussichten von Frauen mit Brustkrebs entscheidend verbessern.

Mittelmeerdiät ist gesund – auch fernab mediterraner Gefilde

Mittelmeerdiät ist gesund – auch fernab mediterraner Gefilde
© Daniel Vincek / fotolia.com

Neue Analysen der EPIC-Potsdam-Studie zeigen, dass eine mediterrane Kost auch außerhalb des Mittelmeerraums das Risiko für Typ-2-Diabetes senken kann. Zudem können Menschen mit Gemüse, Obst, Olivenöl und Co wahrscheinlich zusätzlich ihr Herzinfarkt-Risiko verringern. Die Ergebnisse zum Zusammenhang von regionalen Diäten und chronischen Erkrankungen haben DIfE-Wissenschaftler im Rahmen des Kompetenzclusters NutriAct jetzt im Fachblatt BMC Medicine publiziert.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Leben! Trotz Krebs!"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.