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20. August 2012

Leben! Trotz Krebs!

„Kein Stein liegt mehr auf dem anderen. Es ist, als hätte ein Seelenbeben von uns Besitz genommen.“ Mit diesen Worten beschreibt Ursula Goldmann-Posch, Gründerin und Vorstandsmitglied von mamazone - Frauen und Forschung gegen Brustkrebs e. V., ihre Empfindungen nach der Diagnose Krebs. Jahr für Jahr erleben allein in Deutschland fast eine halbe Million Menschen Ähnliches. Dank einer zielgerichteten Therapie hat Ursula Goldmann-Posch ihre schwere Erkrankung wie viele andere Betroffene überlebt. Maßgeblich ermöglicht werden diese Fortschritte in der Behandlung von Krebspatienten durch die Entwicklung neuer, zielgerichteter Medikamente. So haben zum Beispiel Angiogenesehemmer, die sich gezielt gegen das Wachstum des Tumors richten, die onkologische Therapielandschaft in den vergangenen Jahren wie kaum ein anderes Medikament verändert. Doch wie genau definiert sich der Nutzen der antiangiogenen Therapie für den Patienten? Und welche Erwartungen kann und muss eine moderne Krebstherapie heute erfüllen?

„Für mich ist die Therapie insofern wichtig, als sie meine Lebensqualität erhält und nicht nur das Leben hinauszieht“, betont Jutta S., Brustkrebspatientin im fortgeschrittenen Stadium. „Ich kann mein Leben derzeit so gestalten, wie es mir gefällt. Das bedeutet für mich maximale Lebensqualität.“ Dieses Zitat verdeutlicht, wie entscheidend es für Patienten ist, die verbleibende Zeit genießen zu können. Denn in der Zeit, in der der Krebs nicht fortschreitet, können sie in vielerlei Hinsicht weiterhin aktiv am Leben teilnehmen. „Die Zeit ohne ein Fortschreiten der Erkrankung ist für viele Patienten sowohl physisch als auch psychisch eine weitestgehend beschwerdefreie Zeit“, so Privatdozent Sherko Kümmel, Essen. Sie genießen die wertvolle verbleibende Zeit mit der Familie und Freunden. Trotz Krebs ist ihnen ein nahezu unbeschwertes Leben möglich.

Gerade in der palliativen Situation ist der Erhalt der Lebensqualität der Patienten das oberste Therapieziel. Welche Behandlung dabei für den einzelnen Patienten gewählt wird, hängt von zahlreichen Parametern ab, erläuterte Kümmel. Neben dem Krankheitsverlauf und den Vortherapien spielen immer auch der Allgemeinzustand und der Patientenwunsch eine Rolle. Die Behandlung soll den Patienten einen hohen Nutzen bringen, sie jedoch zugleich möglichst wenig durch Nebenwirkungen belasten. „Krebs lässt sich nicht mit einer klassischen Therapie von der Stange behandeln“, betonte auch Ursula Goldmann-Posch. „Wir fordern zielgerichtete, auf uns zugeschnittene und nebenwirkungsarme Therapien. Und gerade auch in scheinbar aussichtslosen Situationen, wenn keine Heilung mehr möglich ist, brauchen wir mutige Ärzte, die uns unterstützen, für uns kämpfen und uns eine Therapie ermöglichen, die uns möglichst viel krankheitsfreie Zeit bis zum nächsten Rückfall schenkt.“


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