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Medizin

06. Juni 2017 Zulassungserweiterung durch Europäische Kommission für Nivolumab beim Urothelkarzinom

Die Europäische Kommission (EC, European Commission) hat Nivolumab (Opdivo®) als Monotherapie zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen nicht resezierbaren oder metastasierten Urothelkarzinoms (mUC) bei Erwachsenen nach Versagen einer vorherigen Platin-haltigen Therapie zugelassen. Damit ist Nivolumab der erste und bisher einzige immunonkologische Wirkstoff, der in der Europäischen Union zur Behandlung von Patienten mit dieser häufigsten Form des Blasenkarzinoms zugelassen ist.
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„In Europa werden jährlich etwa 151.000 neue Fälle von Blasenkrebs diagnostiziert. Dennoch gab es in den letzten Jahrzehnten kaum Weiterentwicklung bei der Behandlung des fortgeschrittenen Blasenkarzinoms”, so Prof. Dr. Margitta Retz, Oberärztin und Bereichsleitung Urologische Onkologie, Urologische Klinik und Poliklinik der Technischen Universität München rechts der Isar. „Die Zulassung von Nivolumab durch die Europäische Kommission stellt einen bedeutenden Fortschritt dar, der mit einer relevanten objektiven Ansprechrate einhergeht. Patienten mit vorbehandeltem lokal fortgeschrittenem nicht resezierbarem oder metastasiertem Urothelkarzinom wird hierdurch eine wichtige Therapieoption geboten.”

Die Zulassung basiert auf den Ergebnissen der einarmigen, unverblindeten, multizentrischen Phase-II-Studie CheckMate -275 (1). Im Rahmen dieser Studie wurde Opdivo® bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Urothelkarzinom untersucht, bei denen es während oder nach einer platinhaltigen Chemotherapie oder innerhalb von 12 Monaten nach einer neoadjuvanten oder adjuvanten platinhaltigen Chemotherapie zu einer Krankheitsprogression gekommen war. In der Studie wurden 270 Patienten intravenös mit Nivolumab 3 mg/kg Körpergewicht alle zwei Wochen bis zur Krankheitsprogression oder inakzeptablen Toxizität behandelt. Der primäre Endpunkt der Studie war die objektive Ansprechrate (ORR). Die sekundären Endpunkte umfassten das progressionsfreie Überleben (PFS) und das Gesamtüberleben (OS). In der Studie sprachen 20,0% (95%-KI: 15,4-25,3; 54/270) der Patienten auf die Behandlung mit Nivolumab an. Der Anteil der Patienten mit vollständigem Ansprechen betrug 3,0% (8/270 Patienten) und der Anteil der Patienten mit partiellem Ansprechen betrug 17,0% (46/270 Patienten).

Etwa die Hälfte der gesamten Patientenpopulation (46,0%) der Studie CheckMate -275 wies eine Tumor-PD-L1-Expression von ≥ 1% auf. Eine Wirksamkeit wurde sowohl bei Patienten mit PD-L1-Expression als auch bei Patienten ohne PD-L1-Expression festgestellt. Die Ansprechrate betrug 25,0% bei Patienten mit einer PD-L1-Expression ≥ 1% (95%-KI: 17,7-33,6) und 15,8% (95%-KI: 10,3-22,7) bei Patienten mit einer PD-L1-Expression < 1%. Bei allen behandelten Patienten betrug das mediane PFS 2,0 Monate. Die OS-Rate lag nach 12 Monaten bei 41,0% (95%-KI: 34,8-47,1) und das mediane OS betrug 8,6 Monate (95%-KI: 6,1-11,3).

Von den 270 Patienten, die im Rahmen der Studie CheckMate -275 mit Nivolumab behandelt wurden, verzeichneten 17,8% ein behandlungsbedingtes unerwünschtes Ereignis des Grades 3 oder 4. Die häufigsten gemeldeten behandlungsbedingten unerwünschten Ereignisse jeden Grades umfassten Fatigue (16,7%), Pruritus (9,3%), Diarrhö (8,9%), Appetitlosigkeit (8,1%), Schilddrüsenunterfunktion (7,8%), Übelkeit (7,0%), Asthenie (5,9%), Ausschlag (5,9%) und Fieber (5,6%). Die häufigsten behandlungsbedingten unerwünschten Ereignisse der Grade 3 oder 4 waren Fatigue (1,9%), Diarrhö (1,9%), Asthenie (1,5%) und Ausschlag (1,1%). Insgesamt brachen 4,8% der Patienten die Therapie aufgrund behandlungsbedingter Nebenwirkungen irgendeines Grades und 3,0% aufgrund behandlungsbedingter Nebenwirkungen der Grade 3 oder 4 ab. Behandlungsbedingte Todesfälle traten bei vier Patienten aufgrund von Pneumonitis oder kardiovaskulärem Versagen auf.

Quelle: Bristol-Myers Squibb

Literatur:

(1) Sharma P, Retz M, Siefker-Radtke A, et al. Nivolumab in metastatic urothelial carcinoma after platinum therapy (CheckMate 275): a multicentre, single-arm, phase 2 trial. Lancet Oncol 2017;18(3):312-22.


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