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29. Februar 2016

Vom Telemedizin-Netzwerk bis zur Ersthelfer-App: Medizintrends mit Zukunft

Die Deutschen werden immer älter. Chronische Leiden wie Demenz oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellen künftig das Gesundheitssystem auf die Probe. Medizinforscher und Gesundheitsexperten aller Branchen arbeiten längst unter Hochdruck an neuen Lösungen für die Gesundheitsversorgung von morgen. In die Karten spielen ihnen dabei die Digitalisierung und der Trend zur Vernetzung im Gesundheitswesen. Das zeigt auch der Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“, verantwortet von der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und der Deutschen Bank. Drei Medizintrends, die das Gesundheitssystem fit für die Zukunft machen.

Trend Telemedizin: Leben retten aus der Ferne

Trend Telemedizin
Bildquelle: © Lukas Lehmann, Klinikum Oldenburg

Wer in einer ländlichen Region oder auf einer Insel wohnt, ist im Krankheitsfall oft lange unterwegs – weil die nächste Arztpraxis kilometerweit entfernt ist. Das wird sich dank Telemedizin in Zukunft ändern: Moderne Kommunikations- und Informationstechnologien holen ärztliches Know-how ins heimische Wohnzimmer. So wie das Telemedizin-Netzwerk des Klinikums Oldenburg und der IQmedworks GmbH. Vitaldaten des Erkrankten wie Blutdruck oder Herzfrequenz werden vor Ort elektronisch erfasst und durch Audio- und Videosequenzen ergänzt. Per Satellit oder Mobilfunk gehen alle Informationen an die Klinikärzte, die dem Patienten aus der Ferne weiterhelfen. Das Netzwerk-Projekt ist Bundessieger 2015 in der Wettbewerbskategorie Gesellschaft.

 
 

Zu Hause auskurieren unter Online-Kontrolle

Zu Hause auskurieren unter Online-Kontrolle
Bildquelle: © Uwe Lewandowski

Die Mehrheit der Ärzte steht der Telemedizin laut einer Umfrage des CGM Healthmonitor 2014 positiv gegenüber. Zahlreiche Studien belegen, dass Telemonitoring – die elektronische Fernüberwachung von zum Beispiel Blutzucker oder Blutdruck – Lebensqualität, Versorgung und Prognose von chronisch Erkrankten verbessert. Und es verkürzt Krankenhausaufenthalte. Kunstherzpatienten der Schüchtermann-Klinik in Bad Rothenfelde etwa können nach der Operation schnell wieder nach Hause, ohne auf Facharztbetreuung verzichten zu müssen. Während sie am heimischen Ergometer trainieren, überwachen Mediziner Blutdruck, Pulsrhythmus oder Herzfrequenz via Internet.

 
 

Trend intelligente Prothesen: Zupacken trotz Handicap

Intelligente Prothesen
Bildquelle: © Institut für Regeltechnik, Univ. Hannover

Einkaufen, Schnürsenkel binden, Zähne putzen: Wenn statt des eigenen Arms eine Prothese anpacken muss, sind tägliche Hürden vorprogrammiert. Intelligente Ersatzgliedmaßen unterstützen in Zukunft Menschen mit Handicap, ihren Alltag zu bewältigen und sich gewohnte Bewegungsabläufe zurückzuerobern. Wie die intelligenten Prothesen künftig funktionieren könnten, erforschen derzeit Wissenschaftler der Leibniz Universität Hannover.

 
 

Bewegungsmuster aus der Wolke

Bewegungsmuster aus der Wolke
Bildquelle: © Institut für Regeltechnik, Univ. Hannover

Ziel der Experten ist es, die technischen Helfer mit einer sonst nur vom Menschen bekannten Feinfühligkeit auszustatten. Das funktioniert so: Erkennt eine Prothese zum Beispiel eine ihr noch unbekannte Tätigkeit, sucht sie automatisch in der Cloud nach einem ähnlichen Muster und adaptiert es. Eine App speichert sämtliche Bewegungen. Die Idee hinter dem „Ausgezeichneten Ort“: Die Prothesen aller Anwender sollen im digitalen Netz voneinander lernen.

 
 

Trend digitale Assistenten: Medical Apps beflügeln Ersthelfer

Medical Apps
Bildquelle: © Mobile-Retter

Mobile Applikationen im Gesundheitsbereich boomen und können im Notfall Leben retten. So wie die prämierte App „Mobile Retter“, entwickelt von Notfallmediziner Dr. med. Ralf Stroop: Freiwillige, die Erfahrungen in Erster Hilfe haben, zum Beispiel Ärzte, Krankenschwestern oder Sanitäter, können sich registrieren lassen. Geht in ihrer Nähe ein Notruf über 112 ein, werden sie über ihr Smartphone geortet, alarmiert und zum Unfallort gelotst. Das spart kostbare Zeit. Denn bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Sekunde.

 
 

Virtuelles Lexikon als Diagnosehelfer

Virtuelles Lexikon
Bildquelle: © medx GmbH, Fabian Schröder

Immer weniger Hausärzte müssen immer mehr Patienten betreuen. Oft bleiben den Medizinern nur ein paar Minuten, um die richtige Diagnose zu stellen. Virtuelle Assistenten wie medx/DX helfen ihnen künftig dabei, seltene und besonders schwere Erkrankungen so früh wie möglich zu erkennen: Die Software liefert in kürzester Zeit eigene Diagnosevermutungen und empfiehlt, was zusätzlich abgeklärt werden sollte.

 
 

3-D-Druck revolutioniert Medizinmodelle

3-D-Druck
Bildquelle: © HumanX

Moderne 3-D-Druckverfahren eröffnen auch Ärzten ganz neue Möglichkeiten. Das zeigt das Projekt HumanX, von der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und der Deutschen Bank ebenfalls als „Ausgezeichneter Ort“ gewürdigt. Im 3-D-Druck entstehen anatomische Modelle, die Organe oder Knochen mit Muskel- und Hautgewebe originalgetreu abbilden. Die 3-D-Modelle, die auf Computer- oder Magnetresonanztomografie basieren, helfen zum Beispiel bei der OP-Planung. Oder bei der Medizinerausbildung.

 
 

Mehr über den Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ und die Siegerprojekte erfahren Sie unter www.ausgezeichnete-orte.de.

http://www.ausgezeichnete-orte.de
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