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14. Dezember 2016 Krebstherapie-Nebenwirkungen wirksam bekämpfen, Patienten unterstützen – Bundesweit gültige Leitlinie verabschiedet

Etwa eine halbe Millionen Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland an Krebs. Für viele ist die Behandlung mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden, die die Lebensqualität der Patienten deutlich beeinträchtigen. Doch längst gibt es wirksame Therapien, um Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen besser in den Griff zu bekommen. Die so genannten unterstützenden oder Supportiven Therapien haben in den vergangenen Jahren eine enorme Entwicklung genommen.
Die Supportivtherapie in der Onkologie umfasst Maßnahmen, die optimale Behandlungsvoraussetzungen für den Patienten schaffen und damit auch die praktische Umsetzung neuer Therapiestrategien ermöglichen. Dazu gehört in erster Linie die patientenspezifische Verringerung akuter und chronischer therapie- und krankheitsbedingter Nebenwirkungen, um die Lebensqualität zu erhalten oder gar zu verbessern. Der Supportivtherapie liegt dabei die ganzheitliche Betrachtung des an einem Tumor Erkrankten zugrunde. Der Patient wird dabei nicht nur als eine Person gesehen, deren Tumor sich in Folge der Therapie verkleinert, sondern deren individuelle Bedürfnisse im Gesamtkonzept der Behandlung Berücksichtigung finden müssen.
Professorin Dr. Karin Jordan (Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin IV) erarbeitete in den vergangenen drei Jahren mit den nationalen Expertinnen und Experten eine Leitlinie für die Supportiven Therapien. Diese wurden nun verabschiedet und stehen damit  bundesweit zur Verfügung. Die Leitlinie ist unter das Mandat der Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen in der Onkologie Rehabilitation und Sozialmedizin (ASORS), der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) und der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) gestellt.

Insgesamt waren mehr als 80 Experten aus 45 Fachgesellschaften und Arbeitsgemeinschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an der Erstellung der Leitlinie beteiligt. Am halleschen Universitätsklinikum erfolgte die Evidenzaufbereitung, Koordination, Vorbereitung der Textentwürfe und Redaktionelle Überarbeitung (Koordination Prof Karin Jordan, Leitliniensekretariat Dr. med. Franziska Jahn). Mit den Leitlinienempfehlungen legen die Autoren die Basis für eine deutschlandweite Standardisierung wichtiger Themen bei der interdisziplinären Behandlung der Komplikationen der Krebstherapie und der Erkrankung.
 
Die S3-Leitlinie behandelt in dieser ersten Fassung zehn Themenbereiche aus dem Bereich der Supportiven Therapie von onkologischen Patienten und Patientinnen, die zuvor aus den zahlreichen möglichen Nebenwirkungen und  durch die Fachgesellschaften ausgewählt wurden.
 
·      Blutarmut aufgrund der Tumortherapie
·      Mangel an weißen Blutkörperchen aufgrund der Tumortherapie
·      Übelkeit und Erbrechen aufgrund der Tumortherapie
·      Therapieinduzierte Durchfälle
·      Entzündung der Mundschleimhaut aufgrund der Tumortherapie
·      Therapieinduzierte Hauttoxizität
·      Periphere Nervenschädigungen aufgrund der Tumortherapie
·      skelettbezogene Komplikationen
·      Gewebeschädigungen als Komplikation bei einer intravenösenv Infusion
·      Supportive Maßnahmen in der Strahlentherapie

 
Das Leitlinienprogramm Onkologie (OL)
Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), die Deutsche Krebsgesellschaft e.V. und die Deutsche Krebshilfe haben sich mit dem im Februar 2008 gestarteten Leitlinienprogramm Onkologie das Ziel gesetzt, gemeinsam die Entwicklung und Fortschreibung sowie den Einsatz wissenschaftlich begründeter und praktikabler Leitlinien in der Onkologie zu fördern und zu unterstützen.

Universitätsklinikum Halle (Saale)


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